DAN KUP JEDO
KWON Gurt- & Prüfungsordnung
Anfangs gab es im Taekwon-Do nur die vier Gurtfarben: weiß, blau, rot (braun) und schwarz.
Diese Farben fanden sich traditionell in der Kleidung der Aristokratie und nicht zuletzt auch in der südkoreanische Flagge wieder. Um 1972 wurden die Schülerfarben schließlich um gelb und grün ergänzt, um feinere Abstufungen der Schülergrade zu erlauben.
Die Graduierungs- beziehungsweise Gürtelsysteme in den Kampfsportarten gehen auf den Judo-Pionier Kanō Jigorō zurück, der Anfang des 20 Jahrhunderts als erster farbige Gürtel für seine Schüler verwendete. Dennoch war diese Idee nicht neu. Seit jeher zeigten sowohl in Asien als auch in Europa Kleider- und Gürtelfarben verschiedene Ränge in der höfischen Hierarchie an.
Die Gurtfarben in den Kampfsportarten geben einen Überblick über die zu erwartenden Fähigkeiten und Kenntnisse der Schüler. Der Lehrer erkennt auf einen Blick, welcher Schwierigkeitsgrad für das Training angesetzt werden kann. Zudem ermöglichen die Gurtfarben eine schnelle und zielgerichtete Einteilung bei Lehrgängen, Wettbewerben und Partnerübungen.
Die Aufstellung beim Training wird selbständig nach Gürtelfarben geordnet vorgenommen:
rechts vorne steht der höchste Gurt, links hinten der niedrigste Rang. Bei gleichem Rang wird dem Trainingspartner mit der längeren Erfahrung der Vortritt gelassen.
Indem die höher Graduierten in den vorderen Reihen stehen, kommt ihnen gleichzeitig auch immer eine entsprechend große Vorbildfunktion zu, derer sie sich immer bewusst sein sollten.
Die Gurtfarben sollen schließlich auch als Motivation dienen, dranzubleiben und ein Ziel zu verfolgen. Gerade in den ersten Jahre des Lernens ist man oft überwältigt von den vielen schwierigen Techniken und Aufgaben, die das Taekwondo Training mit sich bringt. Eine bestandene Gurtprüfung ist da oft eine willkommene Bestätigung, dass man sich auf dem richtigen Weg befindet.
Die letzte Gurtfarbe, der begehrte Schwarzgurt, lässt sich schließlich nur durch kontinuierliches Training über einen langen Zeitraum erreichen. Tugenden wie Geduld, Durchhaltevermögen, Ausdauer und Selbstdisziplin müssen dazu unter Beweis gestellt werden.
Um in den Rängen fortzuschreiten, muss der Schüler das erforderliche Können in einer Gürtelprüfung präsentieren können. Bei Bestehen der Prüfung bestätigt der neue Gurt samt der Prüfungsurkunde den Eintritt in die nächste Stufe.
Die Zeitabstände zwischen den einzelnen Prüfungen betragen je nach Stufe zwischen drei Monate und mehrere Jahre. Voraussetzung für die nächste Prüfung ist dabei immer ein regelmäßiges, wöchentliches Training. Um innerhalb der Meisterklassen neue Grade zu erhalten, ist man angehalten, jeweils mehrere Jahre regelmäßig zu trainieren.
Der Gurt (kor.: "Ty") zeigt jedoch nicht nur den aktuellen Ausbildungsstand an. Das Tragen eines Gurtes im Unterricht bringt auch funktionelle und gesundheitliche Vorteile mit sich:
zwei Fingerbreit unter dem Bauchnabel liegt der Körperschwerpunkt, das "Hara" (jap.) bzw. "Ha bog bu" (kor.). Nach Auffassung der Traditonellen Chinesischen Medizin (TCM) und vergleichbarer Lehren wird dort die Lebenskraft (Chi) erneuert und sozusagen gespeichert.
An dieser Stelle und mit dem richtigem Druck gebunden, regt der Gürtel dazu an, den Unterbauch sowie den unteren Rücken permanent unter leichter Spannung zu halten. Dieser konstanten Berührungspunkt, wirkt wie ein haptischer Hinweis, den Unterbauch zu spüren und zu stabilisieren.
Durch leichten Druck erinnert der Gurt daran, den tiefen Bauchmuskel (Transversus abdominis) und das Zwerchfell zu aktivieren. Das verbessert Stabilität und Koordination. Der feste Gurtknoten gibt eine visuelle und fühlbare Mittelachse und verbessert so die Haltung.
Der straff gebundene Gurt hat zudem eine Stützfunktion im Lendenwirbelbereich – ähnlich dem Gürtel, den Gewichtheber zum Schutz vor Verletzungen tragen.
Die Prüfungsordnung unserer Schule sieht 15 Graduierungen vor. Dies sind die 10 KUP-Grade (Farbgurte) und die 5 DAN-Grade (Schwarzgurte).
Die ersten fünf Gurtstufen vom Weiß bis Grün sind die Ränge der Anfänger.
Begonnen wird dabei mit dem ersten Weißgurt, dem 10. Kup. Er wird beim Eintritt in die Schule verliehen, der Lehrer gibt dem neuen Schüler damit einen "Vertrauensvorschuss". Mit der Prüfung zum weiß-gelben Gurt (9. Kup) bestätigt der Schüler schließlich das in ihn gesetzte Vertrauen.
