die Entstehung des heutigen Taekwon-Do
Taekkyon
Zur Zeit der Morgendämmerung der Kampfkünste in Ostasien bestand Korea aus drei Königreichen: Goguryeo im Norden, dem westlichen Königreich Baekje sowie dem kleinsten Reich im Südosten, Silla.
In Silla gab es den Ritterorden der Hwarang, etwa "Blumenknaben", die eine besondere kulturelle, gesellschaftliche und religiöse Ausbildung erfuhren und zumindest zeitweise auch in kriegerischen Künsten ausgebildet wurden. Vermutlich befand sich darunter auch die aus China importierte waffenlose Kampfkunst Subak, was etwa soviel bedeutet wie "die Schulter drücken". Aus diesem Subak entwickelte sich vermutlich irgendwann das Taekkyon, das bis zur Zeit der japanischen Annexion Koreas vor allem im einfachen Volk, also auch bei Gaunern und Räubern, beliebt war. Taekgyeon gilt allgemein als genuin koreanische Kampfkunst, deren typische Bewegungsmuster in keiner anderen ostasiatischen Kampfart anzutreffen sind.
Ssireum
In der Zeit der japanischen Besatzung zwischen 1910 und 1945 war es den Koreanern verboten, Kampfkünste auszuüben. Das traditionelle koreanische Taekkyon starb damit in Korea so gut wie aus. Eine weitere traditionelle koreanische Kampfkunst ist Ssireum, ein Ringkampfstil, den es etwa seit der Joseon-Dynastie gibt. Es ist noch heute ein beliebter Zuschauersport. Im Unterschied zum japanischen Sumo ist es dabei nicht das Ziel, den Gegner aus dem Ring oder auf den Boden zu stoßen, sondern, ähnlich wie beim schweizerischen Schwingen, den Gegner durch Ziehen und Ausheben aus dem Gleichgewicht zu bringen.
Diese beiden traditionellen koreanischen Kampfarten hatten auf die Entwicklung des spätere Taekwondo jedoch keinen unmittelbaren Einfluß.
Kwon-Bop
Eine letzte Kampfart, die in Korea vor der japanischen Besatzungszeit vermutlich anzutreffen war, ist Kwon-bop. Doch dies ist jedoch keine traditionelle koreanische Kampfkunst, sondern nur die koreanische Schreibweise des chinesischen Quanfa und bedeutet also etwa "Fausttechnik". Diese Kampfart hatte ihren Ursprung in China und kam über die Mandschurei nach Korea. Sie wurde von Soldaten etwa seit dem Ende der japanischen Invasion 1598 als letztes (waffenloses) Mittel auf dem Schlachtfeld trainiert, als ein vergleichsweise kleiner Bereich unter dem großen Angebot an bewaffneten Kampftechniken. Die Kwon-beop-Bewegungen sind in dem militärischen Lehrwerk Muye Dobo Tongji, dem "illustrierten Handbuch der Kampfkünste" von 1790, dargestellt. Dort wird eine Übersichtstafel mit vielen weit ausholenden Armschwüngen durch einzelne, tiefe Fußtritte aufgelockert. Ein ursächlicher Einfluss auf das spätere Taekwondo kann allein schon aus dem Grund der Unterschiedlichkeit der Techniken ausgeschlossen werden.
Rolle der Kampfkünste im alten Korea
Die Ausübung von Kampfkünsten erfuhr in der Geschichte Koreas zwei große Dämpfer. Der erste war der Übergang vom Buddhismus zum Konfuzianismus als Gesellschaftsordnung zu Beginn der Joseon-Dynastie. Alles, was mit dem Militärwesen oder dem Kriegswesen zu tun hatte, wurde zugunsten anderer kultureller Errungenschaften gesellschaftlich abgewertet. Ssireum, Subak, später Taekkyon und im Militär Kwon-bop wurden zwar weiterhin ausgeübt und erfuhren in manchen Kreisen regelrechte Beliebtheit. Taekgyeon-Spiele etwa wurde gerne auf manchen Festen ausgeübt, besonders von Kindern. Der zweite, weitaus größere Einschnitt folgte auf die Besetzung Koreas durch Japan. Die Ausübung von Kampfkünsten war Koreanern generell verboten, nur in seltenen Einzelfällen scheint dies geschehen zu sein. Die Taekwondo-Begründer haben allesamt japanische Kampfkünste im Ausland gelernt.
Fazit:
Auch wenn es immer noch an verschiedenen Stellen gerne behauptet wird, haben die verschiedenen Kampfarten, die vor dem Taekwondo in Korea praktiziert wurden, nicht zu seiner Entwicklung beigetragen. Die Geschichte des heutigen Taekwon-Do liegt in der japanischen Besatzungszeit von 1910-1945 begründet, wie im folgenden weiter ausgeführt wird. Vor diesem Hintergrund ist es natürlich verständlich, dass man von offizieller koreanischer Seite aus lieber eine Verknüpfung zu alten traditionellen koreanischen Künsten herstellt. Dies ist nach heutigem Wissen jedoch rein fiktional.
Zeit der japanischen Besetzung Koreas (1910-1945)
Korea wurde im Jahre 1910 von Japan annektiert. Alles, was Kultur und Geschichte Koreas ausgemacht hatte, wurde systematisch unterdrückt und verboten. Das galt selbstverständlich auch für traditionelle koreanische Kampfarten wie Taekkyon und Ssireum.
Die japanischen Besatzer brachten jedoch ihre eigenen Kampfsportarten wie Jujutsu, Kendo, Judo, Karate oder Sumo von zuhause mit. Zwar war es den Koreanern anfangs offiziell verboten, sie zu erlernen, es gab jedoch Ausnahmen z.B. für Koreaner, die in Japan studiert oder im japanischen Militär gedient haben.
Die fünf Ursprungsschulen
Nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit Koreas im Jahre 1945 kehrte schließlich eine Handvoll Koreaner in die Heimat zurück.
Sie alle hatten in Japan und der Mandschurei japanisches Karate erlernt und gründeten sogleich die 5 ursprünglichen Kampfkunst-Schulen, aus denen später das Taekwondo entstehen sollte:
Lee Won-Kuk hatte Shotokan-Karate bei Gichin Funakoshi gelernt und begann bereits 1944, Dangsudo in seiner Schule, dem Cheongdo-Kwan ("Halle des wahren Weges") in Seoul, zu unterrichten. Lee flüchtete 1953 aus politischen Gründen nach Japan und emigrierte 1976 in die USA.
Hwang Ki lernte ab 1936 in der ebenfalls japanisch besetzten Mandschurei vermutlich Karate, auch wenn er den Stil später als einen chinesischen ausgab. 1945 gründete er in Seoul den Mudeuk-Kwan (etwa "Halle der Kampftugenden"). Seinen Stil nannte er zunächst ebenfalls Dangsudo, später dann, in Korea, Subakdo. Auf internationaler Ebene behielt er den Namen Dangsudo (geschrieben "Tang Soo Do", abgekürzt TSD) bei, unter dem sein Stil vor allem in den USA heute noch betrieben wird.
Chun Sang-Sup hatte Judo und Karate während seines Studiums in Japan gelernt und schloss sich 1946 dem Yeonmu-Kwan an, der größten Seouler Judo-Schule, wo er neben Judo auch Gongsudo unterrichtete. Chun gilt als im Korea-Krieg verschollen. Seine Schüler änderten den Schulnamen daraufhin in Jido-Kwan ("Weg der Weisheit").
Yoon Byung-In kehrte als ranghöchster koreanischer Karateka aus Japan zurück, wo er bei Kanken Toyama (Shudokan-Stilgründer) den 5. Dan im Shudokan-Karate erreicht hatte. Er soll in der Mandschurei auch Kwon Bop(chinesisches Quanfa/Kung fu) gelernt haben. Ebenfalls 1946 gründete er den Changmu-Kwan im Seouler YMCA und nannte seinen Stil (vermutlich aus politischen, d.h. anti-japanischen Gründen) Kwon-Bop("Faustmethode"). Yoon wurde vermutlich während des Korea-Krieges nach Nordkorea verschleppt.
