Alle Kicks (A-Z)
Ap Cha Busigi | Frontschnapptritt. | zum Tritt |
Ap Pandaetollyo Chagi | Der frontale Fersentritt. | zum Tritt |
Ap Tollyo Chagi | Front-Rundtritt. | zum Tritt |
Apcha Chirugi | Frontaler Durchstoßtritt. | zum Tritt |
Apcha Milgi | frontaler Schiebetritt. | zum Tritt |
Apcha Momchugi | frontaler Stopptritt. | zum Tritt |
Apcha Olligi | Frontaler Fußaufschwung. | zum Tritt |
Apcha Tulki | frontaler Stichtritt. | zum Tritt |
Apchagi | Der Vorwärtstritt. | zum Tritt |
Baldeung Chagi | der Spanntritt. | zum Tritt |
Bandal Chagi | abfangender Einwärtstritt. Halbmondtritt. | zum Tritt |
Cha Bapki | Stampftritt. | zum Tritt |
Chagi | Der Fußtritt. Oberbegriff für alle Kicktechniken. | zum Tritt |
Doro Chagi | Der Wellentritt. | zum Tritt |
Duro Gamyo Chagi | Skip-Kick. Übersprungener Tritt. | zum Tritt |
Dwit Cha Busigi | Rückwärtiger Schnapptritt. | zum Tritt |
Dwit Chagi | Rückwärtstritt. Back Kick. | zum Tritt |
Dwitcha Milgi | Rückwärts-Schiebetritt. | zum Tritt |
Gokaeng-I Chagi | Der Spitzhackentritt. | zum Tritt |
Goro Chagi | Fußhaken. Tackling Kick. | zum Tritt |
Gyeot Chagi | Seitschlagtritt. | zum Tritt |
Haxekick | Hybridtechnik für das Sparring. | zum Tritt |
Huryo Chagi | Der Peitschentritt. | zum Tritt |
Jigeau Chagi | Der gerade Tritt. | zum Tritt |
Jirumyo Chagi | Tritt mit Fauststoß. | zum Tritt |
Kolchyo Chagi | Hakenförmiger Abfangtritt. | zum Tritt |
Mureup Chagi | Der Kniestoß. | zum Tritt |
Naeryo Chagi | Abwärtstritt. Axttritt. | zum Tritt |
Nullo Chagi | Presstritt. | zum Tritt |
Ollyo Chagi | Aufwärtstritt mit dem Knie. | zum Tritt |
Pandaetollyo Chagi | Der Fersdrehschlag. | zum Tritt |
Pandaetollyo Goro Chagi | Fersehakentritt. | zum Tritt |
Peet Chagi | Schräger Tritt. Diagonaltritt. | zum Tritt |
Pihamyo Chagi | Der Ausweichtritt. | zum Tritt |
Pituro Chagi | Gewundener Tritt. | zum Tritt |
Sewo Chagi | Vertikaler Tritt. | zum Tritt |
Suroh Chagi | Der Fegetritt. | zum Tritt |
Tollyo Chagi | Der runde Tritt. Roundhousekick. | zum Tritt |
Tora Yop Chagi | Seitlicher Fußstoß aus der Rückwärtsdrehung | zum Tritt |
Twimyo Chagi | Der Sprungtritt. | zum Tritt |
Yop Ap Chagi | Seitlicher Frontschnapptritt. | zum Tritt |
Yop Naeryo Chagi | Seitlicher Abwärtstritt. | zum Tritt |
Yop Tollyo Chagi | Seitlicher runder Tritt. | zum Tritt |
Yopcha Chirugi | Seitlicher Stoßtritt. | zum Tritt |
Yopcha Milgi | seitlicher Pushkick. | zum Tritt |
Yopcha Momchugi | seitlicher Stopptritt. | zum Tritt |
Yopcha Olligi | Seitlicher Fußaufschwung. | zum Tritt |
Yopcha Tulki | Seitlicher Stichtritt. | zum Tritt |
Yopchagi | Der seitliche Tritt. | zum Tritt |
Chagi
Der Fußtritt. Oberbegriff für alle Kicktechniken.
Allgemeine Prinzipien für alle Tritte
- Die Federkraft des Knies des Standbeins muss stets maximal genutzt werden.
- Um für die nächste Bewegung bereit zu sein und um zu verhindern, dass das Bein gegriffen wird, muss der tretende Fuß – mit wenigen Ausnahmen – unmittelbar nach dem Tritt zurückgezogen werden.
- Im Moment des Treffers wird das Körpergewicht auf das tretende Bein verlagert und anschließend wieder auf das Standbein zurückgeführt.
- Das Standbein muss jederzeit eine stabile Stellung gewährleisten.
- Sobald der auszuführende Tritt festgelegt ist, muss der Körper entsprechend auf das Ziel ausgerichtet werden.
- Das Standbein darf sich im Moment des Aufpralls nicht drehen.
- Die Ferse des Standfußes darf im Moment des Aufpralls niemals angehoben werden.
- Das Knie des Standbeins sollte beim Auftreffen leicht gebeugt sein, um das Gleichgewicht zu erhalten. Eine Ausnahme bildet der Drucktritt (Pressing Kick).
- Distanz und Treffpunkt müssen exakt berechnet werden. Der Tritt muss angepasst werden, wenn sich der Gegner zu nahe oder zu weit entfernt befindet.
- Mit wenigen Ausnahmen sollte jede Bewegung mit einer kurzen Rückwärtsbewegung beginnen, um Schwung zu erzeugen und dadurch Masse und Geschwindigkeit zu erhöhen.

Apchagi
Der Vorwärtstritt.
Überbegriff für die sieben fontalen Tritte im Taekwon-Do. Dies sind die fünf Angriffstritte Ap Cha Busigi (Frontschnapptritt), Apcha Chirugi (frontaler Durchstoßtritt), Apcha Tulki (frontaler Stichtritt), Apcha Milgi (frontaler Schiebetritt), Yop Ap Chagi (seitlicher Frontschnapptritt) sowie die zwei Verteidigungstechniken Apcha Momchugi (frontaler Stopptritt) und Apcha Olligi (frontaler Fußaufschwung).
Standardmäßig ist mit der Bezeichnung Ap Chagi der frontale Schnapptritt (Apcha Busigi) gemeint.
andere Schreibweisen: 앞차기, Frontkick, frontaler Tritt
Ap Cha Busigi
Frontschnapptritt.
Der Schnapptritt ist die Standardversion des frontalen Tritts. Spricht man kurz nur von einem Apchagi (Vorwärtstritt) ist standardmäßig die Schnappvariante gemeint.
Im Gegensatz zu einem schiebenden (Apcha Milgi), schwingenden (Apcha Olligi) oder stechenden (Apcha Tulki) Vorwärtstritt liegt der Fokus hier auf einer peitschenartigen Schnappbewegung.
Ausführungshinweise:
Das Knie wird explosiv nach vorne-oben gezogen, idealerweise höher als die eigene Hüfte. Die Ferse bleibt dabei dicht am Gesäß. Aus dieser angewinkelten Position schnappt der Unterschenkel explosiv nach vorne. Getroffen wird mit dem Fußballen, weshalb die Zehen bereits beim Hochziehen aktiv nach hinten gezogen werden müssen. Direkt nach dem Auftreffen bzw. Vollenden des Tritts wird das Bein blitzschnell wieder angewinkelt und zurückgezogen.Der tretende Fuß muss unmittelbar nach dem Tritt zurückgezogen und wieder auf den Boden gesetzt werden.
Im Unterschied zum seitlich ausgerichteten Yobap Chagi zeigen die Zehen des Standfußes in der voll frontalen Standardvariante im Moment des Auftreffens nach vorne. Der Standfuß darf während des gesamten Tritts also nicht gedreht werden, das Becken bleibt fontal nach vorne ausgerichtet.
Apcha Chirugi
Frontaler Durchstoßtritt.
Die Technik des frontalen Durchstoßtritts (Apcha Chirugi) ist in der ITF Primärliteratur nicht etabliert.
Apcha Chirugi bezeichnet einen geradlinigen Stoßtritt nach vorn. Im Unterschied zum schnappenden Apcha Busigi wird die Kraft in einer durchdringenden Vorwärtsbewegung übertragen. Die Ausführungshöhe ist in der Hauptsache der Bauch- oder Brustbereich.
Beim frontalen Durchstoßtritt wird das Knie gerade vor die Brust gezogen, bevor das Bein frontal nach vorne zum Gegner gestoßen wird.
Der Tritt muss sehr schnell erfolgen. Die Hüfte schiebt zwar nach vorne, aber der Standfuß dreht sich nur minimal (ca. 45 Grad). Der Oberkörper bleibt aufrecht.
Die Art der Ausführung entspricht dem aus dem Thaiboxen bekannten "Teep". Im Muay Thai wird mit dieser Technik der Fußballen wie ein Speer in den Bauch des Gegners gerammt (Teep Trong). Das schiebt den Gegner nicht nur weg, sondern verursacht einen punktuelle Belastungsschmerz.
Abgrenzung
Der Apcha Milgi (frontaler Schiebetritt) und der Apcha Chirugi (frontaler Durchstoßtritt, "Teep" im Muay Thai) sind sich auf den ersten Blick optisch sehr ähnlich.
Ap Cha Milgi bezeichnet den frontal ausgeführten Schiebetritt, bei dem die Kraft weniger schnappend, sondern vor allem durch Körpergewicht und Vorwärtsdruck übertragen wird.