Nach etwas über einem Jahr regelmäßigen Trainings steht man mit der Prüfung zum grün-blauen Gurt (5. KUP) an der Schwelle zu den Fortgeschrittenen.
Auch hier gibt es bis zum rot-schwarzen Gurt (1. Kup) fünf Abstufungen.
Für die Prüfung Schwarzgurt, dem I. DAN, sind ca. fünf Jahre aktive Trainingszeit die Regel. Damit ist der Eintritt in die Meisterklasse geschafft.
Die technischen Meistergrade werden ebenfalls wieder in fünf Ränge unterteilt. Im Durschnitt trainiert ein Schwarzgurt mindestens weitere 20 Jahre aktiv, um die höchste technischen Ebene erreichen zu können, den 5. DAN. Das Ablegen dieser letzten Prüfung markiert den offiziellen Abschluß der Ausbildung unter der Regie des eigenen Lehrers und somit den Übergang zur echten Meisterschaft. Das Erlangen dieser Stufe verpflichtet den Träger, das erworbene Können nach besten Wissen und Gewissen weiterzugeben und die Kampfkunst weiter zu entwickeln.
Höhere DAN Grade werden nicht mehr im klassischen Sinne geprüft, sondern durch den Dachverband bei Vorliegen entsprechender Kriterien verliehen.
Bei den einzelnen Gurtgraden findet Ihr neben den Voraussetzung für die Prüfung nun auch unsere sogenannten PREPCARDS (Vorbereitungskarten) zum Herunterladen und Ausdrucken. Sie unterstützen Euch bei der Vorbereitung Eurer nächsten Prüfung helfen. Sie stellen sicher, dass über konstante Trainingsbesuche vor dem Prüfungstermin eine abrufbar gute Leistung erzielt wird.
Der Weg zu Deiner nächsten Prüfung gestaltet sich wie folgt: nach Absprache mit mir tretet Ihr in die Vorbereitungsphase zur Prüfung ein und führt die PREPCARDS als eine Art „Trainingstagebuch“ mit. So habt Ihr ein konkretes Datum vor Augen, auf das Ihr beständig und fokussiert hinarbeiten könnt.
Viel Erfolg bei der Vorbereitung!
Die Farbe der Reinheit eines unbeschriebenen Blatts.
Wer mit dem Tae Kwon Do beginnt, erhält zusammen mit dem Anzug seinen ersten weißen Gurt.
Die Farbe weiß steht in diesem Zusammenhang für für den Anfang, die Reinheit.
empfohlene Vorbereitung: 30 Trainingseinheiten
(Es gilt die Einschätzung des Lehrers)
Der Bruchtest wird üblicherweise in einer Bewegungskombination ausgeführt. Die Kombination ist nicht festgeschrieben und ergibt sich in der Regel aus dem aktuellen Unterichtsprogramm.
1. Angriff: gleichseitiger Griff des Handgelenks
schlagende Befreiung mit dem Bewegungsprinzip Tiefblock und Faustkonter.
Diese Übung muss auf beiden Seiten beherrscht werden,
der Trainingspartner greift beliebig mit links oder mit rechts an.
Ausführungshinweis::Um die richtige Position für Abwehrschlag und Konter einzunehmen, ist es sehr wichtig, mit dem zum agierenden Arm gehörenden Bein einen Schritt nach vorne zu machen, wie es auch in Chon-Ji der Fall ist. Die Technik zielt auf einen der beiden unten dargestellten Punkte am sog. Median Nerv. Der eine Punkt liegt etwa zwei Finger breit über der Armbeuge, der andere zwei Finger breit darunter. Druck auf einen dieser Punkte verursacht Schmerz und Taubheitsgefühl im Unterarm und in der Hand. Der Griff des Angreifers ist so unproblematisch zu lösen. 
Methode: direkter Befreiungsschlag mit Konter
Ansatzpunkt: Bewegung 1-2, 3-4, 5-6, 7-8 in Chon-Ji
2. Angriff: diagonaler (gleichnamiger) Griff des Handgelenks inkl. Crossjab
Ausweichen und Schützen mit Bewegungsprinzip Mittelblock und Faustkonter.
Diese Übung muss auf beiden Seiten beherrscht werden,
der Trainingspartner greift beliebig mit links oder mit rechts an.
Methode: ausweichender Befreiungsschlag mit Konter
Ansatzpunkt: Bewegung 9-10, 11-12, 13-14, 15-16 in Chon-Ji
Der Bruchtest wird üblicherweise in einer Bewegungskombination ausgeführt. Die Kombination ist nicht festgeschrieben und ergibt sich in der Regel aus dem aktuellen Unterichtsprogramm.
Angriff: Gerade zum Kopf
Der Angriff erfolgt von der Seite, der Gegner steht im 90° Winkel.
Abwehr mit Hochreißen der offenen Hände im Handkantenschutzblock Prinzip zur Abwehr,
gefolgt von Greifen (Fixieren) des Gegners am Oberarm oder der Schulter mit der vorderen Hand.
Die Konter dann mit der hinteren, hohen Faust inkl. Einfallschritt.
Methode: Schutzblock und Konter
Ansatzpunkt: Bewegung 1-2 bzw. 3-4 in Dan-Gun
Angriff: doppelter Würgegriff von vorne, bzw. Griff ans Revers
Abwehr mit Bewegungsprinzip eines Tiefblocks.
Schlag auf den Median-Nevendruckpunkt oberhalb der Armbeuge, ggf. unterstützt durch die andere Hand.