Ro Byung-Jik hatte zusammen mit Lee Won-Kuk Shotokan-Karate bei Gichin Funakoshi gelernt und trug bei seiner Rückkehr den 1. Dan. Seine erste Schule gründete er bereits vor der Unabhängigkeit in Kaesŏng im heutigen Nordkorea, zog aber mangels Erfolg 1946 nach Seoul und eröffnete dort den Seongmu-Kwan (abgeleitet von "Seong Do Kwan", der koreanischen Aussprache des japanischen Shotokan).
Der Dangsudo-Stil
Alle nannten ihren Stil zunächst Dangsudo (Tangsoodo)= "Weg der Tang (China) Hand" oder Gongsudo (Kongsoodo) = "Weg der leeren Hand". In beiden Fällen handelt es sich um die koreanische Aussprache dessen, was auf japanisch Karate gelesen wird. Das Wort "Karate" erfuhr in den 1930ern eine Deutungs- und Bedeutungsänderung von "China-Hand" in "leere Hand". In diesen fünf ersten Seouler Taekwondo-Schulen wurde ursprünglich also die eine oder andere Art Karate trainiert, und Ausländern gegenüber wurde es bis in die 1960er Jahre hinein als "Koreanisches Karate" vorgestellt. Allerdings bestanden zwischen den Schulen unterschiedliche Standards für Dan-Prüfungen. So kam es bereits vor dem Korea-Krieg zu ersten Gesprächen über einen eventuellen Dachverband, doch erst während des Kriegs einigten sich die Kwan-Vertreter in Busan auf die Koreanische Gongsudo-Vereinigung. Diese erste Vereinigung zerfiel bereits nach wenigen Monaten, weil Hwang Ki gleich darauf in Seoul im Alleingang die "Koreanische Dangsudo-Vereinigung" gründete, woraufhin auch Son Duk-sung aus der Gongsudo-Vereinigung austrat. Son Duk-sung hatte inzwischen die Leitung des Cheongdo-Kwan übernommen, damals die größte zivile Kampfkunst-Schule.
Nach dem Zweiten Weltkrieg
Kurz nach dem Krieg gelang es Generalmajor Choi Hong-hi, durch seine Schüler Einfluss auf die Leitung des Cheongdo-Kwan zu nehmen; er selber wurde Kwan-Chef ehrenhalber. Choi hatte Anfang der 1940er Jahre in Japan je nach Quelle den 1. oder 2. Dan im Karate erlangt, bevor er erst der japanischen, nach Koreas Unabhängigkeit der koreanischen Armee beitrat. Bei jeder Gelegenheit trainierte er seine Untergebenen und Kollegen im Karate und traf dabei auf den hochtalentierten Nam Tae-hi, der Dangsudo im Cheongdo-Kwan gelernt hatte und gleich Choi´s rechte Hand wurde. Nam Tae-hi beeindruckte Koreas Präsident Syngman Rhee während einer Demonstration im Jahre 1952 mit einem Dachziegel-Bruchtest so sehr, dass dieser Gongsudo-Training für alle Soldaten anordnete. Dazu gründeten Choi und Nam 1953 den militärinternen Odo-Kwan ("Gym of My Way"), der im Laufe der Zeit zur einflussreichsten Kampfkunst-Schule wurde, denn früher oder später musste jeder junge Koreaner das Militär passieren. Somit verschärfte sich die Situation für die anderen Kwan, denn im Militär wurden zunächst nur die Dan-Graduierungen des Choi-hörigen Cheongdo-Kwan anerkannt.
hier eine sehr detaillierte Darstellung dieser Ereignisse aus einer amerikanischen Quelle
(Original Taekwon-Do ITF):
While the 5 original Kwans opened between 1944-1947, General Choi & Colonel Nam, as young Commissioned Officers were both teaching in the RoK Military from 1946-1947 respectfully. So while they were not yet connected, nor doing it on an organized levels as the civilian Kwans, the Korean Amateur Sports Association in 1959 rules that the OhDoKwan had to be viewed sort of on par with the original 5 Kwans.
So the training gyms can be viewed 6 early Kwans. We also have to remember that the 5 original Kwans suffered great disruption during the Korean Civil War (1950-1953) & re-organized post 1953 with 3 Kwans having new leadership and two of them having entirely new names. The Japanese prison camp that General Choi was imprisoned in, may in some ways be considered as the conception of the idea for a Korean martial Art. Likewise the early organized and documented training on JeJu Island by Colonel Nam & Sergeant Han, under Gen. Choi's direction and leadership, can be viewed as the "womb" of Taekwon-Do, as this was clearly the gestation period.
When the 29th Infantry "Fist" Division completed their basic training on JeJu Island, they moved to the Korean mainland. In the early Fall of 1954, the soldiers, mainly Col. Nam & Sgt. Han (of the ChungDoKwan), performed in a demo in front of the RoK President Rhee, on the occasion of both Mr. Rhee's birthday & 1 year anniversary celebration of the formation of the "Fist" Division. President Rhee was apparently so impressed, especially when a young Lt. Nam broke 13 roof tiles with his fore fist, prompting the President to ask Gen. Choi what part of the fist did he use & then directing that this Martial Art, that he referred to as Taek Kyon, to all the Troops. Whether or not Gen. Choi even knew what Taek Kyon was is a point of contention. But Gen. Choi knew this was Tang Soo Do. So he & Col. Nam searched Chinese Characters for a fitting name for the Korean Martial Art they would disseminate to the Military. Gen. Choi decided upon the name Tae Kwon Do, as phonetically is had a similar pronunciation to Taek Kyon. Gen. Choi assembled a panel of distinguish leaders, military high ranking officers & elected officials to help support the name he came up with. The group that he gathered, approved the choice & suggested more research before submitting the name to the President for approval. Gen. Choi skillfully persuaded the President to Pen the name in Chinese Characters, as the President was told he had a good hand for writing calligraphy. It was also important that Chinese be used, as if it was written in Korean, President Rhee may have written it as Taek Kyon. It is important to note that there is no Chinese writing for Taek Kyon, which is proof that it is a Korean entity. The President conceded to Gen. Choi's request & wrote the Tae Kwon Do name for him, this indicating official acceptance of the new name for the new Korean martial Art that they would continue to develop (Picture below). However the original was lost, when Gen. Choi was forced into a lifetime of self exile, when he fled Seoul in 1972. However photographic evidence does indeed exist, as it was included in the 1959 1st book on TKD. President Rhee was forced out of office in April of 1960, when massive protests, led by students across the country demanded his removal, as his administration was considered by many to be corrupt. This of course would also shape the future of TKD, as it directly affected Gen. Choi's power & ability to influence as time passed. After the demo in September of 1954, Gen. Choi & Col. Nam co-founded the Military gym & called it the Oh Do Kwan. It has been translated as the gym of my way, or my gym. In other words it was telling the soldiers, this is your gym, no matter what gym you may have trained in on the civilian side, they would be welcomed. So originally TKD was a consolidated martial art, or a mix of the fighting systems that they had exposure to, like Judo, Wrestling, Boxing, Karate, Sumo Wrestling, the forerunner of Hapkido, some Chinese martial art influence & of course the major influence being Shotokan Karate. So the OhDoKwan would become the cradle of Taekwon-Do, where it was nurtured & helped to grow.