Der Apcha Chirugi (frontaler Durchstoßtritt) hingegen hat eine durchdringende Wirkung. Er verursacht eine konzentrierte Trefferenergie mit hoher Durchschlagkraft und zerstörender Wirkung.
Apcha Tulki
frontaler Stichtritt.
Die Technik des frontalen Stichtritts (Ap Cha Tulki) ist in der ITF Primärliteratur nicht etabliert.
Ap Cha Tulki bezeichnet einen geradlinigen Stichtritt nach vorn. Im Unterschied zum schnappenden Apcha Busigi wird der Tritt in einer linearen Bewegung nach vorne gestochen. Die Kraft wird also in einer Vorwärtsbewegung übertragen.
Damit ähnelt die Technik dem frontalen Durchstoßtritt (Apcha Chirugi), der jedoch durchdringender ausgeführt wird und mit zerstörerischer Wirkung das Ziel durchstößt.
Dahingegen wirkt die Kraft des frontalen Stichtritts (Apcha Tulki) "auf der Stelle" ein. Der Tritt endet somit auf der Zielregion und gibt die Kraft oberflächlicher ab. Mit dem Stichtritt wird vermehrt der Hals- und Kopfbereich angegriffen, seltener der Brustbereich.
Der frontale Stichtritt ist weniger aggressiv und zerstörerisch als der frontale Durchstoßtritt (Apcha Chirugi), der sich auch vermehrt gegen den Bauch- und Brustbereich richtet. Gegen den Kopf gerichtet würde letzterer sehr schweren Schaden beim Gegner verursachen.
Die Ausführungsweise ist bei Apcha Chirugi und bei Apcha Tulki identisch. Der Unterschied liegt in der beabsichtigten Trefferwirkung.
Das Knie wird gerade vor die Brust gezogen, bevor das Bein linear nach vorne zum Gegner gestoßen bzw. gestochen wird. Die Hüfte schiebt nach vorne, der Standfuß dreht sich um ca. 45 Grad.
Bei hohen Angriffszielen wird der Oberkörper nach hinten geneigt, bleibt aber ansonsten aufrecht.
Apcha Milgi
frontaler Schiebetritt.
Ap Cha Milgi bezeichnet den frontal ausgeführten Schiebetritt, bei dem die Kraft weniger schnappend, sondern vor allem durch Körpergewicht und Vorwärtsdruck übertragen wird.
Während der klassische Ap Chagi ein peitschender Schnapptritt ist, der den Gegner durch Schnelligkeit verletzen soll, nutzt der Apcha Milgi (Miro Ap Chagi im WT) das eigene Körpergewicht und eine lineare Stoßbewegung, um den Gegner physisch wegzuschieben und Distanz zu schaffen.
Interessanterweise findet der Front Pushing Kick in der Terminologie der ITF Schulen keine Erwähnung. Diese Technik wird in keiner offiziellen Publikation erwähnt.
Der offensive Pushing Kick ist unbedingt zu unterscheiden vom Apcha Momchugi, dem frontalen Abfangtritt. Letzterer wird ausschließlich abstoppend und damit defensiv genutzt.
Ausführung des Front Pushing Kicks
Das Knie des Trittbeins wird extrem hoch und eng vor die Brust gezogen. Je höher das Knie in der Ausgangslage ist, desto linearer und waagerechter kann das Bein nach vorne gestoßen werden. Der Oberschenkel liegt in dem Moment quasi am Oberkörper an.
Anders als beim Schnapptritt klappt das Bein nicht einfach nur im Kniegelenk auf. Vielmehr wird die gesamte Hüfte und das Becken aktiv nach vorne in Richtung des Ziels geschoben. Erst durch den Hüfteinsatz bekommt der Tritt seine schiebende Masse. Man tritt nicht "aus dem Bein", sondern setzt das gesamtes Körpergewicht hinter den Stoß. Das Standbein bleibt dabei leicht gebeugt. Der Standfuß dreht sich dabei nach außen (45 bis 90 Grad), um die Hüfte zu öffnen und Stabilität zu geben.
Das Ziel wird mit der gesamten flachen Fußsohle (Balbadak) oder der Ferse (Dwitchuk) getroffen. Die Zehen werden dabei aktiv nach hinten gezogen. Der Fuß setzt auf dem gegnerischen Oberkörper (meist Solarplexus oder Bauch) auf, und die Streckung von Knie und Hüfte wird durchgezogen, um den Gegner kontrolliert nach hinten wegzukatapultieren.
Nach dem Treffer wird das Knie wieder aktiv zur Brust zurückgezogen, bevor der Fuß kontrolliert absetzt. Das schützt davor, dass der Gegner den Fuß abfängt oder der Ausführende nach vorne in den Gegner hineinfällt, falls dieser ausweicht.
Abgrenzung zum Apcha Chirugi ("Teep")
Der Apcha Milgi und der Apcha Chirugi (frontaler Durchstoßtritt, "Teep" im Muay Thai) sind sich auf den ersten Blick optisch sehr ähnlich.
Auch beim Teep wird das Knie gerade vor die Brust gezogen, bevor das Bein frontal nach vorne zum Gegner schnellt.
Es gibt jedoch entscheidend Unterschiede in der Biomechanik, der Deckung und dem taktischen Nutzen.
Der Apcha Milgi ist ein Körpergewichts-Schubtritt, der auf maximale Distanzgewinnung und Linienblockade ausgelegt ist. Der Teep (links im Bild) wird dagegen wie ein Stich eingesetzt.
Beim Apcha Milgi soll die Reichweite maximiert werden, indem der Standfuß oft stark (bis zu 90 Grad) nach außen gedreht wird. Dadurch kann die Hüfte weit nach vorne geschoben werden. Der Oberkörper lehnt sich als Gegengewicht nach hinten.
Apcha Milgi will den Gegner flächig wegschieben. Deshalb nutzt man die ganze Fußsohle oder die harte Ferse, um den Stoß fließend durchzuziehen.
Der Apcha Chirugi (frontaler Durchstoßtritt) hingegen hat eine durchdringende Wirkung. Er verursacht eine konzentrierte Trefferenergie mit hoher Durchschlagkraft und zerstörender Wirkung.
Apcha Momchugi
frontaler Stopptritt.
Der vorwärts gerichtete Stopptritt wird eingesetzt, um einen herannahenden Gegner in seiner Vorwärtsbewegung zu stoppen.
Das Knie des tretenden Beins gerade nach oben hoch vor die Brust gezogen. Anders als beim Apcha Busigi (frontaler Schnapptritt) erfolgt nun keine Schnappbewegung nach vorne. Vielmehr wird die Hüfte nach vorne geschoben und die Fußsohle nimmt in einer waagerechten Bewegung Kontakt zum Gegner auf. Getroffen wird mit der Ferse (Dwitchook) oder der gesamten Fußsohle (Balbadak). Die Verwendung der Fußsohle verhilft dem frontalen Stopptritt zu maximaler Fläche und Druckmasse.
Um bei diesem Block nicht selbst nach hinten umgeworfen zu werden, muss das Standbein leicht gebeugt und fest im Boden verankert sein. Aus demselben Grund wird das tretende Bein beim Kontakt nicht vollständig durchgestreckt, sondern bleibt leicht angewinkelt.
Der Oberkörper wird nur minimal zurückgelehnt, um das Gleichgewicht zu halten, während man den Fuß einen kurzen Moment auf dem Ziel fixiert, um die gegnerische Dynamik komplett zu brechen.
Abgrenzung zum Front Pushing Kick
Der frontale Stopptritt (Apcha Momchugi) dient einzig und allein der Verteidigung und erzeugt keine Angriffskraft. Damit wird ein sich nähernder Gegner aprubt gestoppt..
Das unterscheidet die Technik vom offensiven Apcha Milgi, dem frontalen Push Kick (auch oft Miro Apchagi genannt). Letztgenannter erzeugt als Angriffstritt eine starke Stoßwirkung, die den Gegner attackiert bzw. kontert.
Yop Ap Chagi
Seitlicher Frontschnapptritt.
Sowohl das Prinzip als auch die Ausführung des Tritts entsprechen dem Frontschnapptritt, mit der Ausnahme, dass der Körper im Moment des Auftreffens halb zum Gegner ausgerichtet ist.
Der Standfuß dreht sich dabei in eine natürliche, leicht auswärts gerichtete Position. Das Bein wird nach dem Treffer explosiv und auf direktem Weg wieder zurückgezogen (Snap), um ein Abfangen des Beins durch den Gegner zu verhindern.
ein Beispiel für diese Technik findet sich am Anfang der Jung-Gun Hyong.
andere Schreibweisen: 옆앞차부수기. Side Front Snap Kick, Yobap Cha Busigi
Apcha Olligi
Frontaler Fußaufschwung.
Der frontale Fußaufschwung ist eine grundlegende Dehn- und Blocktechnik. Der Einsatzzweck ist es, einen ankommenden Tritt abzuwehren. Gleichzeitig lehrt diese Technik, die Schwungbewegung des Beines zu kontrollieren, und entwickelt grundlegende Kraft und Beweglichkeit im Unterkörper.
Das Schwungbein ist dabei nach oben zu ziehen, wobei das Knie von Anfang bis zum Ende durchgestreckt bleibt. Das gesamte Bein schwingt in einer gleichmäßigen, flüssigen Bewegung nach oben. Die Zehen werden dabei zurückgezogen, sodass mit dem Fußballen (Apkumchi) getroffen oder geblockt wird. Der Standfuß sollte dabei möglichst mit der ganzen Sohle fest am Boden bleiben für maximale Standfestigkeit und Entwicklung von Flexibilität.
