DAN KUP
JEDO
JEDO
Anfangs gab es im Taekwon-Do nur die vier Gurtfarben: weiß, blau, rot (braun) und schwarz.
Diese Farben fanden sich traditionell in der Kleidung der Aristokratie und nicht zuletzt auch in der südkoreanische Flagge wieder. Um 1972 wurden die Schülerfarben schließlich um gelb und grün ergänzt, um feinere Abstufungen der Schülergrade zu erlauben.
Die Graduierungs- beziehungsweise Gürtelsysteme in den Kampfsportarten gehen auf den Judo-Pionier Kanō Jigorō zurück, der Anfang des 20 Jahrhunderts als erster farbige Gürtel für seine Schüler verwendete. Dennoch war diese Idee nicht neu. Seit jeher zeigten sowohl in Asien als auch in Europa Kleider- und Gürtelfarben verschiedene Ränge in der höfischen Hierarchie an.
Die Gurtfarben in den Kampfsportarten geben einen Überblick über die zu erwartenden Fähigkeiten und Kenntnisse der Schüler. Der Lehrer erkennt auf einen Blick, welcher Schwierigkeitsgrad für das Training angesetzt werden kann. Zudem ermöglichen die Gurtfarben eine schnelle und zielgerichtete Einteilung bei Lehrgängen, Wettbewerben und Partnerübungen.
Die Aufstellung beim Training wird selbständig nach Gürtelfarben geordnet vorgenommen:
rechts vorne steht der höchste Gurt, links hinten der niedrigste Rang. Bei gleichem Rang wird dem Trainingspartner mit der längeren Erfahrung der Vortritt gelassen.
Indem die höher Graduierten in den vorderen Reihen stehen, kommt ihnen gleichzeitig auch immer eine entsprechend große Vorbildfunktion zu, derer sie sich immer bewusst sein sollten.
Die Gurtfarben sollen schließlich auch als Motivation dienen, dranzubleiben und ein Ziel zu verfolgen. Gerade in den ersten Jahre des Lernens ist man oft überwältigt von den vielen schwierigen Techniken und Aufgaben, die das Taekwondo Training mit sich bringt. Eine bestandene Gurtprüfung ist da oft eine willkommene Bestätigung, dass man sich auf dem richtigen Weg befindet.
Die letzte Gurtfarbe, der begehrte Schwarzgurt, lässt sich schließlich nur durch kontinuierliches Training über einen langen Zeitraum erreichen. Tugenden wie Geduld, Durchhaltevermögen, Ausdauer und Selbstdisziplin müssen dazu unter Beweis gestellt werden.
Um in den Rängen fortzuschreiten, muss der Schüler das erforderliche Können in einer Gürtelprüfung präsentieren können. Bei Bestehen der Prüfung bestätigt der neue Gurt samt der Prüfungsurkunde den Eintritt in die nächste Stufe.
Die Zeitabstände zwischen den einzelnen Prüfungen betragen je nach Stufe zwischen drei Monate und mehrere Jahre. Voraussetzung für die nächste Prüfung ist dabei immer ein regelmäßiges, wöchentliches Training. Um innerhalb der Meisterklassen neue Grade zu erhalten, ist man angehalten, jeweils mehrere Jahre regelmäßig zu trainieren.
Der Gurt (kor.: "Ty") zeigt jedoch nicht nur den aktuellen Ausbildungsstand an. Das Tragen eines Gurtes im Unterricht bringt auch funktionelle und gesundheitliche Vorteile mit sich:
zwei Fingerbreit unter dem Bauchnabel liegt der Körperschwerpunkt, das "Hara" (jap.) bzw. "Ha bog bu" (kor.). Nach Auffassung der Traditonellen Chinesischen Medizin (TCM) und vergleichbarer Lehren wird dort die Lebenskraft (Chi) erneuert und sozusagen gespeichert.
