Kampfkunst und ADHS
Karate und ADHS: Ein Gespräch mit Psychotherapeut Robin Mindell
Quelle: Youtube Kanal von www.ikigaido.ch
Inhalte des Videos
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Was ist ADHS?
- ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom) wird als angeborene Entwicklungsauffälligkeit beschrieben, die sich durch Schwierigkeiten in der Aufmerksamkeitsregulation und Hyperaktivität äußert.
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Perspektive auf Normen:
- Die Video-Teilnehmer betonen, dass es nicht nur die "normalen" und "andersartigen" Menschen gibt, sondern dass neurodiverse Persönlichkeiten Teil von einer breiten Normalverteilung sind.
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Lernen durch Bewegung:
- Kinder lernen am besten durch Bewegung und Interaktion. Dieser Ansatz wird im Karate hervorgehoben und zeigt, wie wichtig aktivitätsorientiertes Lernen für das Verständnis ist.
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Herausforderungen bei der Diagnose:
- ADHS-Diagnosen erfolgen oft erst im Schulalter, da die Symptome häufig von anderen Umständen beeinflusst werden (z.B. familiäre Probleme). Diagnosen können dadurch verfälscht werden.
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Neurodiversität als Stärke:
- Menschen mit ADHS haben oft besondere Fähigkeiten, wie z.B. schnelle Informationsverarbeitung und Hyperfokus, die als Superkräfte betrachtet werden können, wenn sie richtig genutzt werden.
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Coping-Mechanismen:
- Umgang mit ADHS in der Erwachsenenwelt ist wichtig. Suchtmittel und ungesundes Verhalten können eine Reaktion auf Überreizung oder die Suche nach Belohnung sein.
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Medikation und Unterstützung:
- Medikamente können im Zusammenhang mit ADHS genutzt werden, allerdings sollte die Notwendigkeit und der Nutzen individuell bewertet werden. Therapien und Prävention sind ebenfalls wichtige Bausteine zur Unterstützung der Betroffenen.
Definition
die Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist eine bereits im Kindesalter beginnende Verhaltensauffälligkeit, die sich durch Probleme mit der Aufmerksamkeit sowie Impulsivität und häufig auch durch Hyperaktivität auszeichnet. Etwa drei bis zehn Prozent aller Kinder zeigen Symptome im Sinne einer ADHS. Jungen sind deutlich häufiger betroffen als Mädchen. Die Symptome können mit unterschiedlicher Ausprägung bis in das Erwachsenenalter hinein fortbestehen.
ADHS und Sport
Sportarten, die Bewegung ermöglichen und die Körperkontrolle steigen, sind für Kinder mit ADHS sehr hilfreich und auch empfehlenswert.
Vermeiden sollte man Wettbewerbsdruck. Bezüglich der Freizeit sollten Eltern den Fernseh- und Computerkonsum regeln. Da es ADHS-Kindern schwer fällt, in der Schule stillzusitzen, sollten sie in ihrer Freizeit zu ausgleichender Bewegung motiviert werden.
Sinnvoll sind dabei Sportarten, die sowohl Freude an der Bewegung als auch ein hohes Maß an Selbststeuerung und -kontrolle in sich vereinen. Problematisch an vielen Sportarten ist das Verletzungsrisiko, denn ADHS-Kinder können Gefahren manchmal nicht so gut einschätzen oder verunfallen durch ihre Impulsivität. Trotzdem sollten ADHS-Kinder unbedingt Sport treiben, da dies ihre Erkrankung positiv beeinflusst.
Positiven Effekt zeigen Sportarten, die dem Kind Freude, Selbstbestätigung oder Anerkennung bringen. Ungünstig sind Sportarten oder auch Vereine, bei denen das Kind in Wettbewerbsdruck kommt und diesem nicht standhält. Das kann eventuell vorhandene Verhaltensstörungen verstärken. Quelle: betanet
Positive Wirkung der Kampfkunst
Auf das Kampfkunst Training treffen alle Forderungen zu, die an eine ADHS-gerechte Sportart gestellt werden:
kein Wettkampf
In der Kampfkunst spielt der Wettkampf keine Rolle. Das ständige Weiterentwicklung von Fähigkeiten und Charakter ist eine dauerhafte Aufgabe. Allein die konstante Leistung im regelmäßigen Training ist daher ausschlaggebend.
Selbstkontrolle, Verletzungsrisiko, Bewegungsfreude
Im Taekwon-Do wird höchster Wert auf körperliche und geistige Kontrolle gelegt, alle Bewegungen müssen präzise und sauber ausgeführt werden. Hier ist nichts dem Zufall überlassen. Das Verletzungsrisiko ist praktisch Null, da ohne Körperkontakt geübt wird. Das Taekwon-Do bietet ein unwahrscheinlich hohes Bewegungsspektrum, das von Sprüngen, Drehungen, Stretching zu Arm- und Beinbewegungen in allen Varianten reicht. Abwechslungreichtum pur!
Spaß und Anerkennung
Jede neue Technik, jede neue Übungsform (Hyong) die die Kinder "meistern", macht sie mächtig stolz. Eltern bekommen das neu Erlernte dann oft voller Begeisterung nach dem Training zuhause vorgeführt. Bekommen die Kinder nach bestandener Prüfung einen neuen Gurt, ist das natürlich ein kaum zu überbietendes Ereignis!