Dadurch löst sich der Griff und der Angreifer wird über das Abwinkeln seiner Arme herangezogen.
Sodann wird mit Bewegungsprinzip Hochblock ein Schlag gegen Kinn/ Nase ausgeführt.
Hinweis: bei einem besonders starken/ resistenten empfiehlt sich ein vorheriger umgedrehter, kurzer Fauststoß.
Methode: Befreiungsschlag mit Konter
Ansatzpunkt: Bewegung 13-14 in Dan-Gun
Der Bruchtest wird üblicherweise in einer Bewegungskombination ausgeführt. Die Kombination ist nicht festgeschrieben und ergibt sich in der Regel aus dem aktuellen Unterichtsprogramm.
1. Angriff: Gerade zum Kopf
der Angreifer steht seitlich vom Verteidiger (90°).
Abwehr mit hohem Elleblock nach außen (Vordere Hand),
gefolgt von schnellem mittelhohem Fauststoß (hintere Hand) als Konter
Methode: Schutzblock und Konter
Ansatzpunkt: Bewegung 1&2 bzw. 3&4, 9&10, 11&12 in To-San
2. Angriff: Heranstürmender Angreifer, evtl. mit Ansatz zum beidhändigen Würgegriff
Initiativ-Abwehr mit hohem Keilblock,
gefolgt von schnellem frontalen Tritt od. Kniestoß und doppeltem Fauststoß
Methode: Schutzblock und Konter
Ansatzpunkt: Bewegung 13-16 bzw. 17-20 in To-San
Der grüne Gurt steht für den Sproß, die dem bestellten Boden entspringt und Richtung Sonne zur Pflanze heranwächst. In dieser Phase erweitert man sein technisches Repertoire erheblich.
Sprung Frontkick (Tymio Apchagi)
Der Bruchtest wird üblicherweise in einer Bewegungskombination ausgeführt. Die Kombination ist nicht festgeschrieben und ergibt sich in der Regel aus dem aktuellen Unterichtsprogramm.
I. Block und Konter
1. Angriff: Gerader Fauststoß zum Kopf
Nachdem der Fauststoß des Angreifers mit Zwillingsblock vereitelt wird, sofort mit der vorderen Hand am
am Revers greifen und mit der einwärtigen Handkante zum Hals des Angreifers (sudo anuro taerigi) schlagen als Konter.
Methode: Schutzblock und Konter
Ansatzpunkt: Bewegung 1-3, bzw. 4-6, 13-15, 16-18 in Won-Hyo
2. Angriff: Gerader (rechter) Fauststoß zum Kopf
der Angriff wird von innen pariert, indem man bereits in einem Schritt nach vorne mit der einwärtigen Ausholbewegung des "sudo taebi makki" blockt und mit der eigentlichen Blockbewegung eine Konter gegen den Hals des Angreifers ausführt (beides rechts).
Methode: Block mittels Ausholbewegung, Konter mittels eigentlichem Block
Ansatzpunkt: Bewegung 10 in Won-Hyo
3. Angriff: rechter Ap cha-pusigi/ Ap miro chagi
die Ausholbewegung des Kreisblocks (tollimyo makki) fängt das Bein mit dem Unterarmen,
der Block wirft den Angreifer rotierend nach außen ab, die Konter folgt mit Apchagi und Fauststoß in die Rückenpartie des Angreifers
Methode: fangender Block und Konter
Ansatzpunkt: Bewegungen 19-21 in Won-Hyo
II. Befreiungstechnik
1. Angriff: der Angreifer fasst den vorderen Arm des Zwillingsblocks am Handgelenk
der Verteidiger schlägt gegen die Unterseite des gegnerischen Armes
und befreit sich so aus dem Griff. Es folgt der seitlichen Fauststoß in die kurzen Rippen als Konter.
Methode: Befreiungsschlag und Konter
Ansatzpunkt: Bewegung 1-3, bzw. 4-6, 13-15, 16-18 in Won-Hyo
2. Angriff: Festhalten am Revers
(Übung für Fortgeschrittene, nicht im 6. KUP Prüfungsprogramm)
Z-Hebel aus dem Bewegungsprinzip "sudo anuro taerigi",
vgl. "Kote Mawashi" im Aikido
Methode: Befreiungshebel als Kontrolltechnik
Ansatzpunkt: Bewegung 2, 4, 14, 17 in Won-Hyo
III. Angriffstechnik
die Ausholbewegung des seitlichen Tritts hin zur Beugehaltung (goburyo A) wird als Fußfegebewegung vor dem eigentlichen Yop Chagi verwendet, um den Gegner aus dem Gleichgewicht zu bringen.
Methode: Trittansatz als Fegetechnik
Ansatzpunkt: Bewegung 25 in Won-Hyo
der Bruchtest wird in der Regel aus einer Vorbewegung heraus ausgeführt.