An dieser Stelle und mit dem richtigem Druck gebunden, regt der Gürtel dazu an, den Unterbauch sowie den unteren Rücken permanent unter leichter Spannung zu halten. Dieser konstanten Berührungspunkt, wirkt wie ein haptischer Hinweis, den Unterbauch zu spüren und zu stabilisieren.
Durch leichten Druck erinnert der Gurt daran, den tiefen Bauchmuskel (Transversus abdominis) und das Zwerchfell zu aktivieren. Das verbessert Stabilität und Koordination. Der feste Gurtknoten gibt eine visuelle und fühlbare Mittelachse und verbessert so die Haltung.
Der straff gebundene Gurt hat zudem eine Stützfunktion im Lendenwirbelbereich – ähnlich dem Gürtel, den Gewichtheber zum Schutz vor Verletzungen tragen.
Die Prüfungsordnung unserer Schule sieht 15 Graduierungen vor. Dies sind die 10 KUP-Grade (Farbgurte) und die 5 DAN-Grade (Schwarzgurte).
Die ersten fünf Gurtstufen vom Weiß bis Grün sind die Ränge der Anfänger.
Begonnen wird dabei mit dem ersten Weißgurt, dem 10. Kup. Er wird beim Eintritt in die Schule verliehen, der Lehrer gibt dem neuen Schüler damit einen "Vertrauensvorschuss". Mit der Prüfung zum weiß-gelben Gurt (9. Kup) bestätigt der Schüler schließlich das in ihn gesetzte Vertrauen.
Nach etwas über einem Jahr regelmäßigen Trainings steht man mit der Prüfung zum grün-blauen Gurt (5. KUP) an der Schwelle zu den Fortgeschrittenen.
Auch hier gibt es bis zum rot-schwarzen Gurt (1. Kup) fünf Abstufungen.
Für die Prüfung Schwarzgurt, dem I. DAN, sind ca. fünf Jahre aktive Trainingszeit die Regel. Damit ist der Eintritt in die Meisterklasse geschafft.
Die technischen Meistergrade werden ebenfalls wieder in fünf Ränge unterteilt. Im Durschnitt trainiert ein Schwarzgurt mindestens weitere 20 Jahre aktiv, um die höchste technischen Ebene erreichen zu können, den 5. DAN. Das Ablegen dieser letzten Prüfung markiert den offiziellen Abschluß der Ausbildung unter der Regie des eigenen Lehrers und somit den Übergang zur echten Meisterschaft. Das Erlangen dieser Stufe verpflichtet den Träger, das erworbene Können nach besten Wissen und Gewissen weiterzugeben und die Kampfkunst weiter zu entwickeln.
Höhere DAN Grade werden nicht mehr im klassischen Sinne geprüft, sondern durch den Dachverband bei Vorliegen entsprechender Kriterien verliehen.


Bei den einzelnen Gurtgraden findet Ihr neben den Voraussetzung für die Prüfung nun auch unsere sogenannten PREPCARDS (Vorbereitungskarten) zum Herunterladen und Ausdrucken. Sie unterstützen Euch bei der Vorbereitung Eurer nächsten Prüfung helfen. Sie stellen sicher, dass über konstante Trainingsbesuche vor dem Prüfungstermin eine abrufbar gute Leistung erzielt wird.
Der Weg zu Deiner nächsten Prüfung gestaltet sich wie folgt: nach Absprache mit mir tretet Ihr in die Vorbereitungsphase zur Prüfung ein und führt die PREPCARDS als eine Art „Trainingstagebuch“ mit. So habt Ihr ein konkretes Datum vor Augen, auf das Ihr beständig und fokussiert hinarbeiten könnt.
Viel Erfolg bei der Vorbereitung!
In den Prüfungen wird ein gewisser Sachverstand vorausgesetzt. Insbesondere sollte eine dem anvisierten Gurt entsprechende Terminologie beherrscht werden. In der Welt des Taekwondo gilt nach wie vor koreanisch als maßgebliche Sprache für die Begrifflichkeiten. In den traditionellen Schulen des Taekwondo werden dazu oft alte, chinesisch-stämmige (sog. sino-koreanische) Ausdrücke verwendet.