Die 1950er Jahre
In den späteren 1950er Jahren spitzte sich die Lage auf einen Machtkampf zwischen Hwang Ki und Choi Hong-Hi zu. Hwang organisierte mehrere Dangsudo-Vorführungen und bemühte sich, seinen Stil über seine Schüler im Militär bekannt zu machen. 1955 organisierte Choi mit Unterstützung der Regierung eine Kommission, die erneut über eine Vereinigung der verschiedenen Gongsudo-Stile verhandelte. Diese Kommission umfasste allerdings nicht alle betroffenen Kwan, sondern bestand aus Vertretern des Cheongdo-Kwan, des Odo-Kwan, des Militärs und der Regierung. Bei dieser Gelegenheit kreierte Choi Hong-hi am 11. April 1955 den Namen "Taekwondo", ein Name, der, schmissig ausgesprochen, ganz bewusst an das traditionelle Taekgyeon erinnern sollte, auch wenn es keine inhaltliche Verwandtschaft dazu gab. Dieser Name wurde bis in die 1960er Jahre außerhalb von Chois Einflussbereich, also dem Cheongdo-Kwan und dem Odo-Kwan, nicht verwendet. Hwang Ki kreierte ebenfalls einen neuen Namen für seinen Stil, nachdem er 1957 das alte Buch "Muye Dobo Tongji" (etwa "Illustriertes Handbuch der Kampfkünste") von ca. 1790 wieder entdeckt und ins moderne Koreanisch übersetzt hatte: Subakdo, etwa "Weg der schlagenden Hand". Daneben behielt er die Bezeichnung Dangsudo für seine internationalen Bestrebungen bei, unter der er zunächst lokale Vorführungen und ab den 1960er Jahren internationale Turniere organisierte. Mit Unterstützung der Rhee-Regierung organisierte Choi 1959 die Gründung der ersten Koreanischen Taekwondo-Vereinigung und wurde deren erster Präsident. Hwang Ki und andere plädierten dabei für den Namen Dangsudo, aber mittels seiner militärischen Autorität konnte Choi sich durchsetzen. Seine Machtbasis brach aber im Zuge der Studentenrevolution am 19. April 1960 unter ihm zusammen, ebenso die frisch gegründete, aber offiziell noch nicht registrierte Taekwondo-Vereinigung. Hwang Ki nutzte die Gunst der Stunde, und mithilfe eines guten politischen Kontaktes im Ministerium gelang ihm kurz darauf handstreichartig die Registrierung seines eigenen Verbandes, den er in Koreanische Subakdo-Vereinigung umbenannte. Damit war der Weg für Taekwondo zunächst verbaut, denn eine zweite Vereinigung für den gleichen Sport registrieren zu lassen war nicht möglich.
Die 1960er Jahre
Am 16. Mai 1961 putschte General Park Chung-hee, und kurz danach wurde per Dekret Nr. 6 die Neuordnung der Dangsudo/ Gongsudo/ Subakdo Registrierung verordnet. Dies hätte die große Stunde des Generals Choi Hong-hi werden können, doch es gab Differenzen zwischen den beiden Militärführern, und Choi wurde als Botschafter nach Malaysia abgeschoben. Die koreanische Taekwondo-Entwicklung fand für die nächsten 4 Jahre ohne Choi statt. Er entwickelte im Exil allerdings sein Hyeong-System (s. u., "Formenlauf") und setzte seine Bemühungen eigenmächtig fort, Taekwondo international, etwa bei den US-Truppen in Vietnam, bekannt zu machen. Im September 1961 kam es zur Gründung der Koreanischen Taesudo-Vereinigung ("Korean Taesoodo Association", kurz KTA), wobei man sich auf den neuen Namen "Taesudo" (etwa "Tritt-Hand-Weg") als Kompromiss zwischen Dangsudo, Subakdo und Taekwondo einigte. Man entwickelte einheitliche Prüfungs- und Wettkampfregeln und schickte Show-Teams ins Ausland.
Korean Taekwondo Association
1965 kehrte Choi Hong-hi nach Korea zurück, und er wurde gleich zum neuen KTA-Präsidenten gewählt. Sofort änderte er den Namen der Kunst in "Taekwondo" - angeblich wurde die Namensänderung mit einer Stimme Mehrheit beschlossen - und forcierte die Bestrebungen nach Internationalisierung. So kam Taekwondo endlich auch nach Deutschland und führte 1967 zur Gründung des Deutschen Taekwondo-Verbandes mit Ausrichtung der 1. Deutschen Taekwondo-Meisterschaft (s.u., "Taekwondo in Deutschland"). Hwang Kis Mudeuk-Kwan spaltete sich über die Streitfrage, ob man Chois KTA folgen solle oder nicht, und viele seiner Schüler schlossen sich der KTA an. Hwang Ki selbst blieb von der KTA unabhängig und gründete später im Ausland, insbesondere in den USA, verschiedene Dangsudo-Verbände.
Gründung der ITF
Der permanente Streit zwischen KTA-Präsident Choi und den anderen Kwan-Leitern führte dazu, dass man Choi bereits ein Jahr später nötigte, vom Posten zurückzutreten und ihm im Gegenzug die Gründung eines eigenen Verbandes, der International Taekwon-Do Federation, kurz ITF, zusicherte. Sie wurde am 22. März 1966 in Seoul mit den Gründungsländern Arabien, Deutschland (West), Italien, Korea, Malaysia, Singapur, Türkei, USA und Vietnam vollzogen. Erster und bis zu seinem Tod einziger Präsident war selbstverständlich Choi Hong-hi. In den folgenden Jahren wuchs der Konflikt zwischen der KTA und der ITF, sodass man in der KTA eigene Formen entwickelte, die Pumsae (erst acht Palgwe, dann acht Taegeuk) und die neun Yudanja (koreanische Aussprache des japanischen "Yudansha", siehe unten, "Formenlauf").
Die 1970er Jahre
1971 wurde Dr. Kim Un-Yong zum 6. KTA-Präsidenten gewählt. Im selben Jahr stellte sich der südkoreanische Präsident Park Chung-hee zur Wiederwahl, und weil er eine Krise kommen sah, rief er Ende des Jahres den nationalen Notstand aus. Noch vorher entdeckte er Taekwondo als nationales Erziehungsmittel und fertigte am 20. März 1971 höchstpersönlich eine Kalligraphie an, mit der er Taekwondo zum koreanischen Nationalsport (Gukki Taekwondo, etwa "nationaler Schatz Taekwondo") erklärte. Im selben Jahr erfolgte die Grundsteinlegung des Gukkiwon (etwa "Ausübungsstätte des nationalen Schatzes"), des "Welt-Taekwondo-Hauptquartiers" (so der offizielle Titel), das 1972 fertig gestellt wurde. Präsident war ebenfalls Kim Un-yong.
Trennung der Verbände in WTF und ITF
Im selben Jahr verließ Choi Hong-hi vermutlich wegen Verbandsstreitigkeiten Südkorea. Er verlegte den Sitz der ITF nach Toronto in Kanada und begann die Reform seines Taekwon-Do. Als Folge davon wurde am 28. Mai 1973 im Zuge der im Kukkiwon stattfindenden ersten Taekwondo-Weltmeisterschaft die World Taekwondo Federation, kurz WTF, mit Sitz in Seoul gegründet. Auch hier wurde Kim Un-Yong Präsident. KTA, WTF und Kukkiwon arbeiteten nun mit Unterstützung der Park-Regierung Hand in Hand daran, die verschiedenen Taekwondo-Schulen (Kwan) Südkoreas aufzulösen, um ein einheitliches Taekwondo-System durchzusetzen. Hwang Ki gewann zwar diverse Prozesse dagegen, doch der Druck auf ihn und seine Schule wurde immer größer, bis er schließlich nachgab und 1974 in die USA zog. 1976 wurden die noch bestehenden Kwan durch Nummern ersetzt und zwei Jahre später ganz aufgelöst.
die Good-Will-Tour von 1965
"Im Dezember 1964 kam der damalige koreanische Präsident Park Chung-Hee mit seiner Frau zu einem einwöchigen Besuch nach Deutschland. Als er am Münchener Flughafen von seinem Flugzeug ausstieg wurde er freundlich von einer Menschenmenge begrüßt, die koreanische Nationalflaggen schwenkten. Da Präsident Park nicht mit solch einer Begrüßung rechnete – Korea war zu der Zeit noch sehr unbekannt und wirtschaftlich unbedeutend – war er sehr überrascht und informierte sich woher die Sympathie dieser Menschen für Korea herkäme. Er erhielt die Information, dass einige dieser Menschen Korea durch die Ausübung von Taekwon-Do kennengelernt hätten. Dieses Schlüsselerlebnis trug vermutlich dazu bei, dass Präsident Park das Potential von Taekwon-Do für die Bekanntmachung Koreas im Ausland erkannte.
Er initiierte die Entsendung einer Regierungsdelegation nach Europa. Bevor das Demonstrationsteam nach Deutschland gekommen ist, wurden für dieses Ereignis Vorbereitungen getroffen. Dafür hat der damalige koreanische Botschafter General Choi Duk-Shin Kontakte zu den führenden Kampfsportexperten in Deutschland aufgenommen. Zu diesen Personen gehörten: Carl Wiedmeier, Mike Anderson, George Brückner und George Klein.