Hier einige Beispiele aus vergangenen Prüfungen:

Ausgangsstellung:
{tip ::Handkante}Sudo{/tip} | {tip eingedrehter Hinterbeinstand::Ausgangsstellung für Kombinationen}Tora Ditbal Sogi{/tip} (rechts zurück, Blickrichtung N)
danach Seitwechsel und Wiederholung der Kombination auf der anderen Seite
Anmerkungen:
der Prüfling darf wählen, mit welcher Seite er das Brett zerschlägt
**fliegender Wechsel, immer ein Bein in der Luft
Bruchtest 1:
1. Kumgang makgi {gleichzeitiger tiefer (L) und hoher (R) Block} im kurzen Schritt
2. Einwärtsblock mit links (anuro makki), Schritt bleibt
3. Handinnenkante mit links aus der Vollkreisbewegung, Schritt bleibt
4. Sprungfersdrehschlag (Kyekpa) mit rechts
Bruchtest 2:
dreifacher Apchagi im Sprung (Bicycle kick), letzte Technik Bruchtest
I. Block und Konter
Angriff: Gerader Fauststoß oder Kopfhaken
die Position des Angreifers ist näher als in der Hosinsul-I zum Gelbgurt - "Sudo Taebi Makki":
mit einem Kolchyo makgi (Hakenblock) wird der Fauststoß am Oberarm/ in der Armbeuge pariert
der zweite Hakenblock wird als Schlagbewegung gegen den Hals des Angreifers ausgeführt.
Zuletzt folgt ein Fauststoß zur Körpermitte.
Methode: Schutzblock und Konterschläge
Ansatzpunkt: Bewegungen 15-17, bzw. 18-20 in Yul-Gok
II. Befreiungstechnik
Angriff: der Angreifer "umklammert" von hinten
gegen die Umklammerung von hinten löst sich der Verteidiger mit einem abrupten Fallenlassen in Kima Sogi
und einem Hochreissen eines Armes, in Vorbereitung der Konterbewegung zweier rückwärtiger Ellbogenstöße.*
An diesem Punkt wird auf die Gegenzugbewegung des Fauststoßes ("reaction arm", jap. "Hiki-Te") abgestellt,
das an diesem Punkt des Lernens thematisiert wird.
Methode: Befreiungsbewegung und Konter
Ansatzpunkt: Bewegungen 1-3, bzw. 4-6 in Yul-Gok
*Anmerkung:
thematisch passt die Verwendung der ersten Technik als Befreiungs- also
Verteidigungstechnik gut in das Konzept der Yul-Gok Hyong, die ja wie die Kata des jap. Karate üblicherweise
mit einer Verteidigungsbewegung beginnen.
(vgl. das Prinzip von Gichin Funakoshi "Karate ni sente nashi" = "There is no first attack in karate")
(einzige wirkliche Ausnahme: die 15. Hyong "Ul-Ji" beginnt mit einem
weiten Doppeltenschlag nach links und rechts als erste Bewegung,
was der Geschichte des Namensgebers der Hyong geschuldet ist)
III. Angriffstechnik
1. Technik: Palkup Ap Taerigi (frontaler Ellbogenschlag mit Gegenzug)
mit der linken Hand wird der Gegner am Hinterkopf gegriffen und in einen
frontalen (waagrechten) Ellbogenschlag hineingezogen.
Methode: initiativer Angriff
Ansatzpunkt: Bewegungen 24 bzw. 27 in Yul-Gok
2. Technik: Tu Palmok Makki (doppelter Unterarm)
der Bewegungsprinzip "Tu Palmok Makki" wird nach entsprechender Vorbewegung verwendet
(aus der Drehung oder aus dem Stepschritt, vgl. Yul-Gok Hyong),
um einen Gegner wegzustoßen ("Bodycheck").**
Methode: "Bodycheck"
Ansatzpunkt: Bewegungen 37 bzw. 38 in Yul-Gok
**Anmerkung:
thematisch passt die Verwendung der eigentlichen Blocktechnik als
Offensiv- bzw Kontertechnik optimal in das Konzept der Hyong,
da die letzte Technik den (imaginären) Kampf ja beenden soll.
verschiedene Trittübungen nach Ansage.
ILBO TAERYON (Einschrittkampf, 3 Varianten)
Die Pflanze wächst in den Himmel.
Der blaue Gürtel steht für den Himmel und somit sinnbildlich für eine Grenze. Der Schüler muss nun zeigen, dass er in der Lage ist, Höheres anzustreben und auch zu erreichen. Blau deutet auf die Farbe und Weite des Himmels hin und deutet an, daß neben der körperlichen auch eine geistige Entwicklung (Horizonterweiterung) stattgefunden hat, die letztendlich auch zu Höherem befähigt. Im Prüfungsprogramm werden für das Erlangen dieser Stufe zwei 360° Sprünge als Bruchtest verlangt, der Übende zeigt, dass er die Lufthoheit im Taekwon-Do gewonnen hat.
1. mittelhoher Fauststoß mit dem rechten, hinteren Arm in der Gangstellung.
2. den rechten Ellbogen als Befreiungsbewegung nach innen-vorne reissen, Stellung bleibt.
3. das rechte Bein setzt nach rechts um in den Reitersitz, gleichzeitig erfolgt ein Winkelfauststoß mit links
(Körperdrehung um 90° nach rechts).
4a/b. der Ellbogen reisst in einer Befreiungsbewegung nach rechts aus.
Dieser Bewegungsimpuls leitet eine halbe Drehung im Uhrzeigersinn ein, an deren Ende ein Schlag mit der rechten Handkante erfolgt.