Unter dem Gurtgrad befindet sich eine Tabelle mit den neuen Begriffen, die mit zur Stufe beherrscht werden sollten. Bereits erlernte Begrifflichkeiten der vorherigen Gurte werden ebenfalls vorausgesetzt.

Um eine Technik eindeutig zu beschreiben, werden die koreanischen Bezeichnungen aneinandergereiht für [Schrittstellung] [ausführender Körperteil] [Höhe der Ausführung] [Seite] [Richtung] [Technikart].
Im Bild: Chongul pakkat-palmok hadan baro pakkuro makki
Die Technik auf dem Bild lässt sich wie folgt eindeutig bestimmen:
Die vollständige Schreibweise der Technik auf dem Bild lautet also
Chongul pakkat-palmok hadan baro pakkuro makki
langestehender / mit der Elle ausgeführter / niedriger / gleichseitiger / nach außen gerichteter / Block
Hierdurch entsteht eine lange, aber zweifelsfreie Begriffskette. Im Unterricht nutzt man zumeist eine verkürzte Form, insbesondere wenn es sich um Basistechniken handelt. Im genannten Beispiel würde man in der Praxis einfach Hadan Makki sagen, weil es sich um die Standardausführung eines "Tiefblock" handelt.
Da die koreanische Darstellung kürzer und griffiger ist, bevorzugen wir diese.
Die ausführende Körperseite bestimmt man mit BARO bzw. BANDAE.
Nur selten wird rechts (oreun) oder links (oen) verwendet.
Man verwendet BARO 바로, wenn die Technik mit der gleichen Körperhälfte ausgeführt wird, die den Körperschwerpunkt trägt. In einem kurzen Schritt (Hugul) wäre die gewichtstragende Seite demnach die hintere, bei einem langen Schritt (Chongul) die vordere.
Umgekehrt verwendet man BANDAE 반대, wenn die Technik mit der anderen, "erleichterten" Seite ausgeführt wird. Im kurzen Schritt (Hugul) wäre die leichte Seite die vordere, im langen Schritt (Chongul) die hintere.
Merke: BARO bedeutet gleichseitig, BANDAE heisst gegensätzlich.
Expertenwissen: Wenn die Stellung der Technik eine 50/50 Gewichtsverteilung mit sich bringt, wie zB die Reiterstellung (Kima), die Parallelstellung (Narani) oder die Diagonalstellung (Sason), werden BARO und BANDAE nicht verwendet. Hier erfolgt dann nur eine Richtungsbezeichnung der Technik, z.B. AP (nach vorne), YOP (zur Seite), etc.
Für die eindeutige Benennung der Fußtechniken sind weniger Begriffe nötig.
Im Bild unten wird die Technik Yop Cha Chirugi gezeigt, also der seitliche Stoßtritt. Von den fünf Grundvarianten des Sidekicks im Taekwondo* stellt diese Ausführungsart den Standard dar. Deshalb bezeichnet man die Technik schlicht als "Yop Chagi" oder Sidekick.
*die fünf seitlichen Tritte im Taekwondo: seitlicher Stoßtritt YOP CHA CHIRUGI, seitlicher Schiebetritt YOP CHA MILGI, seitlicher Beinschwung YOP CHA OLLIGI, seitlicher Durchstichtritt YOP CHA TULKI, seitlicher Stopptritt YOP CHA MUMCHUGI.


Die Farbe der Reinheit eines unbeschriebenen Blatts.
Wer mit dem Tae Kwon Do beginnt, erhält zusammen mit dem Anzug seinen ersten weißen Gurt.
Die Farbe weiß steht in diesem Zusammenhang für den Anfang, die Reinheit.