Carl Wiedmeier war Inhaber der „Vereinige Jiu-Jitsu- und Judoschulen C. Wiedmeier Karate-Institut“ in München. Der US-Soldat Michael H. Anderson auch Mike Anderson genannt, war in Garmisch stationiert und hatte dort eine eigene Gruppe zusammen mit Hans Vierthaler aufgebaut. Zusammen mit George Brückner hat M. Anderson später die World Association of Kickboxing Organizations (WAKO) gegründet. George Brückner war Inhaber einer Kampfsportschule in Berlin. George Klein ebenfalls ein US-Soldat war in Frankfurt am Main stationiert. Dort trainierte er eine eigene Gruppe in Taesoodo. Er kam zuvor während seiner Stationierung in Südkorea mit koreanischen Kampfkünsten in Berührung.
Zusammen mit diesen Personen wurde die Tournee des Demonstrationsteams in Deutschland vorbereitet. Mike Anderson war für Garmisch-Partenkirchen und Kaufbeuren zuständig. Carl Wiedmeier für München, George Klein für Frankfurt am Main und George Brückner für Berlin.
Am 18. Oktober 1965 landete zum ersten Mal eine Delegation im Auftrage der koreanischen Regierung in Frankfurt am Main . Der Name dieser Delegation war „Kukki Taekwon-Do Goodwill Team“ deren Mitglieder General Choi Hong-Hi, Han Cha-Kyo, Park Jong-Soo, Kwon Jae-Hwa und Kim Joong-Geun waren. General Choi Hong-Hi war der Leiter des Teams. Somit wurde offiziell der Name „Taekwon-Do“ in Europa eingeführt. Da dieses Team von der koreanischen Regierung mit dieser “Goodwill-Mission” beauftragt wurde, trug es die Bezeichnung „Kukki” , welches nur für offizielle Nationale Institutionen verwendet wurde. Vor einem Hotel in Frankfurt am Main wurde am selben Tag das Foto aufgenommen.
Es handelt sich bei den aufgenommen Personen um die Mitglieder des ersten offiziellen Taekwon-Do Demonstrationsteams, welche im Auftrage der damaligen koreanischen Regierung (Park Chung-Hee) nach Europa entsandt wurde um auf diesem Kontinent Taekwon-Do zu verbreiten.
Die Vorführungen wurden von Heinz Günther (Jiu Jitsu – Offenbach) und George Klein vorbereitet. Die erste offizielle Taekwon-Do Vorführung auf dem europäischem Kontinent fand in Frankfurt am Main in den Räumlichkeiten des Sport- und Badeamtes statt."
Text: Shin-Gyu Kang, http://www.taekwondo-europe.eu/
Taekwondo wurde demnach "offiziell" ab 1965 durch die Großmeister Choi Hong-Hi und Kwon, Jae-Hwa auch im deutschsprachigen Raum verbreitet (diese Arbeit wurde später von vielen anderen koreanischen Großmeistern unterstützt und fortgesetzt, die zum Teil heute noch in Deutschland ansässig sind).
Die ersten deutschen Meisterschaften fanden bereits 1967 in München statt. Die ersten WM-Teilnehmer Deutschlands gewannen in Korea 1973 Silber durch Armando Chavero und Bronze durch Georg Karrenberg (beide Leichtgewicht). Ebenfalls in Korea errangen 1975 jeweils eine Silbermedaille Prof. Dr. Wolfgang Dahmen (Federgewicht) und Meinolf Lüttecken (Schwergewicht), sowie Bronze für Hubert Leuchter (Bantamgewicht). Kwon wurde 1972 Bundestrainer der Sektion Taekwondo im deutschen Judo-Bund (DJB).
Aufspaltung in Tradition und Moderne
Aus politischen Gründen begann man in den siebziger Jahren "mit Gewalt" die japanischen (Karate-) Einfüsse weitgehend aus dem Taekwon-Do zu verbannen. Taekwon-Do, das mittlerweile zum koreanischen Volkssport und Staatsschatz ("Gukki") erklärt wurde, sollte dadurch eine stärkere nationale Identität bekommen. Als erstes fiel dieser Entwicklung das alte Chang-Hon Formensystem wegen seiner starken Verwandtschaft zum Okinawa-Karate zum Opfer. Es wurde ersetzt durch das Poomsae-Formensystem des neu gegründeten südkoreanischen Taekwondo-Verbands WTF (World Taekwondo Federation) unter der Leitung von Dr. Kim Un-Yong, das wesentliche Änderungen in den Schrittstellungen und Ausholbewegungen der Techniken vorsah. Viele althergebrachte (vor allem tiefe) Stellungen und weite Ausholbewegungen wurden in dieser "modernen" Variante einfach gestrichen.
Darüber hinaus wurde ein neues Wettkampfsystem eingesetzt und die alte Methode des Kämpfens ohne Kontakt sollte dem neuen Vollkontakt-Stil mit Kampfwesten weichen. Dies geschah wohl auch aus dem Grund, weil man sich von dieser Form des Kampfes eine bessere Akzeptanz in den westlich geprägten Ländern erhoffte. Durch die starke Wettkampfprägung verschwanden im "modernen" Taekwondo viele der althergebrachten Techniken, weil sie sich im sportlichen Wettkampf als weniger zweckmäßig erwiesen.
Im gleichen Maße änderte sich auch das Verständnis von Taekwon-Do: Nicht mehr das lebenslange Üben einer Kunst sondern das Erkämpfen von Medaillen und Trophäen war nunmehr maßgeblich. Aus diesem Grund bezeichnet man das moderne Taekwon-Do gemeinhin als Kampfsport, während die traditionelle Ausrichtung eben als Kampfkunst gesehen wird, bei der die forwährende Verbesserung und die Übung ("der Weg", DO) das Ziel ist. Da hinter der Entwicklung der modernen Wettkampf-Variante starke politische Kräfte in Südkorea standen (die damalige Park-Regierung), wurden die traditionell ausgerichteten Schulen mehr und mehr zurückgedrängt. Der Präsident der WTF, Dr. Kim Un-Yong, war bis 2004 auch Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), was die Aufnahme des "modernen" Taekwondo als vollwertige olympische Disziplin im Jahre 1994 ermöglichte.
In Nordkorea wiederum spielte das olympische "moderne" Taekwon-Do nie eine Rolle, hier ist heute nach wie vor das traditionell ausgerichtete Taekwon-Do des von General Choi gegründeten ITF-Verbands (International Taekwondo Federation) dominierend.
Die Stilrichtung von Kwon, Jae-Hwa
Die Lehrmethode von Großmeister Kwon, Jae-Hwa orientiert sich am ursprünglichen, eben traditionellen Taekwon-Do Stil. Er propagiert Taekwon-Do als eine Kampfkunst, bei der nicht etwa der Wettkampf oder der Straßenkampf im Vordergrund stehen sondern vielmehr die körperliche und geistige Gesunderhaltung, innere und äußere Balance, Bewegungsästhetik und Charakterbildung. Großmeister Kwon legt größten Wert darauf, dass alle Übungen im Unterricht ohne Kontakt verlaufen, da Taekwon-Do nach seinem Verständnis den Körper und Geist aufbauen und nicht schädigen soll. Technisch gesehen hat Kwon, Jae Hwa seit 1965 "sein" Taekwon-Do immer weiter vorangetrieben und die althergebrachten Techniken mit eigenen, neuen Methoden ergänzt, um ein gesünderes und effizienteres Erlernen zu ermöglichen. Seine Weiterentwicklung des traditionellen Taekwon-Do trägt insbesondere den verbesserten athletischen Voraussetzungen der heutigen Sportler in Punkto Schnelligkeit und Sprungkraft Rechnung (Beispiel: 540° Drehsprünge).
Als einer der engsten Weggefährten des Autors, der diese Kunst während unserer Gefangenschaft unter der japanischen Besatzung von ihm erlernte, bin ich vielleicht berechtigt, über sein Leben zu schreiben. Zunächst muss über den Autor gesagt werden, dass er dieser Kunst eine so große Hingabe entgegenbrachte, dass der Mensch, sein Leben und sein Werk untrennbar miteinander verbunden sind. Über viele Jahre hinweg entwickelte und modernisierte er mit unermüdlichem Fleiß, großer Leidenschaft und fester Entschlossenheit die bis dahin wenig bekannten alten Kampfkünste. Wenn Taekwon-Do heute internationalen Rang erlangt hat, dann ist dies den unermüdlichen Anstrengungen eines einzigen Mannes zu verdanken – dem Vater des modernen Taekwon-Do.