5. Fauststoß mit dem linken, hinteren Arm,
6. 360° Sprungfersdrehschlag (rechts)
Anmerkung:
Blickrichtung vorne (N) und hinten (S) beachten
1. Schritt nach vorne mit rechter Handkante in den rechtsgericheten langen Schritt (N)
2. Schritt nach vorne mit Umdrehen gegen den Uhrzeigersinn und Handkante (links) in den rechtsgerichteten langen Schritt (S)
3. Schrittstellung bleibt, Schlag mit der rechten Handinnenkante (S)
4. runder Tritt mit dem vorderen rechten Bein (S)
5. 360° Sprung Tollyochagi mit rechts (S) [Tymio Tora Tollyochagi]
I. Block und Konter
1. Angriff: Gerader Fauststoß
Handkanten-Schutzblock, die vordere Hand greift am Revers und fixiert den Angreifer,
der hintere Ellbogen schlägt nach oben gegen das Kinn.
Methode: Schutzblock und Konter
Ansatzpunkt: Bewegungen 7-8, bzw. 9-10 in Chun-Gun
Übungstechnik für Meistergrade (nicht in 4. KUP PO)
Angriff: Gerader Fauststoß
Block mit Kampfstellung von der Außenseite,
Bewegungsprinzip des "nullo makki" (Handballendruckblock)
als "Hiji-Maki-Komi" (Armhebel mit Innenrotation, Aikido)
Methode: Schutzblock und Konterhebel
Ansatzpunkt: Bewegungen 26-27, bzw. 28-29 in Chun-Gun
II. Befreiungstechnik
1. Angriff: seitengleicher Griff des Handgelenks
Die Hand des gegriffenen Arms windet sich kreisförmig nach oben/außen
und umfasst dabei das Handgelenk des Angreifers.
Mit der anderen Hand wird im Bewegungsprinzip des "Schaufelblocks" (Changkwon Ollyo Makki)
ein Ellbogenstreckhebel angesetzt, der zur Luxation des Ellbogengelenks führt.
Die Rückzugbewegung der gegriffenen Hand unterstützt den Hebel,
indem der Angreiferarm unter dem Zug gestreckt wird.
Methode: den Handgelenksgriff umkehren und Konterhebel ansetzen.
Ansatzpunkt: Bewegung 3, bzw. 6 in Chun-Gun
2. Angriff: seitengleicher Griff des Handgelenks
der gegriffene Arm wird nach innen eindehend weggerissen (anuro baegi),
als Konter erfolgt ein hoher Fauststoß mit der Faust des anderen Arm.
Methode: Ausreissen und Konter
Ansatzpunkt: Bewegung 16, bzw. 19 in Chun-Gun
3. Angriff: doppelter Würgegriff von vorne, bzw. Griff ans Revers
Ansatz ist der große Scherblock, Befreiungsschlag durch Zuziehen der Schere, Endtechnik ist Yok-Sudo.
Beim Zuziehen der Schere schlägt der von oben kommende Hand als Hammerfaust gegen den Median-Nerv
oberhalb der Armbeuge (vgl. PO 9. KUP). Beim einem sehr starken Angreifer ist ein umgekehrter Fauststoß (tyjinbo chirugi)
mit dem unteren Arm erforderlich, um die Kraft aus dem Wügregriff zu nehmen.
Methode: Aufsprengen des Würgegriffs und Kontertechnik
Ansatzpunkt: Bewegung 1-2, bzw. 7-8 der Bruchtestkombination
III. Angriffstechnik
Technik: einarmiger Würgegriff mit dem Unterarm von seitlich/hinten,
wegschubsen mit beiden Händen im Bewegungsprinzip Winkelfaust und U-Block (Giokja Chirugi und Momdungi Makki)
Methode: initiativer Angriff
Ansatzpunkt: Bewegungen 30-31 in Chun-Gun
verschiedene Trittübungen nach Ansage.
CHAYU TAERYON (Freikampf)
ILBO TAERYON (Einschrittkampf, 5 Varianten)
nach Vorgabe des Prüfers.
nach Vorgabe des Prüfers.
Farbe der Sonne. Achtung, Vorsicht!
Der rote Gürtel repräsentiert die Sonne, von der schon eine große Kraft ausgeht, dient dem Schüler aber auch als Signal. Er steht nun kurz davor, Meister zu werden, und wird angehalten, sich noch intensiver und ausdauernder mit der Kampfkunst zu beschäftigen. Die Signalfarbe Rot bedeutet "Achtung", hier entsteht etwas Bedeutendes. Der Träger dieser Farbe hält den höchsten Schülergrad.
*Technik 9/10: Sprung aus der 360° Rückwärtsdrehung mit Block-Faustkombination.
Der Fauststoß Bruchtest erfolgt zeitgleich mit der Landung.
*Technik 24: Bruchtest Handkante aus einem Sprung mit 180° Rückwärtsdrehung.
1. umgedrehter Fauststoß mit rechts
2. runder Fauststoß mit links
3. Faustrückenschlag rechts aus der Rückwärtsdrehung mit Gleiten
4. umgedrehter Fingerstich mit links nach unten
5. Doppelblock (vordere rechte Hand Tiefblock, hintere Hand Auswärtsblock mit der Elle)
6. Einwärtskick mit links in die rechte Handfläche
7. Einwärtsblock mit der Elle (links)
8. gesprungener rückwärtiger Seitkick (tymio tora Yopchagi) als Bruchtest
Vorbewegung:
4-Seiten-Sudotechnik, gefolgt von rechts Faust-Apchagi-Yoksudo Seitwechsel,
4-Seiten-Sudotechnik revers, gefolgt von 360° Fersdrehschlag mit links als Seitwechsel,
4-Seiten-Sudotechnik, gefolgt von links Faust-Apchagi-Yoksudo Seitwechsel,
4-Seiten-Sudotechnik revers
Nach Vorgabe des Prüfers.