Makki | Überbegriff für alle Blocktechniken. | |
Kwon | Die Faust. Oberbegriff für alle Handtechniken in Tae Kwon Do. | |
Chagi | Der Fußtritt. Oberbegriff für alle Kicktechniken. | ![]() |

empfohlene Vorbereitung: 30 Trainingseinheiten
(Es gilt die Einschätzung des Lehrers)
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Der grüne Gurt steht für den Sproß, die dem bestellten Boden entspringt und Richtung Sonne zur Pflanze heranwächst. In dieser Phase erweitert man sein technisches Repertoire erheblich.
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Die Pflanze wächst in den Himmel.
Der blaue Gürtel steht für den Himmel und somit sinnbildlich für eine Grenze. Der Schüler muss nun zeigen, dass er in der Lage ist, Höheres anzustreben und auch zu erreichen. Blau deutet auf die Farbe und Weite des Himmels hin und deutet an, daß neben der körperlichen auch eine geistige Entwicklung (Horizonterweiterung) stattgefunden hat, die letztendlich auch zu Höherem befähigt. Im Prüfungsprogramm werden für das Erlangen dieser Stufe zwei 360° Sprünge als Bruchtest verlangt, der Übende zeigt, dass er die Lufthoheit im Taekwon-Do gewonnen hat.
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Farbe der Sonne. Achtung, Vorsicht!
Der rote Gürtel repräsentiert die Sonne, von der schon eine große Kraft ausgeht, dient dem Schüler aber auch als Signal. Er steht nun kurz davor, Meister zu werden, und wird angehalten, sich noch intensiver und ausdauernder mit der Kampfkunst zu beschäftigen. Die Signalfarbe Rot bedeutet "Achtung", hier entsteht etwas Bedeutendes. Der Träger dieser Farbe hält den höchsten Schülergrad.
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Mit dem Erreichen des Schwarzgurtes endet die Ausbildung nicht - sie hat gerade erst richtig begonnen! Was nun zählt, ist die Bereitschaft, sich selbst beständig verbessern zu wollen!
Beim 1. Dan angekommen hat man sich bereits einiges an Wissen und Können angeeignet und das technische Fundament geschaffen für die erfolgreiche Weiterarbeit. Man hat gewissermaßen die Grundausbildung abgeschlossen und ist nun bereit für das tiefergehende Verständnis.
Die Farbgurtstufen (KUP Grade) zählt man demzufolge wie einen Countdown von zehn bis eins rückwärts. Erst ab dem Schwarzgurt werden die Ränge normal aufsteigend gezählt. Man könnte also durchaus sagen: "Mit dem Schwarzgurt geht es erst so richtig los!"
Mit der Prüfung zum Schwarzgurt ist der erste Schritt zu echter Meisterschaft getan. Schwarz vereint alle anderen Farben in sich und ist somit die stärkste von allen. Die Farbe symbolisiert die Autorität, das Wissen und die Erfahrung der Meistergrade. Nach außen hin ist der DAN-Grad in unserer Schule nicht am Gürtel erkennbar, er muss durch das Verhalten und Wissen seines Trägers sichtbar werden.
Träger des 2. DAN haben sich als Träger des Schwarzgurt bewährt und sich ihrer persönlichen Leistungsfähigkeit in Sachen Athletik und Bewegungsvermögen angenähert.
Die ersten beiden DAN Graden stehen im Zeichen der persönliche Entwicklung des Sportlers.
Es gilt, die eigenen Stärken und Schwächen zu erkennen und beständig weiter zu lernen.
Inhaber dieser Gurtstufen werden daher als Meisterschüler bezeichnet. Es müssen noch keine festen repräsentativen Aufgaben übernommen werden. Es gilt, die Pflichten und Sichtweisen des eigenen Lehrers durch genaues Hinschauen und Zuhören kennenzulernen.
Der 2. DAN ist der höchste Gurt für Einzelsportler ohne darüber hinausgehende Verpflichtung.
