Won-Hyo
WON-HYO HYONG
28 Bewegungen

원효
hangul
Laufmuster "Harte Arbeit"
元曉
hanja
Won-Hyo (617–686)
Won-Hyo (617–686) zählt zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der koreanischen Geschichte. Obwohl die Taekwon-Do Werke ihn meist nur mit dem Satz bedenken, er habe „den Buddhismus 686 n. Chr. in der Silla-Dynastie eingeführt“, wird diese Formulierung seinem tatsächlichen historischen Einfluss kaum gerecht. Der Buddhismus war bereits lange vor Won-Hyos Geburt nach Korea gelangt. Seine eigentliche Leistung bestand darin, die verschiedenen buddhistischen Schulen miteinander zu versöhnen und die Lehre für die breite Bevölkerung verständlich zu machen.
Die Won-Hyo Hyong mit ihren 28 Bewegungen wird traditionell zum Grüngurt erlernt und erinnert an den berühmten Mönch, dessen Wirken das geistige Leben Koreas nachhaltig prägte.
Vom Gelehrten zum Volkslehrer
Won-Hyo wurde im Jahr 617 während der Zeit der Drei Königreiche geboren. Schon in jungen Jahren trat er als buddhistischer Mönch in ein Kloster ein und entwickelte sich zu einem außergewöhnlich begabten Gelehrten. Er studierte zahlreiche buddhistische Lehrtraditionen und verfasste später mehr als 80 Werke, die nicht nur in Korea, sondern auch in China und Japan große Verbreitung fanden. Viele seiner Kommentare gehören bis heute zu den wichtigsten Schriften des ostasiatischen Buddhismus.
Anders als viele seiner Zeitgenossen wollte Won-Hyo jedoch nicht nur Gelehrte erreichen. Er war überzeugt, dass die buddhistische Lehre jedem Menschen offenstehen müsse – unabhängig von Herkunft oder Bildung. Deshalb verließ er schließlich das zurückgezogene Klosterleben und zog als wandernder Lehrer durch das Land. Mit Liedern, Geschichten und einfachen Gleichnissen erklärte er den Menschen philosophische Inhalte, die zuvor fast ausschließlich der gebildeten Oberschicht vorbehalten gewesen waren. Dadurch wurde er zu einer der beliebtesten Persönlichkeiten der koreanischen Kulturgeschichte.

Die Erleuchtung in der Schädelhöhle
aus dem Buch "Die Religionen Koreas" des Niederländischen Professors Dr. Frits Vos
(erschienen 1977, Verlag Kohlhammer, ISBN 3-17-216021-1) "Won-Hyo machte den Buddhismus gemeinverständlich.
Laut Überlieferung pflegte er auf der Straße mit dem Volk zu trinken und zu tanzen, wobei er sich durch das Singen selbstgemachter 'Schlager' religiösen Inhalts begleitete. Berühmt ist die Geschichte von seiner Erleuchtung:
Der junge Won-Hyo reiste mit Uisang (ein weiterer berühmter Mönch) nach China, um den Buddhismus zu studieren. In der Nacht suchten sie eine Herberge, fanden aber nur eine leerstehende Wohnung, in der sie sich zur Ruhe begaben. Mitten in der Nacht erwachte Won-Hyo mit brennendem Durst. Im Zimmer herumtappend fand er zum Glück einen Napf voll herrlich frischem Wasser. Beim Tagesanbruch stellte sich heraus, daß die Priester die Nacht in einer Grabkammer verbracht hatten und daß der Napf ein menschlicher Schädel war.
Angewidert erbrach sich Won-Hyo, aber im selben Augenblick gelangte er zu folgender Einsicht: "Wenn das Bewußtsein entsteht, entstehen die unterschiedenen Phänomene. Wenn das Bewußtsein verschwindet, verschwinden auch die Phänomene. Die drei Welten (die Welt der Begierde - die Welt der Form - die formlose Welt des reinen Geistes) sind nichts anderes als geistige Erkenntnis. Alle Phänomene sind nichts anderes als Bewußtsein."
Ihm war übel geworden, als er durch Wahrnehmung sich dessen bewußt wurde, daß der Napf tatsächlich ein Schädel war; erst dann war seine Unbekümmertheit in Angst umgeschlagen. Gegensätze wie die zwischen Reinheit und Unreinheit, Friede und Unfriede, werden nur vom Bewußtsein gebildet existieren jedoch nicht in Gegenständen an sich.
Er brach die Reise nach China ab, weil ihm bewusst wurde, dass die Wahrheit nicht an einem bestimmten Ort zu finden ist, sondern im eigenen Geist. Diese Geschichte gilt bis heute als eines der bekanntesten Sinnbilder des koreanischen Buddhismus.