Kampf mit Bruchtest 1 Brett Fußtechnik
Weitere Übungen nach Vorgabe des Prüfers.
4- Seiten-Sudo Technik auf beiden Seiten
mit den 4 Grundblocktechniken (hadan, chungdan, sangdan, sudotaebi),
am Ende doppelter Unterarmblock mit vorderer und hinterer Faust, Apchagi, Yoksudo Wechsel
(17 x 2 Bewegungen)
4- Seiten-Sudo Technik auf beiden Seiten (vgl. Kombination 7 aus K19)
mit den 4 Grundschlagtechniken (anuro sudo, pakkuro sudo, yoksudo, bituro yoksudo),
am Ende hintere Faust, Ap, Yokusudo Wechsel
(15 x 2 Bewegungen)
Die 4 Handbruchtests mit den Grundschlagtechniken werden auf einer der beiden Seite ausgeführt.
Sparringpattern 1-3, am Ende 360° Sprungferse in der Gegenrichtung (unnatural)
die 4-Seite-Sudotechnik in einem Sprung, dann als Bruchtest wahlweise
Dreifachkick im Sprung: Apchagi (r) - Apchagi (l) - Tollyochagi (r) als Bruchtest
oder 540° gesprungener Tollyochagi
Nach Vorgabe des Prüfers.
Kampf mit Bruchtest mit 2 Gegner, je 1 Brett Fußbruchtest.
Weitere nach Vorgabe des Prüfers.
Mit dem Erreichen des Schwarzgurtes endet die Ausbildung nicht - sie hat gerade erst richtig begonnen! Was nun zählt, ist die Bereitschaft, sich selbst beständig verbessern zu wollen!
Beim 1. Dan angekommen hat man sich bereits einiges an Wissen und Können angeeignet und das technische Fundament geschaffen für die erfolgreiche Weiterarbeit. Man hat gewissermaßen die Grundausbildung abgeschlossen und ist nun bereit für das tiefergehende Verständnis.
Die Farbgurtstufen (KUP Grade) zählt man demzufolge wie einen Countdown von zehn bis eins rückwärts. Erst ab dem Schwarzgurt werden die Ränge normal aufsteigend gezählt. Man könnte also durchaus sagen: "Mit dem Schwarzgurt geht es erst so richtig los!"
Mit der Prüfung zum Schwarzgurt ist der erste Schritt zu echter Meisterschaft getan. Schwarz vereint alle anderen Farben in sich und ist somit die stärkste von allen. Die Farbe symbolisiert die Autorität, das Wissen und die Erfahrung der Meistergrade. Nach außen hin ist der DAN-Grad in unserer Schule nicht am Gürtel erkennbar, er muss durch das Verhalten und Wissen seines Trägers sichtbar werden.
Träger des 2. DAN haben sich als Träger des Schwarzgurt bewährt und sich ihrer persönlichen Leistungsfähigkeit in Sachen Athletik und Bewegungsvermögen angenähert.
Die ersten beiden DAN Graden stehen im Zeichen der persönliche Entwicklung des Sportlers.
Es gilt, die eigenen Stärken und Schwächen zu erkennen und beständig weiter zu lernen.
Inhaber dieser Gurtstufen werden daher als Meisterschüler bezeichnet. Es müssen noch keine festen repräsentativen Aufgaben übernommen werden. Es gilt, die Pflichten und Sichtweisen des eigenen Lehrers durch genaues Hinschauen und Zuhören kennenzulernen.
Der 2. DAN ist der höchste Gurt für Einzelsportler ohne darüber hinausgehende Verpflichtung.
Mit der Prüfung zum 3. DAN nimmt der Schwarzgurt ein verantwortungsvolle Position innerhalb der Schule ein. Ein 3. DAN zeigt Präsenz und übernimmt bereitwillig Assistenz- und Lehreraufgaben. Durch die langjährige Erfahrung ist es ihm ein leichtes, gekonnt eine Übungsstunde abzuhalten. Ein 3. DAN repräsentiert die Schule und den Lehrstil nach innen und außen und muss innerhalb der Schule stehts als Vorbild für Trainingsfleiß und Einsatz gelten.
Die Prüfung zum 4. DAN bestätigt den Schwarzgurt in seiner Funktion. Sie ehrt den erfahrenen DAN-Träger mit dem Expertenstatus. Alles, was man als Übender wissen muss, ist ihm bekannt. Alle Kenntnisse sind erreicht, die für das eigenständige Unterrichten erforderlich sind. Viele gehen mit dieser Gurtstufe den Weg, eine eigene Schule oder Gruppe zu eröffnen und in die Eigenverantwortlichkeit als Lehrer zu gehen.
Ein bewährter Schulleiter kann schließlich die Prüfung zum 5. DAN ablegen. Er hat bewiesen, dass er mit Struktur und technischem Verstand Anfänger und Fortgeschrittene bis zum Schwarzgurt unterrichten kann. Mit der Prüfung zum 5. DAN beendet man offiziell die Ausbildung bei seinem eigenen Lehrer und ist fortan vollständig verantwortlich für das Gestalten des eigenen Wegs. Träger dieser Stufe unterrichten und traineren für gewöhnlich auf täglicher Basis.