General Choi Hong Hi wurde am 9. November 1918 in der rauen und unwirtlichen Gegend von Hwa Dae im Bezirk Myong Chun geboren, die heute zur Demokratischen Volksrepublik Korea gehört. In seiner Jugend war er schwächlich und häufig krank, was seinen Eltern ständig Sorge bereitete.
Schon in jungen Jahren zeigte der spätere General jedoch einen starken und unabhängigen Geist. Im Alter von zwölf Jahren wurde er von der Schule verwiesen, weil er gegen die japanischen Behörden protestiert hatte, die damals Korea kontrollierten. Dies war der Beginn seiner langjährigen Verbindung mit der Kwang-Ju-Studentenbewegung für die Unabhängigkeit.
Nach seinem Schulverweis schickte Chois Vater ihn zu einem der berühmtesten Lehrer Koreas, Herrn Han Il Dong, um Kalligrafie zu studieren. Han war nicht nur ein hervorragender Kalligraf, sondern auch ein Meister des Taek Kyon, der alten koreanischen Kunst des Fußkampfes. Da sich der Lehrer um die schwächliche körperliche Verfassung seines neuen Schülers sorgte, begann er, ihm die anspruchsvollen Übungen des Taek Kyon beizubringen, um seinen Körper zu kräftigen.
Im Jahr 1937 wurde Choi nach Japan geschickt, um seine Ausbildung fortzusetzen. Kurz vor seiner Abreise geriet der junge Mann jedoch unglücklicherweise in einen heftigen Streit mit einem äußerst kräftigen Berufsringer, der ihm androhte, ihn bei ihrer nächsten Begegnung buchstäblich in Stücke zu reißen. Diese Drohung verlieh Chois Kampfsporttraining offenbar neuen Antrieb.
In Kyoto traf Choi einen Landsmann, Herrn Him, der die japanische Kampfkunst Karate unterrichtete. Nach zwei Jahren intensiven Trainings erreichte Choi den ersten Dan, den schwarzen Gürtel ersten Grades. Diese Techniken bildeten gemeinsam mit dem Taek Kyon, insbesondere dessen Fußtechniken, die Vorläufer des modernen Taekwon-Do.
Es folgte eine Phase intensiver geistiger und körperlicher Schulung während der Vorbereitungsschule, der Oberschule und schließlich der Universität in Tokio. In dieser Zeit intensivierte er das Training und die Erprobung seiner neuen Kampftechniken. Nachdem er den schwarzen Gürtel zweiten Grades erreicht hatte, begann er, in einem YMCA in Tokio zu unterrichten.
Choi berichtete von einem besonderen Erlebnis aus dieser Zeit. Es habe in der Stadt keinen Laternenpfahl gegeben, den er nicht geschlagen oder getreten habe, um zu sehen, ob die darin verlaufenden Kupferdrähte als Reaktion darauf zitterten.
„Ich stellte mir vor, dass dies die Techniken wären, mit denen ich mich gegen den Ringer Herrn Hu verteidigen würde, falls er bei meiner späteren Rückkehr nach Korea tatsächlich versuchen sollte, seine Drohung wahrzumachen und mich in Stücke zu reißen.“
Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde der Autor gegen seinen Willen zum Dienst in der japanischen Armee gezwungen. Während seiner Stationierung in Pyongyang in Nordkorea wurde er beschuldigt, der Planer einer koreanischen Unabhängigkeitsbewegung zu sein. Während einer achtmonatigen Untersuchungshaft wurde er in einem japanischen Gefängnis interniert.
Um der Langeweile zu entgehen und körperlich fit zu bleiben, begann Choi in der Abgeschiedenheit seiner Gefängniszelle, seine Kampfkunst zu üben. Schon nach kurzer Zeit wurden sein Zellengenosse und sein Gefängniswärter zu seinen Schülern. Schließlich verwandelte sich der gesamte Gefängnishof in eine riesige Trainingshalle.
Die Befreiung Koreas im August 1945 bewahrte Choi vor einer verhängten siebenjährigen Haftstrafe. Nach seiner Freilassung reiste der ehemalige Gefangene nach Seoul, wo er eine Partei von Studentensoldaten organisierte. Im Januar des folgenden Jahres wurde Choi zum Leutnant der neu gegründeten südkoreanischen Armee ernannt. Dies wurde zur „Startrampe“, von der aus Taekwon-Do in eine neue Umlaufbahn gebracht werden sollte.
Kurz darauf wurde er Kompaniechef in Kwang-Ju. Dort entzündete der junge Leutnant die Fackel dieser Kunst, indem er seine gesamte Kompanie unterrichtete. Anschließend wurde er zum Oberleutnant befördert und nach Tae Jon versetzt, wo er für das Zweite Infanterieregiment verantwortlich war. An seinem neuen Standort begann Choi, die Kunst nicht nur unter koreanischen Soldaten, sondern auch unter den dort stationierten Amerikanern zu verbreiten. Dies war die erste Begegnung von Amerikanern mit dem, was später als Taekwon-Do bekannt werden sollte.
Das Jahr 1947 war von schnellen Beförderungen geprägt. Choi wurde zunächst Hauptmann und anschließend Major. 1948 wurde er als Leiter der Logistik nach Seoul versetzt und zugleich Taekwon-Do-Ausbilder an der dortigen Schule der amerikanischen Militärpolizei. Ende 1948 wurde Choi zum Oberstleutnant befördert.
Im Jahr 1949 wurde Choi zum Oberst befördert und besuchte erstmals die Vereinigten Staaten, wo er an der Fort Riley Ground General School teilnahm. Dort wurde diese Kunst erstmals der amerikanischen Öffentlichkeit vorgestellt. 1951 erfolgte seine Beförderung zum Brigadegeneral. In dieser Zeit organisierte er als stellvertretender Kommandant und Leiter der akademischen Abteilung die Ground General School in Pusan. 1952 wurde Choi zum Stabschef des Ersten Korps ernannt und war dafür verantwortlich, General MacArthur bei dessen Besuchen in Kang Nung zu unterrichten. Zum Zeitpunkt des Waffenstillstands befehligte Choi die 5. Infanteriedivision.
Das Jahr 1953 war sowohl für die militärische Laufbahn des Generals als auch für die Entwicklung der neuen Kampfkunst besonders ereignisreich. Er verfasste das erste maßgebliche Buch über militärische Nachrichtendienste in Korea. Auf der Insel Cheju stellte er die schlagkräftige 29. Infanteriedivision auf, die später zur Speerspitze des Taekwon-Do im Militär wurde. Außerdem gründete er den Oh Do Kwan, die „Schule meines Weges“. Dort gelang es ihm nicht nur, Ausbilder für das gesamte Militär auszubilden, sondern auch, die Techniken des Taek Kyon und des Karate mit Unterstützung seines engsten Mitarbeiters Nam Tae Hi im Jahr 1954 zu einem modernen System des Taekwon-Do weiterzuentwickeln.
In der zweiten Hälfte dieses Jahres übernahm er die Leitung des Chong Do Kwan, der „Schule der Blauen Welle“, der größten zivilen Kampfsportschule Koreas. Gleichzeitig wurde Choi zum Generalmajor befördert.
In technischer Hinsicht markierte das Jahr 1955 den Beginn des Taekwon-Do als offiziell anerkannte Kampfkunst in Korea. In diesem Jahr wurde ein besonderes Komitee gebildet, dem führende Meister, Historiker und bedeutende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens angehörten. Für die neue Kampfkunst wurden verschiedene Bezeichnungen vorgeschlagen. Am 11. April 1955 entschied sich das von General Choi einberufene Komitee für den von ihm eingereichten Namen Taekwon-Do. Diese einheitliche Bezeichnung ersetzte die verschiedenen und teilweise verwirrenden Begriffe wie Dang Soo, Gong Soo, Taek Kyon und Kwon Bup.