Mit der Prüfung zum 3. DAN nimmt der Schwarzgurt ein verantwortungsvolle Position innerhalb der Schule ein. Ein 3. DAN zeigt Präsenz und übernimmt bereitwillig Assistenz- und Lehreraufgaben. Durch die langjährige Erfahrung ist es ihm ein leichtes, gekonnt eine Übungsstunde abzuhalten. Ein 3. DAN repräsentiert die Schule und den Lehrstil nach innen und außen und muss innerhalb der Schule stehts als Vorbild für Trainingsfleiß und Einsatz gelten.
Die Prüfung zum 4. DAN bestätigt den Schwarzgurt in seiner Funktion. Sie ehrt den erfahrenen DAN-Träger mit dem Expertenstatus. Alles, was man als Übender wissen muss, ist ihm bekannt. Alle Kenntnisse sind erreicht, die für das eigenständige Unterrichten erforderlich sind. Viele gehen mit dieser Gurtstufe den Weg, eine eigene Schule oder Gruppe zu eröffnen und in die Eigenverantwortlichkeit als Lehrer zu gehen.
Ein bewährter Schulleiter kann schließlich die Prüfung zum 5. DAN ablegen. Er hat bewiesen, dass er mit Struktur und technischem Verstand Anfänger und Fortgeschrittene bis zum Schwarzgurt unterrichten kann. Mit der Prüfung zum 5. DAN beendet man offiziell die Ausbildung bei seinem eigenen Lehrer und ist fortan vollständig verantwortlich für das Gestalten des eigenen Wegs. Träger dieser Stufe unterrichten und traineren für gewöhnlich auf täglicher Basis.
Träger des 5. DAN und aufwärts werden als "Sabum-Nim" angesprochen. Dieser Begriff lässt sich als "vorbildlicher Lehrer" übersetzen. Es hat sich eingebürgert, die Träger dieser hohen Grade als Großmeister zu titulieren. Schwarzgurte bis einschließlich 4. DAN werden mit "Kyosah-Nim" angeredet, übersetzt "Trainer" oder "Coach".
Zwingende Voraussetzung für die Zulassung zur DAN Prüfung ist eine Sichtung und Beurteilung der zu erwartenden Prüfungsleistung durch zwei unabhängige Verbandsschulleiter ab dem 5. DAN.
Das technische Vermögen eines DAN Anwärters wird so im Vorfeld objektiv auf die Vereinbarkeit mit den Qualitätskriterien des Verbandes bewertet. Damit wird ein gleich hohes Leistungsniveau in den Verbandsschulen angestrebt. Das entsprechende Sichtungsformular mit allen weiteren Bestimmungen kann hier heruntergeladen werden.

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Mit dem 5. DAN ist die Ausbildung im traditionellen Taekwon-Do vollständig durchlaufen. Alle technischen und geistigen Fähigkeiten des Taekwon-Do sind beim Träger dieser Stufe umfänglich vorhanden. Charakterlich soll er als Vorbild im Sinne der Kampfkunst gelten.
Der 5. DAN ist üblicherweise ein auf täglicher Basis unterrichtender Lehrer, der Schüler erfolgreich zum Schwarzgurt führen und und auch darüber hinaus ausbilden kann. Sein Titel "Sabeom (사범)", lässt sich am treffendsten mit "Meisterlehrer" oder "vorbildlicher Lehrer" übersetzen.
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Wie im obigen Abschitt ausgeführt, ist mit dem V. DAN ist die technische Ausbildung im traditionellen Taekwon-Do vollständig durchlaufen. Es existieren jedoch noch DAN Graduierung über den V. DAN hinaus.
Diese setzen keine technische Steigerung mehr im klassischen Sinne voraus und haben eher den Charakter einer Verleihungszeremonie. Eine formelle Prüfung findet jedoch trotzdem statt. Der Anwärter auf den hohen DAN-Grad zeigt sein Können im Rahmen seiner Schüler.
Das Erlangen dieser Graduierungen setzt neben einer angemessenen Wartezeit und repräsentativer Leistung aber ein besonderes Engagement im Taekwon-Do voraus. Dazu gehören insbesondere überregionale oder internationale Lehrtätigkeit oder sonstige besondere Verdienste um die Verbreitung der Taekwon-Do Kampfkunst. Diese sehr hohen DAN-Grade werden in großen Verbänden auch genutzt, um eine funktionelle Hierarchie unter den Meistern herzustellen.