Träger des 5. DAN und aufwärts werden als "Sabum-Nim" angesprochen. Dieser Begriff lässt sich als "vorbildlicher Lehrer" übersetzen. Es hat sich eingebürgert, die Träger dieser hohen Grade als Großmeister zu titulieren. Schwarzgurte bis einschließlich 4. DAN werden mit "Kyosah-Nim" angeredet, übersetzt "Trainer" oder "Coach".
Zwingende Voraussetzung für die Zulassung zur DAN Prüfung ist eine Sichtung und Beurteilung der zu erwartenden Prüfungsleistung durch zwei unabhängige Verbandsschulleiter ab dem 5. DAN.
Das technische Vermögen eines DAN Anwärters wird so im Vorfeld objektiv auf die Vereinbarkeit mit den Qualitätskriterien des Verbandes bewertet. Damit wird ein gleich hohes Leistungsniveau in den Verbandsschulen angestrebt. Das entsprechende Sichtungsformular mit allen weiteren Bestimmungen kann hier heruntergeladen werden.
Gwang-Gae Hyong
1. Prüfungsform
Diese Form steht symbolisch
für die Erweiterung des Wissens
Po-Eun Hyong
2. Prüfungsform
Diese Form steht symbolisch
für die Loyalität zur Schule
Gae-Baek Hyong
Demonstrationsform
Diese Form zeigt die Dynamik
Kraft und Athletik des Prüflings
Freikampf mit 2 Gegner mit 1x Bruchtest Hand, 1x Bruchtest Fuß
Weitere nach Vorgabe des Prüfers.
Verbandsbruchtest:
Pandae Tollyo Chagi, Ap Chagi und Yop-Chagi Sprung je 2 Bretter
oder Bruchtests mit höheren Schwierigkeiten.
KMK Hebelfolge Teil 1 & 2
Der erste und der zweite Teil sind jeweils mit einem Einschrittkampf Angriff zu zeigen.
Eigene Vorführung Hosinsul mit Abwehr gegen die unten dargestellten Angriffe. Die Reihenfolge der Angriffe wird vom Prüfling frei festgelegt.
1.) Bruchtest freie Wahl 2 Bretter übereinander oder getrennt. Bei getrennt, müssen die beiden Bruchtest exakt gleichzeitig erfolgen, nicht in Reihe.
2.) Ein anspruchsvoller BT auf mindestens 1 Brett
Ggf. weitere nach Vorgabe des Prüfers.
weitere Anforderungen nach Ansage des Prüfers.
KMK Hebelfolge Teil 1, 2 und 3
Alle drei Teile sind jeweils getrennt mit einem Einschrittkampf Angriff zu zeigen.
Eigene Vorführung Hosinsul mit Abwehr gegen die unten dargestellten Angriffe. Die Reihenfolge der Angriffe wird vom Prüfling frei festgelegt.
Erstellen einer eigenen Übungskombination
angemessener technischer Schwierigkeit
mit mindestens 12 Bewegungen auf einer Ausführungsseite.
Es müssen beide Ausführungsseiten (rechts und links) vorgehführt werden.
Verbandsvorgabe:
1.) Ein anspruchsvoller BT auf mindestens 1 Brett
2.) anspruchsvoller Bruchtest (freie Wahl) auf je 2 Bretter übereinander
3.) anspruchsvoller Bruchtest auf 3 Bretter übereinander oder in einer Technik im Stand oder Sprung mit Hand und/oder Fußtechniken
Ggf. weitere nach Vorgabe des Prüfers.
weitere Anforderungen nach Ansage des Prüfers.
KMK Hebelfolge Teil 1, 2 und 3
(Durchgehend in einem Fluss zu zeigen)
Eigene eingeübte Vorführung Hosinsul mit Abwehr gegen 7 frei wählbare Angriffe.
Erstellen einer eigenen Übungskombination
angemessener technischer Schwierigkeit
mit mindestens 14 Bewegungen auf einer Ausführungsseite.
Es müssen beide Ausführungsseiten (rechts und links) vorgehführt werden.
Verbandsvorgabe:
1.) zwei verschiedene Bruchtests freie Wahl je 3 Bretter
2.) 1 Bruchtest auf zwei getrennte Bretter gleichzeitig
3.) Bruchtest Fauststoß nach unten in 17. Hyong mit verbundenen Augen
Ggf. weitere nach Vorgabe des Prüfers.
weitere Anforderungen nach Ansage des Prüfers.
KMK Hebelfolge Teil 1, 2 und 3
Durchgehend in einem Fluss zu zeigen.
Eigene eingeübte Vorführung Hosinsul mit Abwehr gegen 10 frei wählbare Angriffe.
Mit dem 5. DAN ist die Ausbildung im traditionellen Taekwon-Do vollständig durchlaufen. Alle technischen und geistigen Fähigkeiten des Taekwon-Do sind beim Träger dieser Stufe umfänglich vorhanden. Charakterlich soll er als Vorbild im Sinne der Kampfkunst gelten.
Der 5. DAN ist üblicherweise ein auf täglicher Basis unterrichtender Lehrer, der Schüler erfolgreich zum Schwarzgurt führen und und auch darüber hinaus ausbilden kann. Sein Titel "Sabeom (사범)", lässt sich am treffendsten mit "Meisterlehrer" oder "vorbildlicher Lehrer" übersetzen.
Vorführung einer selbst entwickelten und benannten
Übungsform (Hyong) mit mindestens 56 Bewegungen.