Im Training wird der Tritt hauptsächlich aus der Gangstellung (chongul) geübt. Diese Stellung unterstützt den Aufbau von Muskelkraft und bietet eine stabile Basis, um das Bein senkrecht nach oben zu führen.

Yopchagi
Der seitliche Tritt.
Überbegriff für die sechs seitlichen Tritte im Taekwon-Do. Die sechs seitlichen Tritte lassen sich unterteilen in die vier Angriffstritte Yopcha Chirugi (seitlicher Durchstoßtritt), Yopcha Tulki (seitlicher Stichtritt), Yopcha Milgi (seitlicher Schiebetritt), Tora Yop Chagi (gedrehter seitlicher Tritt) sowie die zwei Verteidigungstechniken Yopcha Momchugi (seitlicher Stopptritt) und Yopcha Olligi (seitlicher Fußaufschwung).
Standardmäßig ist mit der Bezeichnung Yop Chagi der seitliche Durchstoßtritt gemeint.
andere Schreibweisen: 옆차기, Sidekick, Seitkick
Yopcha Chirugi
Seitlicher Stoßtritt.
Die Auftrefffläche des seitlichen Sttoßtritts ist der Fersenanteil des Fußschwerts (Chokdo).
Zu beachtende Grundprinzipien
1. Der Fuß erreicht das Ziel auf gerader Linie.
2. Der Fuß wird dabei in das Ziels "hineingeschraubt" wie es auch bei einem geraden Fauststoß (Chirugi) der Fall ist.
3. Die Ferse ist beim Auftreten etwas höher als die Zehen.
4. Das Knie wird zunächst senkrecht nach oben gebracht.
5. Danach wird das Knie oberhalb der Hüfte eng nach innen herangezogen (Bild rechts) und so zum Ansatz gebracht. Der Standfuß wird dabei schon um 75° in die endgültige Kickposition nach hinten ausgedreht.
6. Ein Zurücklehnen des Oberkörpers erfolgt nur insoweit als es für die Tritthöhe unbedingt erforderlich ist.
7. Nach dem Tritt wird das Bein wieder in die Ansatzposition (Punkt 5, Bild rechts) zurückgeholt.
Übungshinweis: Zur Erhöhung der Stabilität kann insbesondere in den Basisübungen gleichzeitig ein hoher Fauststoß auf der tretenden Seite ausgeführt werden.
Yopcha Olligi
Seitlicher Fußaufschwung.
Der Seitliche Fußaufschwung ist eine fundamentale Schwung- und Dehnübung. Ähnlich wie der frontale Fußschwung dient er primär dem Muskelaufbau, der dynamischen Flexibilität der Hüfte und der Vorbereitung auf kraftvolle Seitwärtstritte wie den Yop Chagi.
Der Tritt wird komplett gestreckt zur Seite nach oben geschwungen. Anders als beim normalen Seitwärtstritt (Yop Chagi) wird das Knie hierbei nicht angewinkelt oder geschnappt, sondern das Bein bewegt sich durchgestreckt und linear nach oben. Als theoretische Trefferfläche (z. B. zum Abwehren eines Angriffs) wird die Außenkante des Fußes verwendet (chokdo).
Um die maximale Höhe zu erreichen, dreht sich der Standfuß während des Schwungs um fast 180 Grad nach hinten. Der Oberkörper kann sich dabei zur Gegenseite neigen, um das Gleichgewicht zu halten. Der Standfuß soll beim nach oben Ziehen des Beins möglichst mit der ganzen Sohle am Boden bleiben.
Der Yopcha Olligi wird meistens aus einer seitlichen Stellung heraus ausgeführt. Die Reiterstellung (kima) oder Diagonalstellung (sason) bieten sich hier bei an. Die Technik dient fast ausschließlich der Entwicklung der Sehnen- und Hüftflexibilität sowie der Stärkung der seitlichen Rumpf- und Gesäßmuskulatur.
Yopcha Tulki
Seitlicher Stichtritt.
Der seitliche Stichtritt ist eine Variante des seitlichen Stoßtritts. Einer der wesentlichen Vorteile dieser Technik besteht darin, die Vorderseite des Gegners auch auf größere Distanz wirkungsvoll angreifen zu können.
Während der bekannte Yopcha Jirugi (seitlicher Stoßtritt) eine extrem kraftvolle Dynamik besitzt, gleicht die Bewegung beim Tulki eher einem präzisen Stich. Die Hüfte wird oft etwas anders eingesetzt, und der Kick wird extrem geradlinig und scharf ins Ziel geschnellt, um Schwachpunkte zu treffen. Die Bewegung ist durch die konzentrierte Trefferfläche und die Verlängerung der Fußposition durchdringender als beim seitlichen Stoßtritt (Yopcha Chirugi).
Als Angriffswerkzeug dient dabei der Fußballen (Ap Kumchi). Dieser bewegt sich nahezu geradlinig zum Ziel und führt dabei nur eine minimale Rotationsbewegung aus. Im Moment des Auftreffens muss der Fußballen senkrecht auf das Ziel ausgerichtet sein, während das Sprunggelenk vollständig gestreckt ist.
Yopcha Milgi
seitlicher Pushkick.
Charakteristisch für diese Technik ist das Wegschieben des Gegners. Der seitliche Schiebetritt nutzt in erster Linie Körpergewicht beziehungsweise Masse, nicht aber Beschleunigung und Explosivkraft. Dadurch entsteht keine durchdringende Stoßwirkung. Der Zweck des schiebenden Sidekicks ist das Schaffen von Distanz zum Gegner, nicht das Anrichten von Schaden.
Im Gegensatz zur stoßenden Variante "Yopcha Chirugi" wird das Ziel hierbei also gerade nicht ruckartig getroffen, sondern das Bein wird kraftvoll nach vorne bzw. zur Seite geschoben, um den Gegner wegzudrücken.
Der Seitwärtsschubtritt wird immer seitlich zum Gegner ausgeführt, also aus einer Parallelstellung, Sitzstellung oder Diagonalstellung, und häufig mit einem Kreuzschritt. Der Tritt wird oft mit einem vorherigen kreuzweisen Umsetzen kombiniert. Da dieser Tritt zum Schieben verwendet wird, wird der „natürliche schnelle Rückzug des tretenden Fußes weniger wichtig“ (ITF Enzyklopädie, Band 4, S. 38).
Sobald der Fuß den Gegner berührt, sollte man bewusst schieben und dabei sowohl das Standbein als auch das tretende Bein einsetzen, um nach vorne Druck aufzubauen. Wichtig ist, die eigene Körpermasse in den Tritt hineinzulehnen, während man den Gegner wegdrückt. Man trifft Fußaußenkante (Chokdo) oder der Fußsohle, um den Gegner kontrolliert auf Distanz zu halten oder aus dem Gleichgewicht zu bringen.
Im WT Taekwondo (Kukkiwon) bezeichnet man Push Kicks als Miro chagi. Man unterscheidet dort zwischen dem Miro Apchagi (Pushing Front Kick, 밀어 앞차기) und dem Miro Yopchagi (Pushing Side Kick, 밀어 옆차기).
Yopcha Momchugi
seitlicher Stopptritt.
Der seitliche Stopptritt gehört zu den defensiven Tritttechniken.
Er wird primär dazu eingesetzt, den sich nähernden Gegner aktiv zu blockieren und auszubremsen.
Der Tritt wird wie ein klassischer Seitwärtstritt (Yop Chagi) vorbereitet, indem das Knie hoch zur Brust gezogen und die Hüfte eingedreht wird. Statt jedoch explosiv durchzuziehen, wird das Bein kontrolliert in einer leichten bogenförmigen Abwärtsbewegung zum Gegner gebracht, um ihn am Vorankommen zu hindern. Getroffen bzw. blockiert wird mit der Fußaußenkante (Balkal) oder der gesamten Fußsohle.
Um bei diesem Block nicht selbst nach hinten umgeworfen zu werden, muss das Standbein leicht gebeugt und fest im Boden verankert sein. Der Oberkörper wird nur minimal zurückgelehnt, um das Gleichgewicht zu halten, während man den Fuß einen kurzen Moment auf dem Ziel fixiert, um die gegnerische Dynamik komplett zu brechen.
Abgrenzung zum "Cut Kick" im WT-Stil
Ein Cut-Kick (WT) und der hier dargestellte Side Checking Kick sind nicht dasselbe. Obwohl beide Begriffe im Englischen oft als "Check Kick" (Blocktritt) übersetzt werden und das Ziel verfolgen, Distanz zu wahren, unterscheiden sie sich in ihrer Absicht und ihrer Biomechanik.
Der Side Checking Kick ist eine traditionelle, schwere Defensivtechnik. Wie oben dargestellt, blockiert er Angriffe und stoppt sie mauernd ab. Der Side Checking Kick ist eine traditionelle, schwere Defensivtechnik des ITF-Stils. Die Dynamik ist dabei eher starr und kraftvoll. Das Fußschwert trifft dabei die Beine, Knie oder Hüfte des Gegners. Nach dem Kontakt verweilt der Tritt kurzzeitig aktiv auf dem Ziel ("Einfrieren"). Das Ziel des Momchugi ist es nicht, Punkte zu erzielen, sondern den gegnerischen Vorwärtsdrang physisch komplett zu stoppen. Das Standbein bleibt tief im Boden verankert.