Im Jahr 1959 überschritt Taekwon-Do erstmals die Landesgrenzen. Der Vater des Taekwon-Do bereiste mit neunzehn seiner besten Schwarzgurtträger den Fernen Osten. Die Reise war ein großer Erfolg und beeindruckte die Zuschauer durch die außergewöhnliche Qualität der Taekwon-Do-Techniken. Viele dieser Schwarzgurtträger trugen später zur weltweiten Verbreitung der Kunst bei. Dazu gehörten Nam Tae Hi, Präsident der Asiatischen Taekwon-Do-Föderation, Oberst Ko Jae Chun, der fünfte Leiter der Taekwon-Do-Ausbilder in Vietnam, Oberst Baek Joon Gi, der zweite Cheftrainer in Vietnam, Brigadegeneral Woo Jong Lim, Han Cha Kyo, Cheftrainer in Singapur, sowie Cha Soo Young, der später als internationaler Ausbilder in Washington, D.C. tätig war.
Im selben Jahr wurde Choi in zwei bedeutende Ämter berufen: Er wurde Präsident der neu gegründeten Koreanischen Taekwon-Do-Vereinigung und stellvertretender Befehlshaber der Zweiten Armee in Tae Gu.
Der koreanische Botschafter in Vietnam, General Choi Duk Shin, spielte eine entscheidende Rolle bei der Förderung des Taekwon-Do in einem Land, das sich damals in einem erbitterten Kampf gegen die Kommunisten befand. Im selben Jahr veröffentlichte General Choi Hong Hi sein erstes koreanisches Lehrbuch über Taekwon-Do, das später als Grundlage für die Ausgabe von 1965 diente.
Im Jahr 1960 nahm der General in Texas an einem Lehrgang zur Einführung in moderne Waffensysteme teil. Anschließend besuchte er den Karateklub von Jhoon Rhee in San Antonio. Dort überzeugte er die Schüler davon, die Bezeichnung Taekwon-Do anstelle von Karate zu verwenden. Aus diesem Grund gilt Jhoon Rhee als der erste Taekwon-Do-Lehrer in Amerika.
Dies war der Beginn des Taekwon-Do in den Vereinigten Staaten von Amerika.
Nach seiner Rückkehr nach Korea wurde Choi zum Leiter des militärischen Nachrichtendienstes der koreanischen Armee ernannt. Später im selben Jahr übernahm er das Kommando über das Combat Armed Command und war damit für die Infanterie-, Artillerie-, Panzer-, Fernmelde- und Luftfahrtschulen verantwortlich.
Das Jahr 1961 stellte sowohl für Chois militärische Laufbahn als auch für Taekwon-Do eine Phase der Reife dar. Er befehligte die größten Ausbildungszentren Koreas und übernahm zusätzlich das Kommando über das 6. Armeekorps.
Taekwon-Do verbreitete sich wie ein Lauffeuer, nicht nur unter der koreanischen Zivilbevölkerung und im Militär, sondern auch unter den amerikanischen Soldaten der 7. Infanteriedivision, die seiner operativen Kontrolle unterstand. Durch seine Schüler wurde Taekwon-Do sogar an der bedeutendsten Militärakademie der Welt, West Point, eingeführt. Im selben Jahr machte er Taekwon-Do zu einem Pflichtfach für die gesamten Streitkräfte und Polizeieinheiten Südkoreas.
Im Jahr 1962 wurde Choi zum Botschafter in Malaysia ernannt. Als hingebungsvoller Missionar des Taekwon-Do verbreitete er dort die Kunst. 1963 wurde die Taekwon-Do-Vereinigung Malaysias gegründet. Landesweite Anerkennung erlangte die Kunst, als sie auf Wunsch des Premierministers Tunku Abdul Rahman im Merdeka-Stadion vorgeführt wurde.
Im selben Jahr wurden zwei weitere wichtige Meilensteine erreicht: die berühmte Vorführung im Gebäude der Vereinten Nationen in New York und die Einführung des Taekwon-Do bei den vietnamesischen Streitkräften unter Major Nam Tae Hi.
Im Februar 1963 wurde in Singapur eine Taekwon-Do-Vereinigung gegründet. Gleichzeitig wurden die Grundlagen für die Bildung entsprechender Vereinigungen in den entlegeneren Gebieten Bruneis gelegt.
Noch im selben Jahr reiste Botschafter Choi eigens nach Vietnam, um der von Oberstleutnant Park Joon Gi geleiteten Ausbildergruppe persönlich die fortgeschrittenen Taekwon-Do-Formen zu vermitteln, die er nach jahrelanger Forschung vervollkommnet hatte. Dies kennzeichnete tatsächlich eine neue Ära des Taekwon-Do, da es ihm gelang, eine klare Grenze zwischen Taekwon-Do und Karate zu ziehen, indem er die letzten verbliebenen Spuren des Karate vollständig beseitigte.
Nach seiner Rückkehr wurde er gegen Ende des Jahres erneut zum Präsidenten der Koreanischen Taekwon-Do-Vereinigung gewählt. Dies gab ihm die Möglichkeit, die Taekwon-Do-Gemeinschaft zu reformieren und die politischen Verstrickungen innerhalb der Organisation zu beseitigen.
Im Jahr 1965 wurde Botschafter Choi, inzwischen ein pensionierter Zwei-Sterne-General, von der Regierung der Republik Korea damit beauftragt, eine Freundschaftsmission nach Westdeutschland, Italien, in die Türkei, in die Vereinigte Arabische Republik, nach Malaysia und Singapur zu leiten. Diese Reise war von besonderer Bedeutung, weil der Botschafter Taekwon-Do erstmals in der koreanischen Geschichte offiziell zur nationalen Kampfkunst Koreas erklärte.
Dies bildete nicht nur die Grundlage für die Gründung von Taekwon-Do-Vereinigungen in diesen Ländern, sondern auch für die Entstehung der International Taekwon-Do Federation in ihrer heutigen Form. Im Jahr 1966 erfüllte sich der Traum des einst kränklichen jungen Kalligrafieschülers, der zum Botschafter und Präsidenten der Vereinigung einer der angesehensten Kampfkünste der Welt aufgestiegen war. Am 22. März 1966 wurde die International Taekwon-Do Federation gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten die Verbände aus Vietnam, Malaysia, Singapur, Westdeutschland, den Vereinigten Staaten, der Türkei, Italien, der Arabischen Republik Ägypten und Korea.
Im Jahr 1967 erhielt der Vater des Taekwon-Do von der vietnamesischen Regierung den Distinguished Service Medal erster Klasse. Außerdem half er bei der Gründung der koreanisch-vietnamesischen Taekwon-Do-Stiftung unter dem Vorsitz von General Tran Van Dong. Im selben Jahr wurde die Taekwon-Do-Vereinigung von Hongkong gegründet. Im August besuchte Choi das All-American-Taekwon-Do-Turnier in Chicago, Illinois. Dort besprach er mit führenden Ausbildern die Erweiterung, Vereinheitlichung und strategische Ausrichtung der United States Taekwon-Do Association. Dieser Besuch führte am 26. November 1967 zur offiziellen Gründung der U.S. Taekwon-Do Association in Washington, D.C.
Während seines Aufenthalts traf Choi außerdem Robert Walson, einen Träger des vierten Dan und einen der führenden amerikanischen Experten für Taekwon-Do. Gemeinsam legten sie die Grundlagen für eine neue Ausgabe eines Buches über Taekwon-Do.
Ende 1967 lud der Autor Meister Oyama in das Hauptquartier der I.T.F. in Seoul ein, um die Gespräche fortzuführen, die sie zuvor in Hakone in Japan geführt hatten. Dabei ging es darum, dass Meister Oyama seine Techniken möglicherweise zu Taekwon-Do-Techniken verändern würde.
Im selben Jahr wählte der Präsident der I.T.F. auf Wunsch von Generalissimus Chiang Kai-Shek fünf Ausbilder aus den koreanischen Streitkräften für einen Einsatz in Taiwan aus. Die Anfrage war über General Chung Il Kwon, den damaligen Premierminister Südkoreas, weitergeleitet worden.
Im Jahr 1968 besuchte der Autor Frankreich als Leiter der koreanischen Regierungsdelegation, um am internationalen militärischen Sportsymposium in Paris teilzunehmen. Taekwon-Do war ein wichtiges Thema auf der Tagesordnung. Delegierte aus 32 Ländern sahen Vorführungen eines Expertenteams. Im selben Jahr wurde die United Kingdom Taekwon-Do Association gegründet. Der Autor besuchte außerdem Spanien, die Niederlande, Kanada, Belgien und Indien, um Taekwon-Do weiterzuverbreiten.