Vermächtnis und Bedeutung
Won-Hyo wirkte in einer Zeit tiefgreifender politischer Veränderungen. Kurz nach seinem Tod gelang es dem Königreich Silla, einen großen Teil der koreanischen Halbinsel zu vereinen. Seine Schriften und seine Philosophie trugen wesentlich dazu bei, eine gemeinsame geistige Grundlage für das entstehende Reich zu schaffen.
Besonders bemerkenswert war seine Fähigkeit, scheinbar widersprüchliche Lehrmeinungen miteinander zu verbinden. Anstatt Unterschiede hervorzuheben, suchte er nach dem gemeinsamen Kern aller buddhistischen Schulen. Diese Haltung machte ihn zu einem der einflussreichsten Denker Ostasiens.
Won-Hyo steht für geistige Offenheit, Weisheit und die Suche nach Wahrheit jenseits von Vorurteilen. Seine Hyong erinnert daran, dass wahre Stärke nicht allein aus körperlicher Technik entsteht, sondern ebenso aus Erkenntnis, Mitgefühl und einem klaren Geist.
Erwachen des Geistes
Das Pseudonym Won-Hyo bedeutet übersetzt "aufgehende Sonne" oder "Morgendämmerung". Im Buddhismus ist die Morgendämmerung ein häufiges Sinnbild für das Erwachen des Geistes. Die Dunkelheit steht für Unwissenheit und Verblendung, das erste Licht des Tages für Erkenntnis und Weisheit.
Won-Hyos Name lässt sich deshalb auch symbolisch verstehen als: „Derjenige, der zum ursprünglichen Erwachen führt.“ Diese Interpretation passt hervorragend zu seinem Lebenswerk. Won-Hyo wollte den Buddhismus nicht als komplizierte Gelehrtenlehre bewahren, sondern den Menschen den Weg zur eigenen Erkenntnis eröffnen. Seine berühmte Einsicht nach dem Erlebnis mit dem Schädel und dem Regenwasser, symbolisiert ebenfalls ein solches „Erwachen“.
Won-Hyo war der Ordensname (Dharma-Name) des Volkslehrers, den er als buddhistischer Mönch annahm. Sein ursprünglicher Familienname war Seol (설, 薛). Über seinen persönlichen Vornamen gibt es keine gesicherten historischen Quellen.