Anders verhält es sich beim "Cut Kick" (WT Sport-Variante). Dieser Tritt wird im Kontaktkampf eingesetzt, um Punkte zu erzielen und den Rhythmus des Gegners zu stören. Der Tritt muss dazu extrem schnell, leicht und peitschend sein. Es trifft dabei die gesamte Fußsohle den Rumpf des Gegners (Kampfweste). Dabei erfolgt nur ein kurzer, schneller Kontakt. Das vordere Bein wird dazu abrupt angehoben und man schiebt sich mit dem hinteren Bein leicht nach vorne (Skip oder Slide). Es geht hauptsächlich um das Erzielen eines Punktetreffers oder das Vorbereiten (Set-Up) einer Folgetechnik. Für einen Wirkungstreffer fehlt dem Tritt die Masse.
Tora Yop Chagi
Seitlicher Fußstoß aus der Rückwärtsdrehung
Der Tora Yop Chagi (Spinning Side Kick) gehört aufgrund der Rotation und der Verwendung der großen Muskelgruppen von Gesäß und Oberschenkeln zu den stärkeren Tritttechniken.
Abgrenzung zum Dwit Chagi
Der Tora Yop Chagi hingegen beschreibt hingegen einen seitlichen Tritt aus der Drehung. Obwohl beide Kicks mit einer Rückwärtsdrehung über den Rücken eingeleitet werden, unterscheiden sie sich in ihrer biomechanischen Endphase fundamental.
Die beiden Tritte unterscheiden sich schon im Ansatz. Während der Dwitchagi das Knie eng unter dem Körper nach hinten führt, wird es beim Tora Yop Chagi schon im Ansatz seitlich vor die Brust hochgezogen (Bild links).
Der Tora Yop Chagi erfolgt also über ein separate Hüftdrehung, nach deren Stopp das Bein seitlich ausgestreckt wird. Dadurch ist der Fuß beim Auftreffen komplett horizontal zur Seite gedreht, da Bein bildet eine Linie mit Oberkörper. Die Trefferfläche ist das Fußschwert.
Wähend beim Dwit Chagi die Fersensohle den Tritt anführt, ist beim Tora Yop Chagi die Fußkante (chokdo) in der Pflicht. Der Tora Yop-chagi öffnet dabei die Hüfte komplett und generiert damit eine höhere Reichweite. Auch lassen sich damit höhere Ziele besser erreichen. Der Dwit Chagi bleibt kompakt und zielt zumeist auf den Rumpf (Momtong).
Dwit Chagi
Rückwärtstritt. Back Kick.
Der Rückwärtstritt ist eine der kraftvollsten Techniken, da sie die großen Muskelgruppen von Gesäß und Oberschenkeln nutzt. Oft erfolgt der Tritt aus einem vorherigen Umdrehen, so dass man mit dem Rücken zum Gegner steht. Die Umdrehung erhöht gleichzeitig die Durchschlagkraft.
Alternativ kann der Tritt auch ohne Drehung direkt nach hinten ausgeführt werden, wenn sich der Gegner von hinten nähert. Der Blick geht dabei über die Schulter der tretenden Seite. Das tretende Bein wird geradlinig und explosiv nach hinten ausgestoßen, Getroffen wird idealerweise mit der Ferse (dwichook) oder der gesamten Fußsohle. Oft wird diese Technik als Kontertechnik eingesetzt.
Die offizielle Bezeichnung für den Rückwärtstritt ist Dwit-chagi (뒤차기). In der ITF nutzt man den präziseren Begriff Dwitcha-jirugi (뒤차 지르기), wobei das Jirugi (Stoßen) die geradlinige, durchschlagende Natur der Technik betont.
Abgrenzung zum Tora Yop Chagi
Per Begriffsdefinition erfolgt der Dwit Chagi streng nach hinten, der Gegner kann nur über einen Schulterblick fixiert werden. Der Dwit Chagi ähnelt damit dem Tritt eines Pferdes. Die Bahn des Trittes ist linear. Das Knie des tretenden Beines passiert das Standbein in unmittelbarer Nähe, das Becken zeigt komplett nach unten. Beim Auftreffen zeigen die Zehen standardmäßig etwas nach unten, die Trefferfläche ist die untere Ferse (Dwichook).
Um die Reichweite und Durchstoßkraft zu Erhöhen, wird der Tritt in der Endphase allerdings oft leicht nach oben geöffnet, so dass man am Ende etwas seitlich zum Gegner steht. Dadurch ähnelt die Endposition des Tritts manchmal einem seitlichen Tritt (Yop Chagi).
Der Tora Yop Chagi hingegen beschreibt hingegen einen seitlichen Tritt aus der Drehung. Obwohl beide Kicks mit einer Rückwärtsdrehung über den Rücken eingeleitet werden, unterscheiden sie sich in ihrer biomechanischen Endphase fundamental.
Die beiden Tritte unterscheiden sich schon im Ansatz. Während der Dwitchagi das Knie eng unter dem Körper nach hinten führt, wird es beim Tora Yop Chagi schon im Ansatz seitlich vor die Brust hochgezogen.
Der Tora Yop Chagi erfolgt also über ein separate Hüftdrehung, nach deren Stopp das Bein seitlich ausgestreckt wird. Dadurch ist der Fuß beim Auftreffen komplett horizontal zur Seite gedreht, da Bein bildet eine Linie mit Oberkörper. Die Trefferfläche ist das Fußschwert.
Während beim Dwit Chagi die Fersensohle den Tritt anführt, ist beim Tora Yop Chagi die Fußkante (chokdo) in der Pflicht. Der Tora Yop-chagi öffnet dabei die Hüfte komplett und generiert damit eine höhere Reichweite. Auch lassen sich damit höhere Ziele besser erreichen. Der Dwit Chagi bleibt kompakt und zielt zumeist auf den Rumpf (Momtong).
Dwitcha Milgi
Rückwärts-Schiebetritt.
Im Gegensatz zum explosiven und durchschlagenden Dwitcha Jirugi (Back Piercing Kick), bei dem der Fuß wie ein Pferdehuf nach hinten schnellt, steht bei einer Milgi-Technik der kontrollierte Schub im Vordergrund. Der Fuß wird auf den Gegner gesetzt (meist mit der gesamten Fußsohle), um diesen wegzuschieben, Distanz zu schaffen oder das Gleichgewicht des Angreifers zu brechen.
Dwit Cha Busigi
Rückwärtiger Schnapptritt.
Der rückwärtige Schnapptritt wird eingesetzt, um einen Gegner anzugreifen, der sich von hinten nähert, ohne dabei die Ausrichtung der Stellung zu verändern. Diese Technik ist besonders nützlich, um einen Gegner anzugreifen, der einen von hinten festhält.
Die Ferse dient dabei als Angriffsfläche, während der Genitalbereich das Ziel ist. Der Körper ist während des Tritts leicht nach vorne geneigt.
Die Ferse erreicht das Ziel mit einer einschnappenden Bewegung auf gerader Linie.

Tollyo Chagi
Der runde Tritt. Roundhousekick.
Beim runden Tritt wird das Ziel mit dem Fußballen in einer horizontalen schnappenden Einwärtsbewegung getroffen.
Die Hüfte wird zunächst mit hoher Energie nach vorn geschwungen. Gleichzeitig wird das Knie angehoben, wobei sich der Standfuß dabei um 45° nach außen dreht.
Der Fußballen muss im Moment des Auftreffens im rechten Winkel zum Ziel ausgerichtet sein, damit der Fuß das Ziel auf einer bogenförmigen Bahn erreichen kann. Die Trittenergie kommt aus der peitschenartigen Schnappbewegung des Unterschenkels.
andere Schreibweisen: 돌려차기, Dollyo chagi, Dollyeo-chagi, Roundhousekick
Ap Tollyo Chagi
Front-Rundtritt.
Beim Ap-Tollyo Chagi handelt es sich um eine Trittvariation von Apchagi und Tollyochagi, um den Gegner zu täuschen. Vereinfacht gesagt, ist es ein angetäuschter Frontkick mit umgeleitetem Rundtritt zum Kopf.
Man täuscht dafür zuerst einen geraden Frontkick zur Körpermitte an. Der Gegner reagiert darauf meist, indem er die Deckung nach unten oder zur Mitte zieht. Kurz vor dem Treffer wird das Knie bzw. die Hüfte geöffnet, und der Unterschenkel schnellt seitlich nach oben zum Kopf wie bei einem Roundhouse Kick (Tollyo Chagi).
Variante: Questionmark Kick
In extremerer Ausführungsform gleicht die Flugbahn des Kicks einem Fragezeichen (?, siehe Titelbild). Die Bewegung steigt dazu auch gerade nach oben und biegt dann bogenförmig nach unten ab. Der Gegner wird dabei mit dem Spann von oben getroffen. Im Taekwon-Do wird diese Variante als Naeryeo Dollyeo Chagi (내려 돌려 차기, Abwärts-Rundtritt) oder Baldeung Naeryeo Chagi (발등 내려 차기, Abwärtstritt mit dem Fußspann) bezeichnet.Fron
Yop Tollyo Chagi
Seitlicher runder Tritt.
Der seitliche runde Tritt ist eine Variante des Tollyo Chagi (Roundhousekick).