Nach seiner Rückkehr nach Korea erhielt Choi für seine hingebungsvolle Arbeit zugunsten der koreanischen Kampfkunst die erste südkoreanische Auszeichnung für sportwissenschaftliche Forschung.
Im Jahr 1969 bereiste Choi Südostasien, um persönlich den Stand der Vorbereitungen in den einzelnen Ländern für das erste Asiatische Taekwon-Do-Turnier zu überprüfen, das im September in Hongkong stattfand. Unmittelbar danach unternahm der Autor eine Weltreise durch 29 Länder, um Ausbilder zu besuchen und Fotografien für die erste Ausgabe seines früheren Buches „Taekwon-Do“ zusammenzutragen, das 1972 urheberrechtlich geschützt wurde.
Im August 1970 brach der Autor zu einer Reise durch 20 Länder in Südostasien, Kanada, Europa und dem Nahen Osten auf. An jedem Ort veranstaltete Choi Seminare für internationale Ausbilder. Dadurch half er, die International Taekwon-Do Federation zu verbreiten und zu einer geschlossenen Organisation zusammenzufügen.
Im März 1971 nahm Choi am zweiten Asiatischen Taekwon-Do-Turnier im Stadium Negara in Malaysia teil. Es wurde durch eine Erklärung des Premierministers Tun Abdul Razak eröffnet und in Anwesenheit der königlichen Hoheiten beendet.
Im selben Jahr wurde der Autor von General Kim Jong Hyun, dem Leiter der Kampfsportabteilung der Armee, gebeten, qualifizierte Ausbilder für die Streitkräfte der Republik Iran auszuwählen.
Die Weltreise von 1972 hatte einen besonderen rückblickenden Charakter, da Choi die Gelegenheit erhielt, Taekwon-Do den Staatsoberhäuptern von Bolivien, der Dominikanischen Republik, Haiti und Guatemala vorzustellen. Im selben Jahr verlegte Choi mit einstimmiger Zustimmung der Mitgliedsländer das Hauptquartier der International Taekwon-Do Federation nach Toronto in Kanada. Damit verfolgte er das Ziel, die Kunst entsprechend einem bereits Jahre zuvor festgelegten Meilenstein schließlich auch in den Ländern Osteuropas zu verbreiten.
Auf seinen Reisen interessierte sich der Autor besonders dafür, Taekwon-Do unter den Jugendlichen der Welt zu fördern. Der Präsident der International Taekwon-Do Federation spielte eine entscheidende Rolle bei der Einführung der Kunst an zahlreichen Universitäten in Europa, Amerika, im Nahen und im Fernen Osten.
In den Monaten November und Dezember 1973 bereisten General Choi und ein eigens ausgewähltes I.T.F.-Demonstrationsteam Europa, den Nahen Osten, Afrika und den Fernen Osten. Das Team bestand aus Kong Young Il, Park Jong Soo, Rhee Ki Ha, Pak Sun Jae und Choi Chang Keun, die sämtlich Träger des siebten Dan waren. Insgesamt wurden 13 Länder besucht, und in fünf dieser Länder entstanden neue I.T.F.-Niederlassungen. Die Tournee war ein überwältigender Erfolg. Allein in Ägypten sahen mehr als 100.000 Menschen die Vorführungen. An jedem Aufenthaltsort wurden General Choi und das Demonstrationsteam von hochrangigen Vertretern der jeweiligen Regierungen empfangen.
Das Jahr 1974 war für Choi außerordentlich bedeutend und blieb ihm lange in Erinnerung. Der Gründer des Taekwon-Do konnte nicht nur stolz die Überlegenheit der Techniken und der Wettkampfregeln seiner Kunst präsentieren, sondern auch seinen Traum verwirklichen, indem er in Montreal die ersten Taekwon-Do-Weltmeisterschaften veranstaltete.
Im November und Dezember desselben Jahres leitete er das vierte Internationale Taekwon-Do-Demonstrationsteam, das aus zehn der weltweit besten Ausbilder bestand. Das Team reiste nach Jamaika, Curaçao, Costa Rica, Kolumbien, Venezuela und Surinam.
Im Jahr 1975 erhielt Taekwon-Do als erste Kampfkunst seit der Eröffnung des Opernhauses von Sydney die besondere Gelegenheit, dort eine Vorführung zu zeigen. Später im selben Jahr besuchte General Choi Griechenland und Schweden, um Seminare abzuhalten. Mitte 1976 bereiste er den Iran, Malaysia, Indonesien und Europa, um die Taekwon-Do-Aktivitäten zu überprüfen und gleichzeitig Seminare zu veranstalten. Im November desselben Jahres reiste Choi in die Niederlande, um die ersten Europameisterschaften im Taekwon-Do in Amsterdam offiziell zu eröffnen.
Im September 1977 besuchte der Gründer des Taekwon-Do Malaysia, Neuseeland und Australien. Zuvor hatte er auf einer Versammlung in Tokio den südkoreanischen Präsidenten Park Chung Hee öffentlich verurteilt, weil dieser Taekwon-Do für seine politischen Zwecke benutzt habe. Später im selben Jahr besuchte Choi Schweden und Dänemark, um bei der Gründung ihrer nationalen Taekwon-Do-Verbände zu helfen.
Im Mai 1978 bereiste General Choi gemeinsam mit Rhee Ki Ha Malaysia, Pakistan, Kenia und Südafrika. Im selben Jahr leitete er das fünfte Internationale Taekwon-Do-Demonstrationsteam. Es bestand aus Choi Chang Keun, Rhee Ki Ha, Park Jung Tae und Liong Wai Meng und reiste nach Schweden, Polen, Ungarn und Jugoslawien. Im September desselben Jahres fanden in Oklahoma City in den USA die zweiten Taekwon-Do-Weltmeisterschaften statt.
Im Juni 1979 wurde in Oslo, Norwegen, die All Europe Taekwon-Do Federation gegründet. Nach diesem historischen Ereignis bereiste General Choi gemeinsam mit Khang Su Jong und Rhee Ki Ha Schweden, Dänemark, Westdeutschland, Frankreich und Grönland. Im November leitete er das sechste Internationale Taekwon-Do-Demonstrationsteam nach Argentinien. Dem Team gehörten Kim Jong Chan, Choi Chang Keun, Rhee Ki Ha, Park Jung Tae, Lee Jong Moon, Chung Kwang Duk, Kim Suk Jun und Michael Cormack an.
Das Jahr 1980 war sowohl für den Vater des Taekwon-Do als auch für die Zukunft seiner Kunst unvergesslich. Gemeinsam mit 15 seiner Schüler, darunter sein Sohn Choi Joong Hwa, unternahm er eine historische Reise in die Demokratische Volksrepublik Korea. Zum ersten Mal wurde Taekwon-Do den Menschen in Nordkorea, Chois Geburtsland, vorgestellt. Im November desselben Jahres fanden in London die ersten gesamteuropäischen Taekwon-Do-Meisterschaften statt, an denen 18 Länder teilnahmen.
Im Januar 1981 reiste General Choi gemeinsam mit Choi Chang Keun nach Queensland in Australien, um die ersten Taekwon-Do-Meisterschaften des pazifischen Raums offiziell zu eröffnen. Zu dieser Zeit half er sowohl bei der Gründung der South Pacific Taekwon-Do Federation als auch der Australian Taekwon-Do Federation.
Im Juni desselben Jahres führte der Autor das achte Internationale Taekwon-Do-Demonstrationsteam nach Tokio in Japan. Im Oktober veranstaltete er ein Seminar für die Gründungsmitglieder des Taekwon-Do in der Demokratischen Volksrepublik Korea. Im November präsentierte er mit Stolz ein gemeinsames Taekwon-Do-Demonstrationsteam aus nord- und südkoreanischen Ausbildern auf dem historischen Treffen nordkoreanischer und im Ausland lebender koreanischer christlicher Führungspersönlichkeiten in Wien. Im August besuchte Präsident Choi Argentinien, um die dritten Taekwon-Do-Weltmeisterschaften in Resistencia in der Provinz Chaco offiziell zu eröffnen.