| # | Technikbeschreibung | ! | Stellung | ! | koreanische Technikbezeichnung |
| Chariot! | geschlossene Achtungsstellung, Hände liegen an den Seiten an | Moa | Moa Sogi | ||
| Junbi! | geschlossene Vorbereitungsstellung, die linke Hand umschließt die rechte Faust auf Kinnhöhe |
Moa | Moa Junbi Sogi „A“ | ||
| 1 | Zwillingsblock mit beiden Unterarmen in der rechtsgerichteten L-Stellung | hugul | hugul palmok ssang makki | ||
| 2 | hoher Schlag nach innen mit der rechten Handkante in der rechtsgerichteten L-Stellung | hugul | hugul sangdan sudo anuro taerigi | ||
| ☝️ | der vordere Fuß gleitet nach vorne in den festen Stand | ||||
| 3 | mittelhoher Fauststoß mit links in der rechtsgerichteten, festen Stellung | kojong | kojong chungdan chirugi | ||
| ☝️ | der vordere Fuß zieht zum hinteren an, dann mit dem hinteren Fuß weiter | ||||
| 4 | Zwillingsblock mit beiden Unterarmen in der linksgerichteten L-Stellung | hugul | hugul palmok ssang makki | ||
| 5 | hoher Schlag nach innen mit der linken Handkante in der linksgerichteten L-Stellung | hugul | hugul sangdan sudo anuro taerigi | ||
| ☝️ | der vordere Fuß gleitet nach vorne in den festen Stand | ||||
| 6 | mittelhoher Fauststoß mit rechts in der linksgerichteten, festen Stellung | kojong | kojong chungdan chirugi | ||
| ☝️ | der vordere Fuß zieht zum hinteren an, dann mit dem hinteren Fuß weiter | ||||
| 7 | vorbereitende Beugehaltung A mit dem linken Bein | guburyo | guburyo A junbi sogi | ||
| 8 | mittelhoher seitlicher Durchstichtritt mit links | - | chungdan yop cha-jirugi | ||
| 9 | mittelhoher Schutzblock mit beiden Handkanten in der rechtsgerichteten L-Stellung | hugul | hugul chungdan sudo taebi makki | ||
| 10 | mittelhoher Schutzblock mit beiden Handkanten in der linksgerichteten L-Stellung | hugul | hugul chungdan sudo taebi makki | ||
| 11 | mittelhoher Schutzblock mit beiden Handkanten in der rechtsgerichteten L-Stellung | hugul | hugul chungdan sudo taebi makki | ||
| 12 | Stich mit der rechten geraden Speerhand in der rechten Gangstellung | chongul | chongul chonggwansu tulki | ||
| 13 | Zwillingsblock mit beiden Unterarmen in der rechtsgerichteten L-Stellung | hugul | hugul palmok ssang makki | ||
| 14 | hoher Schlag nach innen mit der rechten Handkante in der rechtsgerichteten L-Stellung | hugul | hugul sangdan sudo anuro taerigi | ||
| ☝️ | der vordere Fuß gleitet nach vorne in den festen Stand | ||||
| 15 | mittelhoher Fauststoß mit links in der rechtsgerichteten, festen Stellung | kojong | kojong chungdan chirugi | ||
| ☝️ | der vordere Fuß zieht zum hinteren an, dann mit dem hinteren Fuß weiter | ||||
| 16 | Zwillingsblock mit beiden Unterarmen in der linksgerichteten L-Stellung | hugul | hugul palmok ssang makki | ||
| 17 | hoher Schlag nach innen mit der linken Handkante in der linksgerichteten L-Stellung | hugul | hugul sangdan sudo anuro taerigi | ||
| ☝️ | der vordere Fuß gleitet nach vorne in den festen Stand | ||||
| 18 | mittelhoher Fauststoß mit rechts in der linksgerichteten, festen Stellung | kojong | kojong chungdan chirugi | ||
| ☝️ | der vordere Fuß zieht zum hinteren an, dann mit dem hinteren Fuß weiter | ||||
| 19 | kreisförmiger Block mit der rechten Speiche in der linken Gangstellung | chongul | chongul palmok tollimyo makki | ||
| 20 | frontaler Schnapptritt mit rechts | - | ap cha-pusigi | ||
| 21 | mittelhoher Fauststoß mit dem hinteren, linken Arm in der rechten Gangstellung | chongul | chongul chungdan pandae chirugi | ||
| 22 | kreisförmiger Block mit der linken Speiche in der rechten Gangstellung | chongul | chongul palmok tollimyo makki | ||
| 23 | frontaler Schnapptritt mit links | - | ap cha-pusigi | ||
| 24 | mittelhoher Fauststoß mit dem hinteren, rechten Arm in der linken Gangstellung | chongul | chongul chungdan pandae chirugi | ||
| 25 | vorbereitende Beugehaltung A mit dem rechten Bein | guburyo | guburyo A junbi sogi | ||
| 26 | mittelhoher seitlicher Durchstichtritt mit rechts | - | chungdan yop cha-jirugi | ||
| ☝️ | das Kickbein in halber Schrittlänge auf dem Fußballen nach vorne absetzen | ||||
| 27 | mittelhoher Schutzblock mit beiden Unterarmen in der rechtsgerichteten L-Stellung | hugul | hugul chungdan palmok taebi makki | ||
| ☝️ | der vordere Fuß zieht zum hinteren an, dann mit dem hinteren Fuß weiter | ||||
| 28 | mittelhoher Schutzblock mit beiden Unterarmen in der linksgerichteten L-Stellung | hugul | hugul chungdan palmok taebi makki | ||
| der rechte Fuß zieht zur geschlossenen Stellung heran | |||||
| Baro! | geschlossene Vorbereitungsstellung, die linke Hand umschließt die rechte Faust auf Kinnhöhe |
Moa | Moa Junbi Sogi „A“ | ||
| Chariot! | geschlossene Achtungsstellung, Hände liegen an den Seiten an. | Moa | Moa Sogi | ||
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zum Download, © KWON Kampfkunstschule | kwon-in.de | 05-2024
der original Text aus dem Buch "TAEKWON-DO – the art of self-defence"
by Choi, Hong-Hi (erste englische Ausgabe,1965)
Anm.: der Stand der Hyong im Jahre 1965 ist maßgeblich für die traditionellen Taekwon-Do Stile

erstmals in dieser Form:
| hoher nach innen ausgeführter Schlag mit der Handkante in der L-Stellung |
| mittelhoher Fauststoß in der festen Stellung |
| vorbereitende Beugehaltung A |
| mittelhoher seitlicher Durchstichtritt |
| kreisförmiger Block mit der Speiche in der Gangstellung |
| tiefer frontaler Schnapptritt |
| mittelhoher Schutzblock mit beiden Unterarmen in der L-Stellung |
alle Techniken in dieser Form:
| Zwillingsblock mit beiden Unterarmen in der L-Stellung |
| hoher nach innen ausgeführter Schlag mit der Handkante in der L-Stellung |
| mittelhoher Fauststoß in der festen Stellung |
| vorbereitende Beugehaltung A |
| mittelhoher seitlicher Durchstichtritt |
| mittelhoher Schutzblock mit beiden Handkanten in der L-Stellung |
| Stich mit der geraden Speerhand in der Gangstellung |
| kreisförmiger Block mit der Speiche in der Gangstellung |
| tiefer frontaler Schnapptritt |
| mittelhoher Fauststoß mit dem hinteren Arm in der Gangstellung |
| mittelhoher Schutzblock mit beiden Unterarmen in der L-Stellung |
Geschlossene Vorbereitungshaltung Moa Sogi Typ A
Karin Schneider, KWON Kampfkunstschule
John Chung, Formenchampion USA, 1980er Jahre