Im Unterschied zum regulären runden Tritt wird bei der seitlichen Variante das Knie zunächst stärker zur Seite geführt, ähnlich wie beim Yop Chagi. Der Tritt kommt also nicht so stark von vorne, sondern eher aus einer seitlichen Linie. Der Yop Dollyo Chagi verlängert die Reichweite durch die seitliche Streckung des Beines. Oft wird der Fußspann (Baldung, siehe Titelbild) verwendet, was die Reichweite abermals erhöht. Der Standfuß dreht dabei fast komplett nach hinten. Dadurch verläuft der Tritt seitlicher und erreicht Ziele, die weiter außen liegen. Insoweit ist es eine Mischform aus Drehtritt und Seitwärtstritt.
Der entscheidende Unterschied zum regulären Tollyo Chagi liegt also in der Körperausrichtung. Das Trittbein wird stärker gestreckt, die Flugbahn wirkt „flacher“ und seitlicher. Der Tritt erhält daduirch seine größere Reichweite.
Die Technik wird auch oft als weiter oder langer Tollyo Chagi bezeichnet.
andere Schreibweisen: 옆돌려차기, Yop Dollyo Chagi
Naeryo Chagi
Abwärtstritt. Axttritt.
Beim Abwärtstritt wird das Bein von innen oder von außen gestreckt nach oben geschwungen und anschließend mit hoher Geschwindigkeit vertikal nach unten auf das Ziel gebracht. Die Wucht des Tritts nutzt das gesamte Eigengewicht des Beines und die Schwerkraft aus, was ihn extrem schwer zu blocken macht.
Wird das Bein wird von der Innenseite (Körpermitte) nach außen im Kreis hochgeführt und sinkt dann nach unten geschlagen, spricht man von einem auswärtigen (Pakkuro) Naeryo Chagi.
Wird das Bein wird von außen nach innen hochgezogen, spricht man von einem Einwärts (Anuro) Naeryo Chagi. Diese Variante ist im Wettkampf häufiger, um an der gegnerischen Deckung vorbeizukommen.
Getreten wird mit der Ferse (Dwitchuk) oder der Fußsohle (Balbadak), wobei der Kopf, das Schlüsselbein oder die Schulter des Gegners das Ziel ist.
Yop Naeryo Chagi
Seitlicher Abwärtstritt.
Das Bein wird seitlich beziehungsweise aus einer seitlichen Körperausrichtung über das Ziel hochgeführt und anschließend von oben nach unten mit der Ferse auf das Ziel geschlagen. Im Moment des Auftreffens ist der Körper seitlich ausgerichtet. Mit dieser Variante wird die maximale Reichweite für den Naeryo Chagi hergestellt. Der Kick verlangt nicht nur eine exzellente Dehnung der Oberschenkelrückseite, sondern auch eine große Adduktoren-Flexibilität und Hüftmobilität.
Beim gewöhnliche Naeryo Chagi wird im Unterschied dazu das Bein auf einer frontal oder leicht bogenförmigen vertikalen Bahn angeboben und nach unten geführt. Im Moment des Auftreffens ist der Körper fontal ausgerichtet. Mit dieser Ausführungsart erfolgt die größtmögliche Kraftübertragung für einen Naeryochagi.
Abgrenzung zum Haxekick
beim Haxe-Kick wird das Knie eng und angewinkelt hochgezogen wie bei einem Hakentritt oder einem seitlichen Tritt. Erst im letzten Bewegungssegment schwingt der Fuß in einem Bogen über die Deckung des Gegners und schlägt peitschenartig nach unten. Dies erzeugt einen Täuschungswirkung.
Demgegenüber arbeit sich Yop Naeryo Chagi direkter zum Ziel. Er wird in einer fast geraden, vertikalen Linie seitlich nach oben geführt, wobei die Hebelkraft der gesamten Hüfte genutzt wird.
andere Schreibweisen: 옆내려차기, Side Downward Kick, Side Axekick
Haxekick
Hybridtechnik für das Sparring.
Bei dem Wort "Haxe-Kick" handelt sich dabei um ein englisches Wortspiel und eine Hybrid-Technik.
Der Name setzt sich zusammen aus Hook Kick (Fersendrehschlag / Goro-Chagi) und Axe Kick (Axttritt / Naeryeo-Chagi).
Im traditionellen Taekwondo zieht man den klassischen Axe Kick (Naeryo Chagi) in einem großen Bogen nach oben, um ihn dann kraftvoll nach unten ins Ziel zu bringen. Das ist im modernen, schnellen Sparring jedoch oft zu langsam und leicht zu kontern.
Der H-Axe Kick ist die evolutionäre Antwort der Wettkämpfer darauf.
Ausführungshinweise:
- Im Ansatz wird das Knie eng angewinkelt nach innen angezogen, wobei man sich sietlich zum Gegner dreht.
- Dadurch entsteht der Eindruck, dass ein Seitwärtskick (Yop Chagi), Roundhousekick (Tollyo Chagi) oder ein klassischer Hook Kick (Pandaetollyo Goro Chagi) folgt.
- Das Bein wird im Verlauf hoch und seitlich über Schulter oder die Deckung des Gegners gehoben.
- In der Schlagphase klappt das Bein nun am höchsten Punkt um und schlägt peitschenartig wie ein Axe Kick von oben nach unten auf den Kopf oder das Schlüsselbein des Gegners ein.
- Es trifft die Fersenrückseite (Dwitkumchi) oder die Fußsohle (Balbadak).
- Die Technik ist sehr gut mit einer 180° Körperdrehung rückwärts möglich.
Der Vorteil des H-Axe Kick ist der unorthodoxe Winkel. Er kommt schräg Winkel von oben "hinter" die gegnerische Deckung.
Carl van Roon (TKD Coaching) erklärt den Kick in diesem Video:
Gokaeng-I Chagi
Der Spitzhackentritt.
Der Gokaeng-i Chagi ist eine spezielle Variante des Abwärtstritts (Naeryo Chagi) und unterscheidet sich von diesem durch seine Flugbahn.
Beim Naeryo Chagi (Abwärtstritt) beschreibt das Bein in der ansteigenden Phase des Tritts eine Kurve (entweder von außen nach innen oder von innen nach außen), um die Deckung oder die Arme des Gegners zu umgehen. Die Flugbahn besitzt eine deutliche Vorwärtskomponente.
Beim Gokaeng-i Chagi (Spitzhacken-Tritt) hingegen bewegt sich das gestreckte Bein ohne seitliche Kurve streng in einer geraden vertikalen Linie hoch und wieder herunter. Die Bewegung imitiert exakt das senkrechte Einschlagen einer Spitzhacke im Boden.
Die Trefferfläche ist die Hinterseite der Ferse (Dwitchuk) mit dem Kopf oder dem Schlüsselbein des Gegners als Ziel. Der Tritt nutzt die maximale Fallbeschleunigung des gestreckten Beins. Da er komplett linear verläuft, ist er extrem schnell, erfordert jedoch, dass keine Deckung zu überwinden ist. Das Bein ist im Moment des Auftreffens leicht gebeugt, um die Kniegelenk nicht zu überstrecken. Dies verstärkt nochmals den Eindruck einer Spitzhacke. Das Bein steigt zunächst gestreckt an und „hackt“ anschließend wie eine Spitzhacke von oben auf das Ziel herab.
Der Gokaeng-I Chagi ist weiterhin vom Jigeau Chagi, dem Straight Kick, abzugrenzen. Bei diesem wird das Bein nahezu vollständig gestreckt direkt nach oben und wieder herabgeführt. Anders als beim Gokaeng-i Chagi erfolgt kaum eine Hackbewegung. Vielmehr wird die Ferse oder Fußsohle entlang einer geraden Linie nach oben und wieder nach unten bewegt.
Zusammengefasst
Während der Naeryo Chagi wir eine Axt mit einem großen Schwung funktioniert, arbeitet der Gokaeng-I Chagi wie eine Spitzhacke, die nach oben zieht und einhackt. Jigeau Chagi beschreibt ein gerades Auf-und Ab mit dem gestreckten Bein.
Jigeau Chagi
Der gerade Tritt.
Der Jigeau Chagi ist gekennzeichnet durch ein gerades Anheben und Abwärtsführen des vollständig gestreckten Beines. Dadurch grenzt sich dieser Kick vom bogenförmigen Abwärtstritt (Naeryo Chagi) und vom Spitzhackentritt (Gokaeng-i Chagi) ab.
Die Ferse oder Fußsohle werden also entlang einer geraden Linie nach oben und wieder nach unten bewegt.
Der Jigeau Chagi wird zumeist einfach als Variante des Axttritts angesehen. Für General Choi war er jedoch eine eigenständige Technik innerhalb der Kategorie Smashing Kicks (Cha Busigi).
In den Werken von General Choi wird diese Kick zu einem Angriff auf tiefe Ziele bechrieben. Es wir dort auch die Variante des rückwärtigen Straight Kicks dargestellt (Bild links), bei der die Ferse zum Angriff mit der Ferse nach hinten hochgezogen wird.

Pandaetollyo Chagi
Der Fersdrehschlag.
Bandae Dollyo Chagi bedeutet wörtlich „umgekehrter Halbkreistritt“. Bei diesem Kick dreht man sich mit dem Rücken zum Ziel und trifft in einer Halbkreisbewegung mit der Ferse das gestreckten Beins.
Die Technik kann mit und ohne einer 180° Drehung erfolgen. Im Trainings Sprachgebrauch geht man jedoch in aller Regel von einem gedrehten Kick aus, wenn man von einem "Pandaetollyochagi" spricht.
Die Variante ohne Drehung wird dagegen als "frontale Ferse" bzw. "Ap Pandae Tollyo Chagi" bezeichnet.