Im Januar 1982 gründete der Präsident der International Taekwon-Do Federation in Toronto die North America Taekwon-Do Federation. In diesem Jahr konnte der Autor schließlich einen seit 1967 gehegten Traum verwirklichen, als unter der Leitung des Patrioten Chon Jin Shik erstmals eine Taekwon-Do-Schule in Japan eröffnet wurde. Es war für den Präsidenten ein sehr arbeitsreiches Jahr. Im Juli besuchte er gemeinsam mit Meister Park Jung Tae Puerto Rico, um dort Seminare abzuhalten.
In den Monaten Oktober und November bereiste er gemeinsam mit Meister Han Sam Soo, Park Jung Tae und Choi Joong Hwa Grönland, das Vereinigte Königreich, Westdeutschland, Österreich, Dänemark, Polen, Ungarn, Jugoslawien, die Tschechoslowakei und Finnland, um Taekwon-Do zu fördern. Im Dezember nahm er außerdem an den ersten Interkontinentalen Taekwon-Do-Meisterschaften in Neapel, Italien, teil.
Im Oktober desselben Jahres traf General Choi in Budapest Herrn Csandi, den Vorsitzenden des Programmkomitees des Internationalen Olympischen Komitees, um über eine Anerkennung der I.T.F. durch das I.O.C. zu sprechen.
Im Januar 1983 reiste General Choi gemeinsam mit Meister Lee Suk Hi, dem Präsidenten der North America Taekwon-Do Federation, nach Colorado in den USA, um Charles E. Sereff, den Präsidenten der U.S. Taekwon-Do Federation, zum siebten Dan zu graduieren.
Im Februar 1983 bereiste der Autor Lateinamerika, darunter Argentinien, Kolumbien, Panama und Honduras, um umfangreiche Seminare abzuhalten. Während seines Aufenthalts in Honduras half er dabei, die Central American Taekwon-Do Federation ins Leben zu rufen. In den Monaten März, April und Mai reiste er nach Santa Barbara in Kalifornien, nach Europa und in die Demokratische Volksrepublik Korea, um die letzten Vorbereitungen für die Enzyklopädie abzuschließen, das Endprodukt seiner lebenslangen Forschungsarbeit. Im Oktober und November desselben Jahres besuchte er gemeinsam mit Park Jung Tae und Choi Joong Hwa Jugoslawien und Italien, um Fotografien für die Enzyklopädie anzufertigen.
Im April 1984 eröffnete General Choi offiziell die vierten Taekwon-Do-Weltmeisterschaften in Glasgow, Schottland. Im selben Monat besuchte er gemeinsam mit Meister Rhee Ki Ha, Charles Sereff und Kim Yong Kyu den Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees, Juan Antonio Samaranch, in Lausanne. Dort wollte er nachweisen, dass allein die International Taekwon-Do Federation der weltweite Dachverband des wahren Taekwon-Do sei.
Im September lud der Autor bedeutende Ausbilder wie Lee Suk Hi, Rhee Ki Ha, Park Jung Tae und Choi Joong Hwa nach Pyongyang ein, um die Veröffentlichung der Enzyklopädie abzuschließen. Zu dieser Zeit wurde auch erstmals ernsthaft über eine Verlegung des I.T.F.-Hauptquartiers nach Wien in Österreich diskutiert.
Im Oktober desselben Jahres reiste der Präsident offiziell nach Budapest, um die dritten gesamteuropäischen Taekwon-Do-Meisterschaften zu eröffnen. Dieses Ereignis war von besonderer Bedeutung, weil es das erste internationale Taekwon-Do-Großereignis war, das in einem sozialistischen Land stattfand.
Im folgenden Monat besuchte General Choi gemeinsam mit den Meistern Lee Suk Hi und Park Jung Tae New York City, um den dritten jährlichen General Choi’s Cup in Nordamerika zu eröffnen. Im Dezember fand die fünfte Kongressversammlung der I.T.F. in Wien statt. Dort wurde einstimmig beschlossen, den Sitz der I.T.F. bis März des folgenden Jahres nach Wien zu verlegen. Außerdem wurde Präsident Choi Hong Hi für eine weitere Amtszeit wiedergewählt. Jun Chin Shik, Präsident der Japan International Taekwon-Do Federation, sowie die Meister Lee Suk Hi und Rhee Ki Ha wurden zu Vizepräsidenten gewählt. Meister Park Jung Tae wurde zum Generalsekretär ernannt.
Ohne Zweifel war 1985 eines der bedeutendsten Jahre für den Gründer des Taekwon-Do. Mit der Veröffentlichung der Enzyklopädie des Taekwon-Do konnte er sämtliche Techniken dokumentieren, die er über viele Jahre erforscht hatte. Durch die Verlegung der International Taekwon-Do Federation nach Wien, der Hauptstadt Österreichs, schuf er zugleich eine starke Grundlage für die weltweite Verbreitung seiner Kunst, insbesondere in den sozialistischen Ländern und den Staaten der sogenannten Dritten Welt.
Im April desselben Jahres besuchte Präsident Choi gemeinsam mit Tran Trien Quan, dem Präsidenten der Canadian Taekwon-Do Federation, James Lim und Kim Suk Jun Puerto Rico, um am ersten lateinamerikanischen General Choi’s Cup teilzunehmen. Im Juni reiste er nach Ost-Berlin und nahm an der Eröffnungsfeier des 24. I.O.C.-Kongresses teil.
Im November desselben Jahres besuchte General Choi gemeinsam mit Generalsekretär Meister Park Jung Tae und Tran Trien Quan Norwegen, um die Eröffnung der Skandinavischen Taekwon-Do-Meisterschaften 1985 zu würdigen.
Im Dezember wurden in Quebec in Kanada verschiedene Feierlichkeiten zum 30-jährigen Bestehen des Taekwon-Do veranstaltet, die von der Taekwon-Do Federation of Canada organisiert wurden. Höhepunkt war die Anwesenheit des Vaters des Taekwon-Do, General Choi Hong Hi.
Im Juni 1986 führte der Gründer ein Taekwon-Do-Demonstrationsteam aus der Demokratischen Volksrepublik Korea in die Volksrepublik China. Dieser Besuch gab schließlich den Anstoß dafür, dass auch die chinesische Bevölkerung die koreanische Kampfkunst Taekwon-Do übernahm.
Das Jahr 1987 war für General Choi von besonderer Bedeutung, da er der Taekwon-Do-Welt erneut seinen unbeugsamen Geist und seine Beharrlichkeit bewies. Trotz anhaltender Behinderungen durch das diktatorische südkoreanische Regime eröffnete er im Mai die fünften Weltmeisterschaften in Athen, Griechenland.
Im Dezember desselben Jahres begann Präsident Choi mit der Planung einer Stiftung zur Förderung und Verbreitung der I.T.F. Grundlage war eine Zusage von Chon Yon Shik, dem älteren Bruder des Vizepräsidenten Chon Jin Shik, in Höhe von 100 Millionen japanischen Yen.
Das Jahr 1988 erreichte seinen Höhepunkt mit zwei bedeutenden Ereignissen. Im Mai richtete die ungarische Regierung die sechsten Weltmeisterschaften in Budapest aus. Sie waren bis dahin die größten, technisch hochwertigsten und zugleich die ersten, die europaweit über Satellit im Fernsehen übertragen wurden.
Im August konnte der Vater des Taekwon-Do schließlich seinen größten Traum verwirklichen: seine Kunst ohne Rücksicht auf Religion, Rasse, Nationalität oder ideologische Grenzen einzuführen und zu unterrichten. Zu diesem Zweck führte er das Demonstrationsteam der I.T.F. nach Moskau in die Sowjetunion.
Es ist zu hoffen, dass alle Ausbilder seinem Beispiel folgen und einen Teil ihrer Zeit darauf verwenden werden, Taekwon-Do in die Schulsysteme ihrer jeweiligen Regionen einzuführen.
Die bloße Einführung der Kunst reicht jedoch nicht aus. Der Ausbilder muss sich ebenso darum bemühen, einen positiven Einfluss zu vermitteln und aufrechtzuerhalten, der seinen Schülern schließlich als Leitstern dienen kann. Erst dann darf sich ein Ausbilder als Apostel des Taekwon-Do betrachten.
Park, Sung Hwa
NOTE - General Choi Hong Hi passed away on 15th June 2002 and is buried in North Korea. The Little Giant is finally home. May he rest in peace.
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