Im Lehrsystem von Systemgroßmeister Kwon, Jae-Hwa war der 7. DAN die höchste Graduierung dieser Art. Kwon, Jae-Hwa akzeptierte nahm nach Erreichen des 7. DAN im Jahre 1973 keine höhere Graduierung mehr, da er ab diesem Moment sein eigenes System entwickelte.
In den folgenden Jahrzehnten lehnte Kwon immer wieder Angebote der koreanischen Verbände für einen 8. und 9. DAN ab. Da die sportlichen Ziele und Überzeugungen der Verbände sich nicht mit denen von Meister Kwon deckten, kam das für ihn jedoch nicht in Frage. Die Annahme eines solchen Ranges wäre schließlich einer offiziellen Anerkennung der ausstellenden Organisation gleich gekommen.
In den großen Taekwon-Do Verbänden ist der 9. DAN der höchste Grad, der regulär vergeben wird. Dahinter verbirgt sich eine besondere Zahlensymbolik. Die Zahl 9 nicht nur die höchste einstellige Zahl, sie ist auch das Ergebnis von 3 x 3.
Die Weltverbände teilen die DAN Grade daher in drei Ebenen ein. Die erste Ebene ist die der der Meisterschüler mit 1.-3. DAN. Die 4., 5. und 6. DAN gelten als Lehrergrade. Im letzten Drittel befindet sich mit den 7., 8. und 9. DAN die Riege der Großmeister (in Entsprechung einer Professur).
In Korea ist die 3 eine besondere Glückszahl, die Zahl 9 steht dabei für dreifaches Glück. Auch in Europa kennt man die 3 als besondere Zahl, "aller guten Dinge sind 3".
in der Bibel die die 3 die Zahl Gottes.

Eine weitere Symbolik liegt im chinesische Schriftzeichen für "König" (Wang) versteckt. Dieses besteht aus drei übereinander liegenden horizontalen Linien, die in der Mitte mit einer senkrechten verbunden sind. Die Linien stehen dabei symbolisch für Himmel (= "Chon", obere Linie), Mensch (= "In", mittlere Linie) und Erde (= "Ji", untere Linie).
Die senkrechte Linie ist der König, der die drei Elemente eint (der "himmlische Herrscher").
Alle Zahlen, die nach der Zahl 9 kommen, sind aus den Zahlen von 0 bis 9 zusammengesetzt. Bildet man einen Kreis aus allen einstelligen Zahlen, so ist die Eins die erste und die Null die letzte Zahl. Durch die Verknüpfung der ersten (1: "Han") mit der letzten Zahl (0: "Ol"), entsteht die "10" und der Kreis schließt sich. Das Symbol des Kreises ("Enzo") ist in Asien das Symbol der Vollkommenheit. Da die "10" den Zahlenkreis schließt, gilt sie als vollkommene Zahl.

Der 10. Dan steht in den Kampfkünsten für die Vollkommenheit in Technik, Wissen und Charakter. Dieser Grad wird in den großen Dachorganisationen zumeist erst posthum verliehen, sehr selten aber auch schon zu Lebzeiten bei besonders verdienten Ausnahmepersönlichkeiten. Im Weltverband des olympischen Taekwon-Do (WTF) wird dieser Titel dem jeweils amtierenden obersten Präsidenten angeboten, um seine besondere Stellung zu untermauern. Die meisten Amtsinhaber lehnen dieses Angebot jedoch in aller Bescheidenheit ab mit dem Hinweis darauf, dass es schließlich immer jemanden gibt, der noch besser ist. Die Ablehnung dieses Titels zu Lebzeiten ist voll und ganz im Sinne der Taekwon-Do Tugenden. Gerade die Erkenntnis der eigenen Unvollkommenheit zeigt die wahre Größe eines obersten Amtsträgers.
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