Er wird hauptsächlich mit der Ferse ausgeführt, gelegentlich werden jedoch auch die Fußballen oder die Fußsohle verwendet.
Da die Wirksamkeit dieses Tritts von maximaler Geschwindigkeit während der Drehung abhängt, muss besonders darauf geachtet werden, Gleichgewicht und Körperhaltung beizubehalten.
andere Schreibweisen: 반대 돌려 차기, Reverse Turning Kick, Spinning Heel Kick, Momdollyo Chagi, Bandae Dollyo Chagi
Pandaetollyo Goro Chagi
Fersehakentritt.
Der Fersehakentritt ist eine Variante des Fersdrehschlags und verfolgt zwei Zwecke: Zum einen dient er als Tritt, zum anderen dazu, einen Gegner einzuhaken, der während der Ausführung des Tritts näher herankommt. Nach dem Einhaken kann ein zweiter Kick erfolgen, zum Beispiel ein ruinder Tritt (Tollyo Chagi) oder ein seitlicher Tritt (Yop Chagi).
Grundprinzipien, die beachtet werden sollten:
- Die Ferse soll unmittelbar nach dem Tritt nahe an den Körper herangezogen werden.
- Das tretende Bein muss während des Tritts entsprechend gebeugt werden.
Ap Pandaetollyo Chagi
Der frontale Fersentritt.
Der Ap-Pandae-Dollyo Chagi ist das Taekwondo-Äquivalent zum Karate-Tritt "Ura Mawashi Geri".
Der frontale Fersentritt beginnt im Ansatz wie ein runder Tritt (Tollyo Chagi). Das Knie wird dazu auf der Außenseite gerade hochgezogen und nach innen ausgerichtet. Anstatt nun aber den Unterschenkel für einen runden Tritt auszuschnappen, wird das Knie zur entgegengesetzten Körperseite gebracht. Dazu kreuzt das Knie über Hüfthöhe den eigenen Rumpf. Dort angelangt, wird die Ferse nach vorne zum Ziel gebracht. Das Trittbein schnappt im Kniegelenk ein. Der Unterschenkel zieht in einer Hakenbewegung von außen nach innen durch das Ziel. Die besondere Flugbahn macht den Tritt schwer erkennbar. Er tarnt sich beim Ansatz als normaler runder Tritt, schlägt dann aber kurz vor dem Ziel die entgegengesetzte Richtung ein. Er umgeht die Deckung des Gegners also quasi "von hinten herum". Das Bein beschreibt bei der Ausführung quasi eine S-Kurve.
Es gibt auch die Variante, in der das Trittbein beim Auftreffen komplett gestreckt bleibt. Diese wird hauptsächlich für den Bruchtest verwendet. Sie ist weniger geeignet, eine Kampfstellung zu umgehen.
andere Schreibweisen: 앞 반대 돌려차기, Ura Mawashi Geri
Bandal Chagi
abfangender Einwärtstritt. Halbmondtritt.
Bei dieser Abfangtechnik wird das Bein möglichst gestreckt in einem weiten Bogen von außen nach innen geführt. Die Trefferfläche ist dabei die Innenseite der Fußsohle. Das koreanische Wort „Bandal“ bedeutet übersetzt „Halbmond“ und beschreibt die Flugbahn des Fußes.
Dieser Tritt wird verwendet, um eine angreifende Hand oder einen angreifenden Fuß auf Rumpf- oder Kopfhöhe zu blocken. Beim Auftreffen bleibt der Oberkörper etwas zurückgelehnt und die Hüfte drückt nach vorne. Nachdem der Kontakt erfolgt ist bzw. der Tritt die Centerline überschritten hat, wird das Knie etwas nach innen heineingezogen. Dadurch wird die Balance stabilisiert für einen schnellen Gegenangriff.
In Formen und Übungskombinationen wird dabei oft in die gegenüberliegende Handfläche geschlagen. In der Yoosin Hyong folgt auf den Zieltritt ohne Abzusetzen ein Sidekick (Yop Chagi).
Dieser Fußblock ähnelt dem Vertikaltritt einwärts (Anuro Sewo Chagi), der das Ziel direkt von der Seite kommend mit dem Fußinnenkante (Chokdo) angreifet. Der Anuro Sewo Chagi hat eine weit weniger bogenförmige Flugbahn. Er zieht direkt von der Seite möglichst stark und geradlinig nach innen zum Ziel. Da der Bandal Chagi nur abfangend eingesetzt wird, entbehrt er der hohen Bewegungskinetik eines Vertikaltritts.
Baldeung Chagi
der Spanntritt.
Der Baldeung Chagi ist der mit Abstand am häufigsten eingesetzte Tritt im olympischen Taekwondo (WT).
Das koreanische Wort „Baldeung“ heisst übersetzt einfach „Fußspann“ oder „Fußrücken“. Dieser Tritt explizit darauf ausgelegt, mit dem flachen Spann zu treffen. Dieses Prinzip steht im Gegensatz zu den traditionellen Lehrmethoden, die üblicherweise nur mit den Fußballen treffen.
Der Kick wurde dennoch in das Curriculum der KWON Kampfkunstschule aufgenommen, da er verschiedene Merkmale in sich vereint. Insbesondere in Sachen Reichweite, Hüftmobilität und Schnelligkeit bietet der Kick Vorteile im Vergleich zum klassischen Roundhousekick (Tollyochagi).
Der Baldeung Chagi ist dabei eine Hybrid-Technik, die die Hüftöffnung eines Roundhouse-Kicks (Dollyo Chagi) mit der peitschenartigen Vorwärtsbewegung eines Schnappkicks (Ap Chagi) kombiniert.
Das Knie des kickenden Beins wird dabei zunächst steil nach oben-vorne gezogen. im letzten Moment wird die Hüfte und das Standbein dann etwa um etwa 45 Grad eingedreht. Das Knie zeigt dabei diagonal zum Ziel und ist damit nicht so weit eingedreht, wie beim Tollyochagi mit 90°. Der Unterschenkel schnappt explosionsartig in einer steilen Diagonale von unten Richtung Ziel.
Da die Hüfte nicht komplett eingedreht wird wir beim Tollyochagi, sind Folgetechniken und Richtungswechsel leichter und flüssiger zu bewerkstelligen.
Huryo Chagi
Der Peitschentritt.
Der Huryeo Chagi ist eine olympische Wettkampfvariante des traditionellen Fersdrehschlags (Pandaetollyochagi) und daher in den traditionellen Schulen des Taekwondo selten anzutreffen.
Da der Tritt die Schnelligkeit und Flexibilität der Hüfte extrem fördert, wurde er in das Curriculums der KWON Kampfkunstschule übernommen.
Die wörtliche Bedeutung von hureyo stammt von 후리다 (hurida) und bedeutet „schwingen“, „peitschen“ oder „herumfegen“. Deshalb wird die Technik oft als Peitschentritt bezeichnet. Damit ist auch das Wesensmerkmal des Trittes gut beschrieben. Der Kick schnappt wie eine Peitsche um die Deckung des Gegners herum.
Der Huryeo Chagi sieht im Grunde aus wie ein spiegelverkehrter Roundhouse-Kick (Dollyo Chagi) oder ein modifizierter Seitwärtstritt (Yop Chagi):
- In der Ausholphase wird das Knie wie bei einen regulären Seitwärtstritt (Yop Chagi) hochgezogen.
- Der Fuß zieht jedoch absichtlich knapp am Kopf des Gegners vorbei.
- Sobald das Bein fast ganz gestreckt ist, klappt man den Unterschenkel explosionsartig im Kniegelenk ein und zieht den Fuß in einer horizontalen Hakenbewegung quer über das Ziel. Das stellt die Peitschenbewegung dar, mit der die gegnerische Deckung gut überwunden werden kann.
Getroffen wird primär mit der Ferse (Dwichuk) oder der kompletten Fußsohle (Balbadak). Ziel ist immer der Kopf des Gegners.
Der Tritt existiert in zwei Varianten
Der vordere, direkte Huryeo Chagi wird unmittelbar mit dem vorderen oder hinteren Bein aus dem Stand geschlagen. Er ist extrem schnell und wird im Wettkampf oft genutzt, wenn der Gegner zu nah steht oder die Deckung hängen lässt.
Der Dwi Huryeo Chagi (auch: Bandae Huryeo Chagi) ist die wesentlich bekanntere und kraftvollere Variante. Er wird aus einer Rückwärtsdrehung ausführt und profitiert von der Rotationsenergie (Fliehkraft).
Sewo Chagi
Vertikaler Tritt.
Der vertikale Tritt erreicht sein Ziel in einem Bogen von innen oder von außen, wobei der Trittfuß beim Auftreffen auf das Ziel senkrecht gestellt ist. Die Trefferfläche dieses Angriffstritts ist je nach Ausführungsrichtung das Fußschwert oder die Fußinnenkante. Der Tritt trifft im 90° Winkel von der Seite ohne jedwede Abwärtsbewegung. Dadurch unterscheidet er sich von einem Kolchyo Chagi (abwehrender Hakentritt) oder einem Naeryo Chagi (Axttritt, Abwärtskick).
Der Tritt verfügt über eine vergleichtsweise geringere Reichweite aufgrund seiner frontalen Hüftausrichtung. Für die Ausführung ist eine große Hüftbeweglichkeit erforderlich. Als Angriffstritt ist die Bewegung hart auszuführen. Standardmäßig wird das Bein in demselben Bogen zurückgeführt, wie das Ziel erreicht wurde.