1.) 2 x verschiedene Bruchtests freie Wahl je 2 Bretter übereinander oder getrennt, aber gleichzeitig
2.) 1 x Bruchtests freie Wahl 3 Bretter übereinander oder getrennt (dann gleichzeitig oder in einem Sprung)
3.) 1 Bruchtest freie Wahl 5 Bretter übereinander
4.) Bruchtest Tollyochagi (#13) und Faustrücken (#22) aus der 19. Hyong mit verbundenen Augen
weitere Anforderungen nach Ansage des Prüfers.
Hosinsul mit Abwehr gegen 10 vom Prüfer vorgegebene Angriffe.
Vorführung einer selbstentwickelten Hebelfolge mit mindestens 10 Techniken.
Wie im obigen Abschitt ausgeführt, ist mit dem V. DAN ist die technische Ausbildung im traditionellen Taekwon-Do vollständig durchlaufen. Es existieren jedoch noch DAN Graduierung über den V. DAN hinaus.
Diese setzen keine technische Steigerung mehr im klassischen Sinne voraus und haben eher den Charakter einer Verleihungszeremonie. Eine formelle Prüfung findet jedoch trotzdem statt. Der Anwärter auf den hohen DAN-Grad zeigt sein Können im Rahmen seiner Schüler.
Das Erlangen dieser Graduierungen setzt neben einer angemessenen Wartezeit und repräsentativer Leistung aber ein besonderes Engagement im Taekwon-Do voraus. Dazu gehören insbesondere überregionale oder internationale Lehrtätigkeit oder sonstige besondere Verdienste um die Verbreitung der Taekwon-Do Kampfkunst. Diese sehr hohen DAN-Grade werden in großen Verbänden auch genutzt, um eine funktionelle Hierarchie unter den Meistern herzustellen.
Im Lehrsystem von Systemgroßmeister Kwon, Jae-Hwa war der 7. DAN die höchste Graduierung dieser Art. Kwon, Jae-Hwa akzeptierte nahm nach Erreichen des 7. DAN im Jahre 1973 keine höhere Graduierung mehr, da er ab diesem Moment sein eigenes System entwickelte.
In den folgenden Jahrzehnten lehnte Kwon immer wieder Angebote der koreanischen Verbände für einen 8. und 9. DAN ab. Da die sportlichen Ziele und Überzeugungen der Verbände sich nicht mit denen von Meister Kwon deckten, kam das für ihn jedoch nicht in Frage. Die Annahme eines solchen Ranges wäre schließlich einer offiziellen Anerkennung der ausstellenden Organisation gleich gekommen.
In den großen Taekwon-Do Verbänden ist der 9. DAN der höchste Grad, der regulär vergeben wird. Dahinter verbirgt sich eine besondere Zahlensymbolik. Die Zahl 9 nicht nur die höchste einstellige Zahl, sie ist auch das Ergebnis von 3 x 3.
Die Weltverbände teilen die DAN Grade daher in drei Ebenen ein. Die erste Ebene ist die der der Meisterschüler mit 1.-3. DAN. Die 4., 5. und 6. DAN gelten als Lehrergrade. Im letzten Drittel befindet sich mit den 7., 8. und 9. DAN die Riege der Großmeister (in Entsprechung einer Professur).
In Korea ist die 3 eine besondere Glückszahl, die Zahl 9 steht dabei für dreifaches Glück. Auch in Europa kennt man die 3 als besondere Zahl, "aller guten Dinge sind 3".
in der Bibel die die 3 die Zahl Gottes.

Eine weitere Symbolik liegt im chinesische Schriftzeichen für "König" (Wang) versteckt. Dieses besteht aus drei übereinander liegenden horizontalen Linien, die in der Mitte mit einer senkrechten verbunden sind. Die Linien stehen dabei symbolisch für Himmel (= "Chon", obere Linie), Mensch (= "In", mittlere Linie) und Erde (= "Ji", untere Linie).
Die senkrechte Linie ist der König, der die drei Elemente eint (der "himmlische Herrscher").
Alle Zahlen, die nach der Zahl 9 kommen, sind aus den Zahlen von 0 bis 9 zusammengesetzt. Bildet man einen Kreis aus allen einstelligen Zahlen, so ist die Eins die erste und die Null die letzte Zahl. Durch die Verknüpfung der ersten (1: "Han") mit der letzten Zahl (0: "Ol"), entsteht die "10" und der Kreis schließt sich. Das Symbol des Kreises ("Enzo") ist in Asien das Symbol der Vollkommenheit. Da die "10" den Zahlenkreis schließt, gilt sie als vollkommene Zahl.

Der 10. Dan steht in den Kampfkünsten für die Vollkommenheit in Technik, Wissen und Charakter. Dieser Grad wird in den großen Dachorganisationen zumeist erst posthum verliehen, sehr selten aber auch schon zu Lebzeiten bei besonders verdienten Ausnahmepersönlichkeiten. Im Weltverband des olympischen Taekwon-Do (WTF) wird dieser Titel dem jeweils amtierenden obersten Präsidenten angeboten, um seine besondere Stellung zu untermauern. Die meisten Amtsinhaber lehnen dieses Angebot jedoch in aller Bescheidenheit ab mit dem Hinweis darauf, dass es schließlich immer jemanden gibt, der noch besser ist. Die Ablehnung dieses Titels zu Lebzeiten ist voll und ganz im Sinne der Taekwon-Do Tugenden. Gerade die Erkenntnis der eigenen Unvollkommenheit zeigt die wahre Größe eines obersten Amtsträgers.
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