Die zwei Hauptvarianten
- Anuro Sewo Chagi (vertikaler Einwärtstritt): Der Tritt wird von außen nach innen geführt und trifft mit der Fußinnenkante. Dieser harte Angriffstritt ist abzugrenzen vom optisch ähnlichen Bandal Chagi, der aber als reine Abwehrbewegung eingesetzt wird.
- Pakkuro Sewo Chagi (vertikaler Auswärtstritt): Der Tritt bewegt sich von innen nach außen und trifft das Ziel mit der harten Fußaußenkante. Dieser harte Angriffstritt ist abzugrenzen vom optisch ähnlichen abfangenden Hakentritt (Kolchyo Chagi).
Diese beiden Angriffstritte sind von den optisch ähnlichen Fußblocktechniken Kolchyo Chagi und Bandal Chagi zu unterscheiden.
Kolchyo Chagi
Hakenförmiger Abfangtritt.
Der hakenförmige Abfangtritt ähnelt in seiner Art der Ausführung dem hakenförmigen Block mit dem Handrücken (Sondung Kolchyo Makki). Zum Blocken wir der seitliche Spann verwendet.
Das Ziel wird in einer nach außen und am Ende leicht nach unten verlaufenden Kurve erreicht. Das äußere Schienbein bzw. der Fußrücken zeigt im Moment des Kontakts leicht nach unten. Die maximal Ausführungshöhe ist dabei der eigene Rumpfbereich. Beim nach oben bringen des Beins wird das Knie an die Brust herangezogen.
Aufgrund der speziellen Bogenbewegung dieser Technik entwickelt der Tritt keine hohe Kinetik. Sie kann daher nur abfangend als Fußblock eingesetzt werden. Das unterscheidet sie vom Vertikaltritt auswärts (Pakkuro Sewo Chagi), der das Ziel direkt von der Seite kommend mit dem Fußschwert (Chokdo) angreifen kann.
Der Block ist auf der Außenseite des Gegners auszuführen. So kann der tretende Fuß unmittelbar für einen schnellen Gegenangriff eingesetzt werden. Auf der Innenseite des Gegners ausgeführt, wäre das Risko des Beinfesthaltens zu groß.
Pituro Chagi
Gewundener Tritt.
Der Pituro Chagi ist im Taekwon-Do das Spiegelbild zum Halbkreistritt "Tollyo Chagi".
Im Ansatz wird das Knie nach innen eingedreht und angezogen. Es folgt eine eine starke Hüftrotation nach außen, wobei der Unterschenkel nach außen schnappt. Das Standbein dreht sich um bis zu 180° gegen die Trittrichtung. Die Trefferfläche ist der Fußballen.
Der Pituro Chagi ist eine der anspruchsvollsten Fußtechniken im Taekwon-Do. Der Hüfttwist ist so extrem, dass der Kick quasi seitlich um die Ecke tritt. Damit unterscheidet er sich von den moderateren Twistkicks "Peet Chagi" und "Gyeot Chagi" aus anderen koreanischen Kampfkünsten.
Peet Chagi
Schräger Tritt. Diagonaltritt.
Der Peet Chagi wird hauptsächlich im Tang-Soo-Do-/Moo-Duk-Kwan-Umfeld gelehrt.
Dieser Tritt wird dort als „invertierter“ Roundhouse-Kick erklärt. Das Bein wird ähnlich vorbereitet wie bei einem Frontkick, aber das Knie steht etwa 45° zur Körperinnenseite. Für den Kick wird der Fuß schräg nach außen gedreht und der Unterschenkel schnappt diagonal aus. Es trifft der Fußballen (Apchuk).
Der Unterschied zum Pituro Chagi im Taekwon-Do ist die ungewohnte Diagonalbahn. Dadurch eignet sich der Peet Chagi für einen frontaleren Angriff.
Der Pituro Chagi erfordert ein viel stärkeres Eindrehen der Hüfte im Ansatz. Die Trittbahn ist wesentlich mehr gewunden, als würde man "um die Ecke" treten. Der Pituro Chagi eignet sich daher für einen Angriff zur Seite.
Gyeot Chagi
Seitschlagtritt.
Der Gyeot-chagi ist der Twistkick des Taekgyeon. Aus diesem „Seitschlagtritt“ hat sich der Pituro Chagi im Taekwondo herausentwickelt. Obwohl sich beide Tritte stark ähneln, haben sie doch ihre spezifischen Eigenarten.
Der Gyeot-chagi erfolgt von innen nach außen und steigt fast aus der Körpermitte auf (Bild links). Die Trefferfläche ist der Fußrücken (Spann, Baldeung). Der Tritt trifft den Gegner frontal-seitlich.
Der Pituro Chagi tritt dahingehend mehr "um die Ecke" zur Seite und trifft mit dem Fußballen. Es ist eine wesentlich stärkere Hüftverdrehung erforderlich.

Mureup Chagi
Der Kniestoß.
Der Mureup Chagi ist Überbegriff für alle Kniestöße.
In den Übungsformen sowie im Training zur realistischen Selbstverteidigung spielt der Kniestoß eine wichtige Rolle, da er eine enorme Wucht entfaltet und schwer zu blocken ist. Idealerweise erfolgt die Technik in Kombination mit Clinch-Griffen, bei denen der Kopf oder Nacken des Gegners kontrolliert wird. Der Kniestoß ist eine typische Nahkampftechnik.
Die wichtigsten Varianten:
Mureup-Ollyo-Chagi
Kniestoß direkt nach oben (meist gegen Unterleib oder Kinn). Die Trefferfläche ist der vordere, obere Teil des Oberschenkels knapp über dem Knie.
Mureup-Dollyo-Chagi
Ein runder Kniestoß von der Seite, vergleichbar mit dem Knietritt im Muay Thai (Ziel: Rippen, Flanke oder Oberschenkel). Auch hier ist die Trefferfläche ist der vordere, obere Teil des Oberschenkels knapp über dem Knie.
Mureup-Ap-Chagi
Ein Kniestoß geradewegs nach vorne in den Magen oder die Hüfte des Gegners. Die Trefferfläche ist die harte Kniescheibe.
andere Schreibweisen: 무릎차기, Kneestrike
Ollyo Chagi
Aufwärtstritt mit dem Knie.
Der Ollyo Chagi ist ein Nahkampf-Tritt im Taekwondo, der auf den Solarplexus oder die Brust des Gegners abzielt. Die Technik wird dabei aus nächster Nähe (Close Range) angewendet. Nach dem Greifen des Kopfes (Mori Japki) oder der Schultern mit beiden Händen wird der Gegner schwungvoll nach unten gezogen, während das Knie (Mureup) explosionsartig nach oben stößt.
Nullo Chagi
Presstritt.
Der Presstritt kann nach innen oder nach außen ausgeführt werden. Das Kniegelenk, das Schienbein oder der Oberschenkel des Gegners sind das Ziel.
Der Tritt ist eine hervorragende Stopp- und Kontertechnik. Wenn der Gegner beispielsweise zu einem schnellen Vorwärtstritt ansetzt, wird sein Bein oder Knie im Ansatz mit dem Nullo Chagi nach unten weggedrückt. Dadurch kollabiert der gegnerische Stand und der Angriff wird im Keim erstickt.
Der nach außen gerichtete Pakkuro Nullo Chagi ähnelt optisch einem sehr tiefen Seitwärtstritt (Yop Chagi). Im Unterschied zu einem Yopchagi wir das Standbein aber kaum gedreht. Das Bein wird gestreckt auf das gegnerische Gelenk gepresst, während der Oberkörper weitgehend aufrecht bleibt. Es trifft die Fußkante (Chokdo). Das Knie des Standbeins wird im Moment des Auftreffens durchgestreckt bzw. verriegelt, und der Körper neigt sich leicht vom tretenden Fuß weg (Titelbild), damit der Körperschwerpunkt genau über dem Standbein liegt. Die Technik lernt man erstmals in der Gwang-Gae Hyong kennen.
Der nach innen gerichtete Anuro Nullo Chagi wird im Nahkampf verwendet. Das Bein bewegt sich in einer Innenkurve, um das gegnerische Bein zu attackieren, in der Hauptsache die Kniekehle. Um hierbei Kraft zu generieren, senkt man das eigene Körpergewicht im Moment des Aufpralls leicht ab, indem das Standbein beim Auftreffen leicht abgebeugt wird. Es trifft die seitliche Fußsohle (Balbadak). Das Trittbein bleibt im Moment des Auftreffens ebenfalls leicht gebeugt.
Doro Chagi
Der Wellentritt.
Der Hauptzweck dieses Trittes besteht darin, einen gegnerischen Tritt zu blocken, der auf den Genitalbereich gerichtet ist. Er ist außerdem nützlich, um zu verhindern, dass der Gegner auf den seitlichen Spann tritt.
Der Tritt entspricht der bekannten Karate-Technik Nami-Gaeshi (zurückkehrende Welle).
Dieser Tritt wird gewöhnlich aus der Sitzstellung ausgeführt. Er begegnet dem Lernenden in der Yoosin Hyong.
Das Hauptmerkmal dieser Technik besteht darin, dass der Tritt so schnell ausgeführt werden sollte, dass der Körperschwerpunkt während des Trittes unverändert bleibt. Der Doro-Chagi ist auch der einzige Tritt, bei dem das Gewicht nicht vollständig auf das Standbein verlagert wird.
Das Bein wird auch nicht nach vorne oder oben gestreckt. Stattdessen beschreibt der Fuß eine wellenförmige Bewegung am eigenen Körper. Der Fuß wird dazu ruckartig angehoben. Dabei klappt der Unterschenkel nach innen oben, sodass die Fußsohle flach nach innen zum eigenen Knie oder Oberschenkel zeigt. Der Fuß schnappt sofort in einer fließenden Wellenbewegung wieder nach unten zurück auf den Boden.
Goro Chagi
Fußhaken. Tackling Kick.
Der Tackling Kick ist eine Technik, um den Gegner durch Einhaken des Fußes zu Fall zu bringen.
Diese Technik wird verwendet, um das Gleichgewicht zu brechen. Dazu hakt man mit der eigenen Ferse oder Fußkante am vorderen Fuß des Gegners ein. Das Einhaken kann in beide Richtungen erfolgen. Der Unterschenkel wird für den Wurf ruckartig eingeklappt. Wenn möglich, zieht man dabei an einem oder beiden Armen des Gegners an, um das Gleichgewicht effektiver brechen zu können.
Suroh Chagi
Der Fegetritt.
Der Feger bzw. Fegetritt will den Gegner nicht durch einen harten Treffer verletzen, sondern seine Stabilität brechen und ihn zu Boden zu bringen. Dies ist eine Technik der Selbstverteidigung.
Der Kick attackiert typischerweise das äußere Sprunggelenk oder die Ferse des gegnerischen Standbeins. Getroffen wird primär mit der Innenseite der Sohle (Side Sole) oder der Rückseite der Ferse (Dwitkumchi). Der Fuß bewegt sich dabei in einer flachen, sichelförmigen oder kreisförmigen Bahn knapp über dem Boden. Man fegt den gegnerischen Fuß genau in die Richtung, in die dessen Zehen zeigen, da dort der Widerstand am geringsten ist.
Man unterscheidet folgende Ausfürungsvarianten:
Der Einwärtsfeger
Die Einwärtsvariante der Technik "Anuro Suroh-Chagi" wird mit dem Innenrist oder der Sohle des Vorderbeins von außen nach innen gegen den Knöchel des Gegners ausgeführt. Das wird oft als direkter Konter genutzt, wenn der Gegner das Gewicht falsch verlagert.
Der gedrehte tiefe Feger
Die Hände werden bei der "Low Spinning Sweep" Variante (Dwi-Suroh-Chagi) auf dem Boden gebracht, wobei eine 180° Rückwärtsdrehung auf dem Ballen des Standbeins erfolgt. Das ausgestreckte Trittbein fegt knapp über der Matte wie ein Kreisel das gegnerische Bein weg. Die Drehung erfolgt dabei auf dem Fußballen oder seltener dem Knie.
Der Auswärtsfeger
Der Auswärtsfeger (Pakkuro Suroh-Chagi) wird mit der Rückseite der Ferse oder der Fußsohle von innen nach auußen gegen den Knöchel des Gegners ausgeführt. Gegen ein stabiles, gegnerisches Standbein besitzt diese Bewegung deutlich weniger Hebelkraft als der Zug nach innen (Anuro). Man arbeitet hierbei anatomisch gegen die natürliche Scharnierrichtung des gegnerischen Kniegelenks, was das "Ausheben" des Gegners erschwert. Ein Ziehen am Gegner mit den Händen in die beabsichtigte Fallrichtung erhöht die Wirksamkeit.
Cha Bapki
Stampftritt.
Beim Stampftritt wird der Fuß mit großer Kraft nach unten auf das Ziel „aufgestampft“ wird. Dabei tritt man nicht gegen das Ziel, sondern setzt den Fuß so ein, als würde man durch das Ziel hindurchsteigen. Die Bewegung beginnt meist mit einem kurzen Anheben des Fußes, weniger oft mit einer hohen Ausholbewegung wie beispielsweise bei einem frontalen Tritt. Dadurch kann die Technik auch aus sehr kurzer Distanz ausgeführt werden.
In der Selbstverteidigung (Hosinsul) wird der Tritt eingesetzt, um sich aus einer Umklammerung zu befreien. Der Cha Bapgi auf den gegnerischen Spann ist ein effektives Mittel, um sich sofort Raum zu verschaffen. Diese Technik kann schließlich auch gegen einen am boden liegenden Gegner eingesetzt werden.
Hauptsächlich wird die hintere Fußsohle eingesetzt, gelegentlich auch die seitliche Fußsohle.
Streng genommen handelt es sich nicht um einen klassischen Tritt, sondern eher um einen „aggressiven Schritt“, bei dem Körpergewicht, Schwerkraft und Timing genutzt werden, um maximale Wirkung zu erzielen.
Jirumyo Chagi
Tritt mit Fauststoß.
Jirumyo Chagi bedeutet wörtlich übersetzt "Treten, während man einen Fauststoß" ausführt. Die Art und Ausführung des Tritts ist dabei frei. Eine häufige Kombination ist ein Fauststoß während eines frontalen Schnapptritts (Apcha Busigi) oder eines seitlichen Durchstoßtritts (Yopcha Jirugi). Diese Technik ist auch in Verbindung mit Sprungtritten möglich, wie hier im Beispiel zusammen mit einem Flying Front-Back Kick (Twimyo Ap Dwit Chagi).
Duro Gamyo Chagi
Skip-Kick. Übersprungener Tritt.
Der Duro Gamyo Chagi (Skip-Kick) ist keine eigenständige Trittform, sondern eine Bewegungsmethode. Sie beschreibt im Kern eine übersprungene Vorwärtsbewegung zur Distanzüberbrückung mit einem anschließenden Angriffstritt des vorderen Beins.
Der Tritt mit dem vorderen Bein ist im Allgemeinen schwächer als der Tritt mit dem hinteren Bein, weil sich die Hüfte dabei weniger stark dreht. Allerdings ist er meist schneller, da das Bein vor dem Auftreffen eine kürzere Strecke zurücklegt.
Mit dem Skip-Kick können Distanzen schnell überbrückt werden. Der Tritt ist für den Gegner schwerer zu antizipieren, da das vordere Bein aus einem kurzen Ansatz tritt. Diese Methode bietet sich auch als direkter Konter an. Im Wettkampf-Jargon (insbesondere im olympischen World Taekwondo, WT) wird diese Dynamik oft auch als "Fast Kick" oder "Quick Kick" bezeichnet.
Ausführung
- Aus der Kampfstellung bewegt sich der hintere Fuß explosiv nach vorne und "ersetzt" quasi die Position des vorderen Fußes.
- Während der hintere Fuß herangleitet (oder knapp über dem Boden springt), zieht das vordere Knie bereits angewinkelt zur Brust hoch. Es darf keinesfalls nach oben gesprungen werden dabei.
- Noch während der Vorwärtsbewegung oder unmittelbar beim Aufsetzen des hinteren Fußes schnellt das vordere Bein zum Ziel heraus.
Pihamyo Chagi
Der Ausweichtritt.
Der Ausweichtritt beschreibt einen Konterkick, dem ein Zurückweichen oder Abducken vorangeht. Dieses Prinzip wird auch eingesetzt, um sich Reichweite zu verschaffen, wenn ein Gegner zu nah steht, um einen Tritt wirkungsvoll ausführen zu können.
Häufig wird hierfür der Fersdrehschlags (Pandaetollyo Chagi) oder der Rückwärtstritt (Dwit Chagi) verwendet. Die Technik kann um so wirkungsvoller eingesetzt werden, wenn man sich im Sprung vom Gegner entfernt.

Twimyo Chagi
Der Sprungtritt.
Taekwon-Do verfügt über besonders viele Sprungtritttechniken. Alle Grundtechniken lassen sich im Sprung und in vielfachen Kombinationen ausführen. Oft werden Drehungen in die Sprünge eingebaut. Keine andere Kampfkunst verfügt über eine vergleichbare Anzahl oder Vielfalt von Sprungtritten wie das Taekwon-Do.
Grundprinzipien:
- Der Tritt darf erst am höchsten Punkt des Sprungs ausgeführt werden.
- Im Moment des Tritts muss der Rücken stabil und gerade gehalten werden.
- Das nicht tretende Bein muss unter dem Körper nach unten gerichtet sein.
- Nach dem Tritt muss das Gleichgewicht des Körpers sofort wiederhergestellt werden.
- Bei der Landung muss eine korrekte Stellung eingenommen werden.
Diese Grundsätze und Prinzipien lassen sich auf alle im Sprung ausgeführten Techniken anwenden.
Sprungtritte können aus einer festen Stellung heraus ausgeführ werden oder mit zusätzlichem Anlaufschrit für mehr Höhe und Reichweite.
Twimyo Chagi bedeutet allgemein Flugtritt. Dabei springt der Ausführende in die Luft und führt während der Flugphase einen Tritt aus. Prominente Beispiele sind Twimyo Tollyo Chagi (gesprungener runder Tritt), Twimyo Pandaetollyo Chagi (gesprunger Fersdrehschlag), Twimyo Yop Chagi (gesprungener Sidekick) und Twimyo Ap Chagi (gesprungener frontaler Tritt).
Es gibt auch noch die Bezeichung "Twio Chagi". Twio erscheint vor allem bei besonderen Sprungformen, insbesondere:
- Twio Dolmyo Chagi – „Mid-Air Kick“, also ein Tritt mit einer Drehung von 180° oder 360° in der Luft
- Twio Nomo Chagi – „Overhead Kick“, also ein Sprung über oder durch ein Hindernis